Was ist eine benutzerdefinierte Dimension?
Dein Blog schickt bei jedem Aufruf den Namen des Autors an GA4. Trotzdem findest du ihn in keinem Bericht. Warum? Weil GA4 das Merkmal erst auswertet, wenn du es als benutzerdefinierte Dimension registrierst.
Eine Dimension beschreibt etwas: Land, Gerät, Seite. Solche Merkmale bringt GA4 mit. Alles, was nur dein Geschäft betrifft, legst du selbst an. Das kann der Tarif eines Kunden sein, die Produktfarbe oder der Typ eines Formulars.
Welchen Bereich brauchst du?
Beim Anlegen wählst du einen Bereich. Das ist die wichtigste Entscheidung, denn sie legt fest, worauf sich das Merkmal bezieht. Nach dem Speichern kannst du Bereich und Parameter nicht mehr ändern.
Bereich
Beschreibt
Ereignis
eine einzelne Aktion, etwa den Linkklick oder das Video
Nutzer
die Person, etwa den Beruf oder den Tarif
Artikel
ein Produkt im Warenkorb, etwa Farbe oder Größe
Einen Bereich für Sitzungen findest du in dieser Liste nicht. Artikel-Dimensionen haben eine Besonderheit: Du kannst sie nicht in Standardberichte einfügen, sondern nur in Explorationen im freien Format und in Zielgruppen nutzen.
So legst du sie an
Eine benutzerdefinierte Dimension besteht aus zwei Hälften. Dein Code oder der Google Tag Manager sendet den Parameter, und GA4 registriert ihn. Eine Hälfte allein bringt nichts.
- Parameter senden. Schick ihn als Ereignisparameter mit, im Tag Manager oder per gtag.js.
- Ankunft prüfen. Sieh im Echtzeitbericht oder in DebugView nach, ob er wirklich ankommt.
- Registrieren. Geh in GA4 auf Verwaltung, Datenanzeige, Benutzerdefinierte Definitionen und klick auf „Benutzerdefinierte Dimension erstellen“. Du brauchst dafür mindestens die Rolle „Bearbeiter“.
- Felder füllen. Gib Namen und Bereich an und trag den Parameternamen exakt so ein, wie er im Code steht.
- Warten. In Berichten taucht die Dimension laut Google 24 bis 48 Stunden später auf.
Diese Limits solltest du kennen
Dein Kontingent ist begrenzt. In der Standardversion von GA4 gelten diese Werte, in der kostenpflichtigen Version 360 steht jeweils mehr zur Verfügung (Stand November 2026, laut Google-Hilfe):
Bereich
Standard / 360
Ereignis
50 / 125
Nutzer
25 / 100
Artikel
10 / 25
Hast du das Limit erreicht, musst du erst löschen und dann 48 Stunden warten, bevor du eine neue Dimension anlegen kannst. Auch der Inhalt ist begrenzt: Ein Parameterwert darf 100 Zeichen lang sein, ein Ereignis trägt bis zu 25 Parameter.
Das zweite Thema heißt Kardinalität, also die Zahl der eindeutigen Werte einer Dimension. Als hoch gelten laut Google mehr als 500 eindeutige Werte pro Tag, und das ist ausdrücklich nur ein Richtwert. Sprengt ein Bericht sein Zeilenlimit, behält GA4 die häufigsten Werte und packt den Rest in die Sammelzeile „Sonstiges“. Genau dort verschwinden dann deine Details.
Häufige Fehler
Fehler 1 · IDs und Zeitstempel als Dimension
Nutzer-IDs, Sitzungs-IDs oder Zeitstempel haben fast nur eindeutige Werte. Google rät davon ab: Die Berichte werden schlechter und füllen „Sonstiges“. Für die Nutzerkennung gibt es die eigene Funktion User-ID.
Fehler 2 · Registrieren, was es schon gibt
Land, Gerät oder Browser liefert GA4 selbst. Auch vordefinierte Parameter wie die Transaktions-ID musst du nicht anlegen. Eine überflüssige Dimension verbraucht trotzdem Kontingent.
Fehler 3 · Tippfehler im Parameternamen
„Autor“ im Formular und „autor“ im Code passen nicht zusammen. Korrigieren lässt sich das nach dem Speichern nicht, du legst neu an. Prüf den Namen deshalb vorher im Echtzeitbericht.
Fehler 4 · Eine Dimension je Ereignis anlegen
Nutzen mehrere Ereignisse denselben Parameter, reicht eine Registrierung. Wer sie je Ereignis wiederholt, verschwendet Kontingent.
Fehler 5 · Personenbezogene Daten senden
Namen oder E-Mail-Adressen haben in GA4 nichts zu suchen. Google verbietet das ausdrücklich und nennt benutzerdefinierte Dimensionen als Risikostelle. Eine Klartext-Mail im Parameter ist schnell gesendet und schlecht zu reparieren.
Häufige Fragen
Wie viele benutzerdefinierte Dimensionen kann ich in GA4 anlegen?
In der Standardversion 50 im Ereignisbereich, 25 im Nutzerbereich und 10 im Artikelbereich. GA4 360 erlaubt 125, 100 und 25. Den aktuellen Stand findest du in deiner Property unter den benutzerdefinierten Definitionen.
Warum sehe ich meine benutzerdefinierte Dimension nicht in den Berichten?
Meist fehlt noch Zeit: Google nennt 24 bis 48 Stunden. Kommt danach nichts, prüf im Echtzeitbericht, ob der Parameter ankommt und exakt so heißt wie in der Registrierung.
Was ist der Unterschied zwischen Ereignisparameter und benutzerdefinierter Dimension?
Der Ereignisparameter ist das Datum, das mit dem Ereignis mitgeschickt wird. Die Dimension macht ihn in der Oberfläche auswertbar. Ohne Registrierung taucht er nicht in deinen Berichten auf.
Welchen Bereich soll ich wählen?
Frag dich, worauf sich das Merkmal bezieht. Auf eine einzelne Aktion: Ereignis. Auf die Person: Nutzer. Auf ein Produkt im E-Commerce-Ereignis: Artikel. Prüf das vor dem Speichern, ändern lässt es sich danach nicht.
Darf ich Kundennummern als Dimension speichern?
Lass es. Kundennummern sind IDs mit fast nur eindeutigen Werten, davon rät Google ab, und sie können personenbezogen sein. Für die Nutzerkennung ist die Funktion User-ID gedacht.
Quellen
- Google Analytics-Hilfe: Benutzerdefinierte Dimensionen und Messwerte
- Google Analytics-Hilfe: Bereich benutzerdefinierter Dimensionen
- Google Analytics-Hilfe: Ereignisbezogene Dimension anlegen
- Google Analytics-Hilfe: Artikelbezogene Dimension anlegen
- Google Analytics-Hilfe: Die Zeile (other)
- Google Analytics-Hilfe: Erfassungsgrenzen für Ereignisse
- Google Analytics-Hilfe: Personenbezogene Daten vermeiden