Was ist Claude?
Du schreibst „Mach mir aus diesen Notizen einen Newsletter“, und Sekunden später steht ein Entwurf da. Bei Claude kommt diese Antwort von Anthropic, einem US-KI-Unternehmen. Claude ist zweierlei: eine Familie großer Sprachmodelle und der Assistent, mit dem du sie benutzt.
Anthropic beschreibt Claude als „family of state-of-the-art large language models“. Den Assistenten erreichst du über claude.ai im Browser, über Desktop-Apps für macOS und Windows und über Apps für iOS und Android. Über eine Programmierschnittstelle (API) bauen Firmen Claude auch in eigene Software ein, direkt oder über Amazon, Google Cloud und Microsoft.
Anthropic hat Claude im März 2023 vorgestellt. Das Unternehmen ist als Public Benefit Corporation organisiert, also als US-Firma mit festgeschriebenem Gemeinwohlauftrag. In Europa sitzt die Zentrale in Dublin, im November 2025 kündigte Anthropic zusätzlich Büros in Paris und München an.
Welche Claude-Modelle gibt es?
Die Versionsnummern wechseln etwa einmal im Jahr, die Familien bleiben. Stand November 2026 sind vier Modelle aktuell, alle mit einem Kontextfenster von einer Million Tokens:
Modell
Wofür
Haiku 5.5
Masse und Tempo: sortieren, auslesen, weiterleiten
Sonnet 5.5
Mittelweg aus Tempo und Können
Opus 5.5
Startpunkt für die meisten Aufgaben, lange Agenten-Läufe
Fable 5.1
Schwierigste Denkaufgaben
Welche Modelle du im Chat bekommst, hängt vom Tarif ab. Über die API zahlst du pro Token, also pro verarbeitetem Textstück: bei Sonnet 5.5 zum Beispiel 2 $ je Million Eingabe-Tokens und 10 $ je Million Ausgabe-Tokens (Stand 7. November 2026, zuzüglich Steuer).
Was kostet Claude?
- Free: 0 $, mit begrenzter Nutzung.
- Pro: 20 $ im Monat, bei Jahreszahlung 17 $.
- Max: 100 $ im Monat, fünfmal so viel Nutzung wie Pro. Ultra: 200 $, zehnmal so viel.
- Team: für 2 bis 150 Personen, ab 20 $ je Platz und Monat bei Jahreszahlung.
- Enterprise: ab 20 Plätzen, plus Nutzung zu API-Preisen.
Alle Preise laut Anthropic in US-Dollar ohne Steuer, Stand 7. November 2026. Für Marketing-Aufgaben reicht zum Einstieg meist Pro; wer täglich viel mit Claude arbeitet, stößt dort aber schnell an die Grenzen.
Wofür nutzt du Claude im Marketing?
Laut Anthropic Economic Index vom März 2026, einer Auswertung von einer Million Gesprächen, ist Programmieren die häufigste Nutzung. Die Nutzung wird aber breiter: Die zehn häufigsten Aufgaben machen nur noch 19 % aus. In einer Nutzerbefragung vom Juni 2026 waren das Erstellen von Marketing-Inhalten zu 80 % und Blogartikel zu 81 % berufliche Nutzung.
- Projekte: eigene Arbeitsbereiche mit Unterlagen, Anweisungen und Verlauf — etwa ein Projekt pro Kampagne mit Styleguide, Zielgruppe und Produktdaten.
- Konnektoren: Claude greift auf Google Drive, Slack und andere Werkzeuge zu. Technisch läuft das über das Model Context Protocol, einen offenen Standard von Anthropic.
- Cowork und Claude Code: Claude als KI-Agent, der Dateien liest und schreibt, Aufgaben plant und zeitgesteuert erledigt — Cowork ohne Kommandozeile, Claude Code für Technik und Automatisierung.
Beispiel A · Anzeigen
Anthropics eigenes Growth-Team
30 Sek.
je Anzeigenvariante
30 Min.
vorher von Hand
Varianten im Sekundentakt statt im Halbstundentakt
Eigenangabe von Anthropic (Januar 2026). Dasselbe Team nennt für Case-Study-Entwürfe 30 Minuten statt 2,5 Stunden.
Beispiel B · Content
HubSpot bündelt Kampagnen in Projekten
bis 40 %
mehr Produktivität bei Web und Content
Hunderte
Claude-Projekte im Unternehmen
Kampagnen-Wissen an einem Ort statt in zehn Chats
Kundenangabe in einer Fallstudie von Anthropic, laut HubSpot nur zum Teil auf Claude zurückzuführen.
Claude und Datenschutz
Für Nutzer in der EU ist Anthropic Ireland verantwortlich. Die Daten gehen in die USA, abgesichert über Standardvertragsklauseln nach der DSGVO. Eine Verarbeitung in Europa bietet Anthropic laut eigener Übersicht über Amazon Bedrock und Google Cloud Vertex AI an — nicht über claude.ai.
In den Privattarifen Free, Pro, Max und Ultra darf Anthropic deine Chats zum Training neuer Modelle nutzen, sofern du das nicht abschaltest. Die Einstellung heißt „Model Improvement“ und liegt in den Datenschutz-Einstellungen. In Team, Enterprise und über die API trainiert Anthropic standardmäßig nicht mit deinen Daten.
Häufige Fehler
Fehler 1 · Claude für ein einziges Modell halten
„Claude hat das nicht hinbekommen“ heißt oft: das kleine Modell im Gratistarif. Prüf, welches Modell gerade läuft, bevor du urteilst — Haiku und Opus spielen in verschiedenen Ligen.
Fehler 2 · Kundendaten in den Privattarif
Pro klingt nach Firma, ist aber ein Privattarif mit Training, wenn du es nicht abschaltest. Kundendaten gehören in Team oder Enterprise mit Vertrag zur Auftragsverarbeitung, sonst anonymisieren.
Fehler 3 · Jeden Konnektor blind verbinden
Anthropic warnt selbst: Fremde, nicht geprüfte Server können versteckte Anweisungen enthalten. Verbinde nur, was du kennst, und gib Schreibrechte nur dort, wo Claude sie wirklich braucht.
Fehler 4 · Ergebnisse ungeprüft übernehmen
Wie jedes Sprachmodell erfindet Claude manchmal Fakten, die überzeugend klingen. Zahlen, Zitate und Quellen prüfst du selbst, bevor etwas rausgeht.
So startest du mit Claude
- Ein Projekt anlegen mit Styleguide, Zielgruppe und zwei, drei guten Beispieltexten.
- Datenschutz einstellen: im Privattarif das Training abschalten, im Team-Tarif Regeln für Kundendaten festlegen.
- Eine Routineaufgabe abgeben, zum Beispiel Social-Posts aus dem Blogartikel, und das Ergebnis eine Woche lang gegenlesen.
- Erst dann Werkzeuge anbinden und ausbauen, was sich bewährt hat.
Häufige Fragen
Ist Claude kostenlos?
Ja, es gibt einen kostenlosen Tarif mit begrenzter Nutzung. Pro kostet 20 $ im Monat, bei Jahreszahlung 17 $, jeweils ohne Steuer (Stand November 2026). Für mehr Nutzung gibt es Max und Ultra, für Firmen Team und Enterprise.
Welches Claude-Modell soll ich nehmen?
Anthropic empfiehlt Opus als Startpunkt für die meisten Aufgaben. Haiku ist schnell und günstig für große Mengen, Sonnet der Mittelweg, Fable für sehr schwierige Aufgaben. Im Chat wählst du das Modell in der Eingabezeile.
Nutzt Anthropic meine Chats zum Training?
In den Privattarifen ja, sofern du es nicht abschaltest. Die Einstellung „Model Improvement“ findest du in den Datenschutz-Einstellungen von claude.ai. In Team, Enterprise und über die API trainiert Anthropic standardmäßig nicht mit deinen Daten.
Was ist der Unterschied zwischen Claude, Claude Code und Cowork?
Claude ist der Assistent mit den Modellen dahinter. Claude Code ist ein Agent für Technik, der Code liest, Dateien ändert und Befehle ausführt. Cowork nutzt dieselbe Technik in der Desktop-App für Büroarbeit, ganz ohne Kommandozeile.
Was sind Konnektoren in Claude?
Verbindungen zu anderen Werkzeugen wie Google Drive oder Slack. Claude kann darüber Dateien lesen oder Aufgaben ausführen. Technisch laufen sie über das Model Context Protocol. Verbinde nur Dienste, denen du vertraust.
Quellen
- Anthropic: Models overview
- Anthropic: Introducing Claude (2023)
- Claude: Preise und Tarife
- Anthropic Privacy Center: Is my data used for model training?
- Anthropic: Privacy Policy
- Claude-Hilfe: What are projects?
- Claude-Hilfe: Custom Connectors mit Remote MCP
- Claude-Hilfe: Erste Schritte mit Claude Cowork
- Anthropic Economic Index: Learning curves (März 2026)
- Anthropic Economic Index: Cadences (Juni 2026)