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Bleistiftskizze zum Begriff Profit on Ad Spend
KPIs & Rechner

Profit on Ad Spend

POAS

Umsatz ist nicht Gewinn. Der Profit on Ad Spend fragt deshalb nicht, wie viel Umsatz ein Werbe-Euro bringt, sondern wie viel Rohertrag übrig bleibt. Dieselbe Kampagne kann beim ROAS glänzen und beim POAS Geld verbrennen.

Auch bekannt alsGewinn je Werbe-Euro

5 Min

Lesezeit

27.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist Profit on Ad Spend?

Profit on Ad Spend, kurz POAS, beantwortet eine ehrlichere Frage als der ROAS: Wie viel Rohertrag bleibt von jedem Werbe-Euro hängen?

Der ROAS rechnet mit dem Umsatz. Für ein Produkt mit 60 % Marge und eins mit 20 % Marge kann er denselben Wert zeigen — obwohl das eine Geld verdient und das andere nicht. Der POAS nimmt stattdessen den Bruttogewinn, also den Umsatz minus die Kosten der verkauften Ware.

Wie wird der POAS berechnet?

Standard-Formel

POAS = Bruttogewinn ÷ Werbekosten

Beispiel: 600 € Bruttogewinn bei 250 € Werbekosten → POAS = 2,4

Der entscheidende Punkt ist, was im Bruttogewinn steckt. Hier rechnet jeder anders:

  • Rohertrag: Umsatz minus Wareneinsatz. So rechnet Google Ads, wenn du im Merchant Center die Selbstkosten je Produkt hinterlegst.
  • Deckungsbeitrag: zusätzlich minus Versand, Zahlungsgebühren und Verpackung. So rechnet ProfitMetrics.
  • Mit Retouren: zusätzlich minus Rücksendekosten — im Modehandel oft der größte Posten.

Je mehr Kosten du abziehst, desto kleiner wird der POAS — und desto näher an der Wahrheit. Leg einmal fest, was drin ist, und bleib dabei.

POAS und ROAS im Vergleich

Zwei Produkte, je 1.000 € Umsatz aus 250 € Werbung. Der ROAS ist bei beiden 4,0. Der POAS zeigt, was wirklich passiert:

Rechnung A · hohe Marge

Eigenmarke, 60 % Marge

4,0

ROAS

600 €

Bruttogewinn

POAS = 600 ÷ 250 = 2,4

Gewinnschwelle beim ROAS läge bei 1,67 — weit drüber. Hier lohnt sich mehr Budget.

Rechnung B · niedrige Marge

Handelsware, 20 % Marge

4,0

ROAS

200 €

Bruttogewinn

POAS = 200 ÷ 250 = 0,8

Jeder Werbe-Euro bringt nur 80 Cent Rohertrag. Die Gewinnschwelle beim ROAS läge bei 5,0.

Bei gleichbleibender Marge kannst du umrechnen: POAS = ROAS × Marge. Zur Einordnung: Börsennotierte US-Händler kamen laut den Branchendaten des Finanzprofessors Aswath Damodaran (NYU, Januar 2026) im Schnitt auf rund 33 % Bruttomarge, der Lebensmittelhandel auf 26 %, Bekleidungshersteller auf 57 %. Für deinen Shop zählt aber nur deine eigene Marge.

POAS in Google Ads nutzen

Google Ads kann seit 2024 auf Gewinn statt Umsatz optimieren. Dafür brauchst du zwei Dinge:

  • Selbstkosten im Feed: das Attribut cost_of_goods_sold je Produkt im Merchant Center.
  • Conversions mit Warenkorbdaten: Das Tracking übermittelt, welche Produkte im Warenkorb lagen. Die Artikel-IDs müssen exakt zum Feed passen.

Dann trägst du als Ziel-ROAS einen Gewinnwert ein statt eines Umsatzwerts. Alternativ schicken Tools wie ProfitMetrics, Elevar oder Mable direkt den Gewinn je Bestellung als Conversion-Wert an Google und Meta. In Shopify siehst du den Rohertrag in den Gewinn-Berichten, sobald du für jedes Produkt den Einkaufspreis hinterlegst.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Das alte Ziel behalten

Wer von Umsatz auf Gewinn umstellt, muss das Ziel neu setzen. Ein Ziel-ROAS von 400 % auf Umsatzbasis entspricht bei 30 % Marge einem Gewinnziel von 120 %. Bleibt die alte Zahl stehen, bremst die Gebotsstrategie die Kampagne aus.

Fehler 2 · Lücken bei den Selbstkosten

Produkte ohne hinterlegte Kosten fallen bei Google aus der Gewinnrechnung. Pflege die Kosten für das ganze Sortiment, bevor du auf Gewinn optimierst — sonst verzerrst du die Gebote.

Fehler 3 · POAS-Werte verschiedener Tools vergleichen

Ein POAS von 1,5 mit Rohertrag ist etwas anderes als 1,5 mit Deckungsbeitrag und Retouren. Vergleiche nur Werte, die gleich gerechnet sind.

Fehler 4 · POAS mit Nettogewinn verwechseln

Miete, Gehälter und Software stecken nicht im POAS. Ein POAS von 1 heißt: Ware und Werbung sind bezahlt. Ob am Monatsende etwas übrig bleibt, entscheidet erst der Rest. Plane deshalb deutlich über 1.

Wann sich der Umstieg lohnt

Der POAS lohnt sich vor allem, wenn dein Sortiment sehr unterschiedliche Margen hat. Verkaufst du nur ein Produkt mit fester Marge, zeigt der ROAS dasselbe Bild, nur anders skaliert.

Häufige Fragen

Was ist ein guter POAS?

Alles über 1 heißt: Die Werbung hat mehr Rohertrag gebracht, als sie gekostet hat. Weil Fixkosten noch nicht drin sind, sollte der Wert spürbar darüber liegen. Wie weit, hängt davon ab, welche Kosten du im Bruttogewinn schon abgezogen hast.

Wie rechne ich ROAS in POAS um?

Bei fester Marge gilt: POAS = ROAS × Marge. Ein ROAS von 5 bei 30 % Marge ergibt einen POAS von 1,5. Hat dein Sortiment unterschiedliche Margen, musst du je Bestellung mit dem echten Gewinn rechnen.

Warum liegt der Break-even beim POAS bei 1, beim ROAS aber höher?

Der POAS hat die Warenkosten schon abgezogen. Bei 1 deckt der Rohertrag genau die Werbung. Der ROAS rechnet mit Umsatz, davon geht noch die Ware ab. Deshalb liegt seine Gewinnschwelle bei 1 ÷ Marge, bei 50 % Marge also bei 2.

Kann Google Ads direkt auf Gewinn bieten?

Ja, wenn du im Merchant Center die Selbstkosten je Produkt hinterlegst und Conversions mit Warenkorbdaten misst. Dann trägst du als Ziel einen Gewinnwert ein. Ohne diese Daten optimiert Google weiter auf Umsatz.

Gehören Versand und Retouren in den POAS?

Am besten ja, denn sie gehören zu jeder Bestellung. Google rechnet aber nur mit den Warenkosten. Wenn du Versand und Retouren einbeziehen willst, schick den Gewinn je Bestellung selbst als Conversion-Wert oder nutz ein Tool dafür.

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