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Bleistiftskizze: Orangefarbene Hochsprunglatte auf zwei Ständern, links von Kisten gestützt, rechts läuft eine Figur an, als Bild für die ROAS-Schwelle
KPIs & Rechner

Break-even-ROAS

Die Latte, über die deine Anzeigen springen müssen. Der Break-even-ROAS sagt dir, ab welchem Werbe-Umsatz du kein Geld mehr verbrennst — und er hängt allein an deiner Marge.

Auch bekannt alsBreak Even ROASBreakeven-ROAS

6 Min

Lesezeit

28.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist der Break-even-ROAS?

Dein Dashboard zeigt einen ROAS von 3. Klingt gut — aber verdienst du damit Geld? Genau das beantwortet der Break-even-ROAS.

Er ist die Schwelle, ab der sich deine Werbung trägt. Der Umsatz aus Anzeigen deckt dann genau die Werbekosten und alle variablen Kosten der Bestellungen: Ware, Versand, Zahlungsgebühren. Es bleibt weder Gewinn noch Verlust. Liegt dein tatsächlicher ROAS darüber, verdient die Kampagne Geld, bevor die Fixkosten kommen. Liegt er darunter, kaufst du dir Umsatz mit Verlust.

So berechnest du den Break-even-ROAS

Formel

Break-even-ROAS = 1 ÷ Marge

Beispiel: 40 % Marge → 1 ÷ 0,4 = 2,5. Jeder Werbe-Euro muss 2,50 € Umsatz bringen.

Die Rechnung ist trivial. Die Frage ist: Welche Marge? Amazon Ads rechnet mit der Bruttomarge, also Umsatz minus Wareneinsatz. Shopify zieht zusätzlich Versand, Verpackung, Zahlungsgebühren und Pick-and-Pack ab. Das ist sauberer, denn diese Kosten fallen pro Bestellung an.

  • Rein in die Marge: Wareneinsatz, Versand, Verpackung, Zahlungsgebühren, Rabatte, Kosten für Retouren.
  • Raus aus der Marge: Fixkosten wie Miete, Gehälter, Software — die laufen auch ohne Bestellung.
  • Ergebnis: Im Grunde ist das der Deckungsbeitrag vor Werbung, geteilt durch den Umsatz.

Marge

Break-even-ROAS

60 %

1,67 (167 %)

50 %

2,0 (200 %)

40 %

2,5 (250 %)

30 %

3,33 (333 %)

20 %

5,0 (500 %)

Achte auf die Einheit: Google Ads erwartet den Ziel-ROAS in Prozent (5 € Umsatz pro Werbe-Euro = 500 %), Meta arbeitet beim Mindest-ROAS mit Faktoren. Ein Break-even von 2,5 heißt in Google Ads also 250 %.

Warum ein hoher ROAS kein Gewinn sein muss

Amazon Ads rechnet dazu ein Beispiel vor, das jeder Werbetreibende kennen sollte. Händler A erreicht einen ROAS von 3, hat aber nur 20 % Marge. Bei 1.000 USD Werbung macht er 3.000 USD Umsatz, davon bleiben 600 USD Rohertrag — 400 USD Verlust. Händler B schafft nur ROAS 2, aber mit 60 % Marge: 2.000 USD Umsatz, 1.200 USD Rohertrag, 200 USD Gewinn.

Der schlechtere ROAS gewinnt. Deshalb taugen Branchen-Benchmarks für den ROAS wenig. Entscheidend ist deine eigene Schwelle.

Beispiele aus der Praxis

Zwei Rechenbeispiele mit echten Bezugszahlen. Die Margen nach Retouren sind Annahmen — setz deine eigenen ein.

Case A · Mode-Shop

Bruttomarge hoch, Retouren auch

56,9 %

Bruttomarge Bekleidung

30 %

Marge nach Retouren (Annahme)

Break-even-ROAS = 1 ÷ 0,30 = 3,33 statt 1,76

Nur mit Bruttomarge gerechnet, hielte der Shop einen ROAS von 2 für profitabel — und verliert Geld.

Case B · Elektronik

Niedrige Marge, kaum Retouren

33,2 %

Bruttomarge Einzelhandel

20 %

Marge nach Versand, Gebühren (Annahme)

Break-even-ROAS = 1 ÷ 0,20 = 5,0

Wenig Retouren helfen, aber die dünne Marge legt die Latte hoch.

Die Bruttomargen stammen aus dem Datensatz von Aswath Damodaran (NYU Stern, Januar 2026) und gelten für US-Börsenunternehmen — ein Richtwert, keine Zahl für deutsche Shops. Bei den Retouren zeigt eine EHI-Befragung von 2025, wie stark Mode betroffen ist: Rund jeder vierte Mode-Händler bekommt 36 bis 50 % der Bestellungen zurück, bei Elektronik liegen die meisten Händler bei höchstens 10 %.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Nur mit der Bruttomarge rechnen

Versand, Zahlungsgebühren und Rabatte fehlen, die Marge sieht größer aus, der Break-even-ROAS kommt zu niedrig raus. Du hältst Kampagnen für profitabel, die es nicht sind.

Fehler 2 · Retouren vergessen

Google und Meta melden den Bestellwert zum Kaufzeitpunkt. Was später zurückkommt, steht nicht im ROAS. Bei Mode kann das ein Drittel des Umsatzes sein.

Fehler 3 · ROAS 1 für die Gewinnschwelle halten

Bei einem ROAS von 1 holst du nur die Werbekosten zurück. Ware, Versand und Gebühren sind noch nicht bezahlt. Die echte Schwelle liegt bei 1 ÷ Marge — fast immer deutlich über 1.

Fehler 4 · Alle Produkte über einen Kamm scheren

Hat dein Sortiment sehr unterschiedliche Margen, gibt es nicht den einen Break-even-ROAS. Rechne je Produktgruppe und trenn die Kampagnen danach.

So setzt du ihn ein

  • Marge sauber ermitteln: Bestellwert minus aller variablen Kosten je Bestellung, Retourenquote eingerechnet.
  • Break-even ausrechnen und daneben schreiben, wie viel Gewinn du willst. Dein Ziel-ROAS liegt darüber.
  • In Google Ads den Ziel-ROAS in Prozent eintragen, bei Meta den Mindest-ROAS als Faktor.
  • Noch besser: Gewinn statt Umsatz als Conversion-Wert melden. Google Ads kann mit Warenkorbdaten und den Selbstkosten aus dem Merchant Center den Bruttogewinn ausweisen. Dann rechnest du direkt mit Profit on Ad Spend, und der Break-even liegt bei 1.

Häufige Fragen

Wie berechne ich meinen Break-even-ROAS?

Teile 1 durch deine Marge als Dezimalzahl. Bei 25 % Marge sind das 1 ÷ 0,25 = 4. Jeder Werbe-Euro muss also mindestens 4 € Umsatz bringen, damit du nicht draufzahlst.

Welche Kosten gehören in die Marge?

Alle Kosten, die pro Bestellung anfallen: Wareneinsatz, Versand, Verpackung, Zahlungsgebühren, Rabatte und Retouren. Fixkosten wie Miete oder Gehälter bleiben draußen, die decken die Gewinne über dem Break-even.

Wie trage ich den Wert in Google Ads ein?

Als Prozentwert. Ein Break-even-ROAS von 2,5 entspricht einem Ziel-ROAS von 250 %. Wenn du Gewinn willst, setz den Ziel-ROAS entsprechend höher an.

Was ist der Unterschied zum Break-even-ACoS?

ACoS ist bei Amazon der Kehrwert des ROAS: Werbekosten geteilt durch Werbeumsatz. Der Break-even-ACoS entspricht deiner Marge. Bei 40 % Marge liegt er bei 40 %, der Break-even-ROAS bei 2,5.

Darf eine Kampagne unter dem Break-even-ROAS laufen?

Ja, wenn du es bewusst entscheidest — zum Beispiel für Neukunden, die später wiederkaufen. Dann rechne mit dem Wert über die ganze Kundenbeziehung und prüfe regelmäßig, ob die Wiederkäufe wirklich kommen.

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