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Bleistiftskizze: Kunde reicht über eine Theke eine einzelne orange Karte aus seiner Geldbörse an einen Verkäufer mit offener Hand, als Bild für Client Hints
SEO

Client Hints

Der User-Agent-String verrät immer weniger. Client Hints sind sein Nachfolger: Angaben zu Browser und Gerät, die eine Website gezielt anfragen muss.

Auch bekannt alsUser-Agent Client HintsUA-CH

4 Min

Lesezeit

04.11.2026

Letzte Aktualisierung

Was sind Client Hints?

Dein Analytics meldet „Windows 10“, obwohl der halbe Kundenstamm längst Windows 11 nutzt? Das liegt nicht an einem Fehler im Tool, sondern an Client Hints. Laut MDN, der Web-Dokumentation von Mozilla, sind das HTTP-Header, die ein Server aktiv beim Browser anfordern kann — etwa zu Gerät, Browser, Netzverbindung oder Nutzerwünschen.

Der wichtigste Teil sind die User-Agent Client Hints. Sie sollen den alten User-Agent-String ablösen, den Browser bei jeder Anfrage ungefragt mitschicken. Ziel ist laut Spezifikation, die passive Angriffsfläche für Fingerprinting zu verkleinern, also die Wiedererkennung von Nutzern ohne Cookies.

So funktionieren Client Hints

Chromium-Browser schicken drei Hints mit wenig Information automatisch bei jeder HTTPS-Anfrage mit:

Header

Inhalt

Sec-CH-UA

Browser und Hauptversion

Sec-CH-UA-Mobile

Handy ja oder nein

Sec-CH-UA-Platform

Betriebssystem

Alles Genauere, etwa die vollständige Browserversion, die Betriebssystem-Version oder das Gerätemodell, muss der Server anfordern. Dafür schickt er in seiner Antwort den Header Accept-CH, und der Browser liefert die Angaben bei den nächsten Anfragen mit. Mit Critical-CH lädt der Browser die Seite sofort ein zweites Mal mit den nötigen Angaben. Im Browser selbst liest JavaScript sie über navigator.userAgentData.

Fremde Dienste wie ein CDN oder ein Tracking-Skript bekommen die Angaben nur, wenn die Seite sie per Permissions-Policy ausdrücklich freigibt. Über unverschlüsselte Verbindungen gibt es gar keine Client Hints.

Warum der User-Agent immer weniger verrät

Chrome hat den User-Agent-String schrittweise eingefroren. Laut Chromium-Projekt war die Umstellung im Mai 2023 auf allen Geräten abgeschlossen. Seitdem stehen dort feste Werte:

  • Browserversion: nur noch die Hauptversion, der Rest fest auf „0.0.0“.
  • Android: Version fest auf „10“, Gerätemodell fest auf „K“.
  • Windows: Windows 11 erscheint weiter als „Windows NT 10.0“.

Microsoft · Windows 11

Nur per Client Hint erkennbar

1.0.0–10.0.0

Windows 10

ab 13.0.0

Windows 11

Unterscheidung über Sec-CH-UA-Platform-Version

Microsoft passt den User-Agent-String für Windows 11 ausdrücklich nicht an. Firefox liefert den Wert nicht.

Adobe Analytics

Gerätedaten nur mit Freigabe

Okt. 2022

Desktop-String eingefroren

März 2023

Adobe nutzt Client Hints

Genaue Versionen erst nach Einschalten der erweiterten Hints

Die Erfassung der Hints mit viel Information ist bei Adobe standardmäßig aus.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Client Hints für überall verfügbar halten

Firefox und Safari liefern keine User-Agent Client Hints. Wer Gerät oder Browser erkennen muss, braucht weiter den User-Agent-String als Rückfallebene.

Fehler 2 · Den eingefrorenen String weiter auswerten

Ein Android-Modell „K“ oder eine Unterversion „0.0.0“ sind Platzhalter, keine Daten. Wer Berichte nach Gerätemodell oder Betriebssystem-Version baut, misst bei Chrome-Nutzern nur noch Konstanten.

Fehler 3 · Den Cache vergessen

Liefert dein Server je nach Hint unterschiedliche Inhalte aus, gehört der Hint laut MDN in den Vary-Header. Aber Vorsicht: Oft wechselnde Werte wie Netzgeschwindigkeit machen Seiten praktisch uncachebar.

Fehler 4 · Datenschutzfreundlich heißt einwilligungsfrei

Der Europäische Datenschutzausschuss nennt in seinen Leitlinien 2/2023 HTTP-Header wie den User-Agent ausdrücklich: Werden sie genutzt, um Informationen zu sammeln, etwa für Fingerprinting, kann die Einwilligungspflicht aus der ePrivacy-Richtlinie greifen. Das gilt für Client Hints mit viel Information genauso. Keine Rechtsberatung — sprich das mit deiner Datenschutzberatung ab.

Was das für SEO und Analytics heißt

Für SEO musst du an Client Hints meist nichts ändern. Google empfiehlt für Mobile-First-Indexing responsives Design. Wer Dynamic Serving nutzt, also je nach Gerät anderes HTML ausliefert, erkennt Geräte laut Google über den User-Agent und setzt Vary: User-Agent. Ob Googlebot Client Hints sendet, sagt Google nicht. Erkennen solltest du Googlebot ohnehin nicht am String, sondern per DNS-Prüfung.

  • Analytics prüfen: Zeigt dein Tool Betriebssystem-Versionen und Gerätemodelle noch plausibel an?
  • Nur anfordern, was du brauchst: Jeder zusätzliche Hint ist ein Datenpunkt mehr für Fingerprinting.
  • Testen: In den Chrome-DevTools siehst du die Header im Netzwerk-Tab, in der Konsole liefert navigator.userAgentData die Werte.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen User-Agent und Client Hints?

Der User-Agent ist ein Text, den der Browser bei jeder Anfrage ungefragt mitschickt. Client Hints sind einzelne Header, die der Server gezielt anfordert und der Browser bewusst herausgibt.

Warum zeigt mein Analytics Windows 11 als Windows 10 an?

Weil der User-Agent-String Windows 11 weiterhin als „Windows NT 10.0“ meldet. Unterscheiden lassen sich beide nur über den Client Hint Sec-CH-UA-Platform-Version.

Funktionieren Client Hints in Firefox und Safari?

Die User-Agent Client Hints nicht. Sie gibt es nur in Chromium-Browsern wie Chrome, Edge und Opera.

Brauche ich für Client Hints eine Einwilligung?

Das hängt vom Zweck ab. Laut Europäischem Datenschutzausschuss kann das Auslesen von Headern für Fingerprinting einwilligungspflichtig sein. Für die Auslieferung der passenden Bildgröße ist das anders zu bewerten. Lass das im Einzelfall prüfen.

Muss ich für SEO etwas an Client Hints ändern?

Meist nicht. Google empfiehlt responsives Design und erwähnt Client Hints in seinen Hinweisen zu Crawlern und Mobile-First-Indexing nicht.

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