Was ist die Click-to-Open-Rate?
Dein Newsletter wurde 2.000-mal geöffnet, aber nur 280 Leute haben geklickt. Ist das gut oder schlecht? Die Antwort liefert die Click-to-Open-Rate, kurz CTOR.
Sie setzt die Klicks ins Verhältnis zu den Öffnungen, nicht zu allen Empfängern. Damit beantwortet sie eine ganz bestimmte Frage: Hat der Inhalt überzeugt, nachdem jemand die Mail aufgemacht hat? Ob die Betreffzeile gut war, sagt sie dir nicht — das misst die Öffnungsrate.
Je nach Tool heißt die Kennzahl anders. Inxmail nennt sie „effektive Klickrate“, Brevo „Click-To-Open-Rate“. Vorsicht bei HubSpot: Dort heißt sie „Click-through rate“, während HubSpots „Click rate“ durch alle Empfänger teilt. Schau deshalb immer, was im Nenner steht.
Wie wird sie berechnet?
Standard-Formel
CTOR = eindeutige Klicks ÷ eindeutige Öffnungen × 100
Beispiel: 280 Klicks bei 2.000 Öffnungen → CTOR = 14 %
„Eindeutig“ heißt: Jeder Empfänger zählt einmal, egal wie oft er öffnet oder klickt. Wer Gesamtklicks durch eindeutige Öffnungen teilt, rechnet sich die Zahl schön.
Kennst du schon Klickrate und Öffnungsrate, geht es auch so: CTOR = Klickrate ÷ Öffnungsrate × 100. Beide müssen sich dann auf dieselben zugestellten Mails beziehen.
- Eindeutige Klicks: im Kampagnenbericht deines Newsletter-Tools, meist als „Klicker“ oder „unique clicks“.
- Eindeutige Öffnungen: ebenda, oft mit Option, automatische Öffnungen herauszufiltern.
Was ist eine gute Click-to-Open-Rate?
Für den deutschsprachigen Raum gibt der E-Mail-Marketing-Benchmark von Inxmail einen guten Anhaltspunkt. Basis: 4 Milliarden Mails von 1.022 Absendern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Jahr 2025, angegeben als Median.
DACH 2025 (Median)
Wert
Öffnungsrate
24,1 %
Klickrate
3,3 %
Effektive Klickrate
14,8 %
Globale Benchmarks liegen oft deutlich darunter. Der internationale E-Mail-Benchmark der GDMA nennt für 2026 eine CTOR von 7,7 %. Das ist kein Widerspruch, sondern Methodik: Median gegen Durchschnitt, DACH gegen 61 Länder, mit oder ohne Filter für automatische Öffnungen. Vergleich dich deshalb vor allem mit dir selbst.
Warum Apple Mail die CTOR drückt
Seit iOS 15 im Jahr 2021 gibt es bei Apple die Mail Privacy Protection. Apple Mail lädt Inhalte standardmäßig im Hintergrund, auch wenn niemand die Mail öffnet. Für dein Newsletter-Tool sieht das aus wie eine Öffnung.
Das bläht den Nenner der CTOR auf — und sie sinkt, obwohl deine Leser genauso oft klicken wie vorher. Wie groß der Effekt ist, zeigt Litmus: Im September 2026 entfielen gut 76 % aller gemessenen Öffnungen auf Apple-Programme.
Case A · Vorher/Nachher
Messreihe vor und nach Apples Änderung
16,7 → 19,0 %
Öffnungsrate
7,9 → 6,0 %
CTOR
Mehr „Öffnungen“, weniger CTOR — bei gleichem Leseverhalten
Daten von GMass, rund 250.000 Kampagnen, Mai 2021 gegenüber Mai 2022.
Case B · Branchenvergleich
Kultur gegen Gesamtmarkt in DACH
36,5 %
effektive Klickrate Kultur
14,8 %
Median alle Branchen
Treue Fans klicken mehr als doppelt so oft
Inxmail-Benchmark 2026 (Daten 2025). Branche und Liste machen mehr aus als jede Faustregel.
Häufige Fehler
Fehler 1 · CTOR und Klickrate verwechseln
Die Klickrate teilt durch zugestellte Mails, die CTOR durch Öffnungen. 3 % Klickrate und 14 % CTOR können dieselbe Kampagne beschreiben. Wer die Zahlen mischt, vergleicht Äpfel mit Birnen.
Fehler 2 · Werte über Jahre und Tools hinweg vergleichen
Eine CTOR von 2020 ist nicht mit einer von heute vergleichbar — Apple hat dazwischen die Öffnungen verändert. Auch Tools ändern ihre Zählweise: Brevo zählt laut eigener Hilfe seit 2025 Apple-Öffnungen und Bot-Aktivität mit, beides lässt sich filtern. Notier dir, mit welchen Einstellungen du misst.
Fehler 3 · Die CTOR allein lesen
Eine hohe CTOR bei sehr niedriger Öffnungsrate kann heißen: kleine, treue Leserschaft — oder ein Betreff, der fast alle verschreckt. Lies CTOR, Klickrate und Öffnungsrate immer zusammen.
So verbesserst du die CTOR
- Ein Hauptziel je Mail: Ein klarer Call to Action schlägt zehn gleichwertige Links.
- Betreff hält, was er verspricht: Wer wegen des Betreffs öffnet, muss das Versprochene sofort finden.
- Wichtiges nach oben: Viele lesen nur den ersten Bildschirm.
- Segmentieren: Inhalte, die zur Gruppe passen, werden öfter geklickt.
- Automatische Öffnungen herausfiltern: Dann zeigt die CTOR wieder ehrlicher, was dein Inhalt leistet.
Häufige Fragen
Was ist eine gute Click-to-Open-Rate?
Im DACH-Raum lag der Median 2025 laut Inxmail bei 14,8 %. Globale Studien zeigen niedrigere Werte, weil sie anders rechnen. Am aussagekräftigsten ist der Vergleich mit deinen eigenen früheren Kampagnen.
Was ist der Unterschied zwischen CTOR und Klickrate?
Die Klickrate bezieht die Klicks auf alle zugestellten Mails, die CTOR nur auf die geöffneten. Die Klickrate bewertet die ganze Kampagne, die CTOR nur den Inhalt nach dem Öffnen.
Warum ist meine CTOR seit 2021 gesunken?
Wahrscheinlich wegen Apples Mail Privacy Protection. Apple Mail lädt Mails im Hintergrund und erzeugt so Öffnungen ohne Leser. Mehr Öffnungen im Nenner heißt niedrigere CTOR.
Sollte ich automatische Öffnungen herausfiltern?
Für die CTOR ja, wenn dein Tool das kann — Mailchimp, Klaviyo und Brevo bieten Filter an. Ganz sauber trennen lässt es sich laut Klaviyo trotzdem nicht. Wichtig ist, dass du immer gleich filterst.
Heißt die CTOR in meinem Tool anders?
Gut möglich: „effektive Klickrate“ bei Inxmail und Brevo, „Click-through rate“ bei HubSpot. Mailchimp weist laut Hilfe keine eigene CTOR aus — dort rechnest du Klickrate ÷ Öffnungsrate.