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Bleistiftskizze: Figur mit Laptop und Smartphone, je mit Anhänger, der am Handy orange, Sprechblase mit zwei Figuren, als Bild für Client-IDs pro Browser
Tracking & Analytics

Client-ID

Google Analytics zählt keine Menschen, sondern Browser. Das Etikett, das jeder Browser dafür bekommt, ist die Client-ID — und sie erklärt, warum deine Nutzerzahlen nie ganz stimmen.

Auch bekannt alsClient ID

5 Min

Lesezeit

08.11.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist die Client-ID?

Wie weiß Google Analytics eigentlich, dass du gestern schon mal da warst? Über die Client-ID. Beim ersten Besuch würfelt GA4 eine zufällige Kennung aus und legt sie im Cookie _ga ab. Kommst du wieder, liest GA4 sie aus und erkennt den Browser wieder.

Google beschreibt sie selbst als pseudonyme Kennung einer Browser-Instanz. Das ist der entscheidende Punkt: Die Client-ID kennt keinen Menschen, kein Gerät, keinen Namen. Sie kennt nur genau diesen Browser auf genau diesem Gerät.

In den GA4-Berichten heißt sie übrigens nicht Client-ID, sondern Device-ID. Auf Websites bekommt die Device-ID ihren Wert aus der Client-ID. In Apps übernimmt eine eigene App-Kennung diese Rolle.

Wie sie aussieht und wie lange sie hält

Öffnest du in den Entwicklertools deines Browsers die Cookies einer Seite mit GA4, findest du _ga mit einem Wert wie GA1.1.1234567890.1700000000. Vorne steht ein Präfix, dahinter die eigentliche Client-ID: eine Zufallszahl und ein Zeitstempel vom ersten Besuch.

Situation

Laufzeit

GA4-Standard

2 Jahre

Chrome

höchstens 400 Tage

Safari

7 Tage ohne Besuch

Bei jedem Besuch verlängert GA4 die Laufzeit standardmäßig. Safari setzt aber eine harte Grenze: Cookies, die per JavaScript gesetzt werden, laufen dort seit 2019 nach spätestens sieben Tagen ab. Wer mit dem iPhone nur einmal im Monat vorbeischaut, ist für GA4 jedes Mal neu.

Client-ID, User-ID, Session-ID

  • Client-ID: vergibt GA4 automatisch, je Browser, über viele Besuche gleich.
  • User-ID: vergibst du selbst, etwa nach dem Login. Sie verbindet Handy und Laptop zu einem Menschen. Höchstens 256 Zeichen, keine Daten, über die Dritte die Person erkennen könnten.
  • Session-ID: kennzeichnet nur einen einzelnen Besuch. Sie steht in einem zweiten Cookie, _ga_ mit der Kennung deiner Property.

GA4 nutzt diese Kennungen in einer festen Reihenfolge. In der Standard-Einstellung „Gemischt“ zuerst die User-ID, dann die Device-ID, also die Client-ID, und erst dann Modellierung. Ohne Login bleibt also die Client-ID das Maß aller Dinge.

Beispiele aus der Praxis

Case A · Eine Kundin

Recherche am Handy, Kauf am Laptop

1

Mensch

2

Nutzer in GA4

Zwei Browser, zwei Client-IDs

Ohne Login und User-ID sieht GA4 zwei getrennte Nutzer. Die Recherche am Handy bekommt den Kauf nicht zugeschrieben.

Case B · Ein Stammkunde

iPhone-Nutzer, kommt alle zwei Wochen

7

Tage Cookie-Laufzeit in Safari

14

Tage zwischen den Besuchen

Jeder Besuch zählt als neuer Nutzer

Rechenbeispiel. Darum wirken Wiederkehrer-Quoten bei hohem iPhone-Anteil oft zu niedrig.

Client-ID und Datenschutz

„Ist doch nur eine Zufallszahl“ — das sehen die Behörden anders. Schon die DSGVO nennt in Erwägungsgrund 30 Cookie-Kennungen als Online-Kennungen, über die Menschen identifiziert werden können. Die Datenschutzkonferenz führt Cookie-IDs in ihrer Orientierungshilfe ausdrücklich als Beispiel für personenbezogene Daten.

Dazu kommt § 25 TDDDG: Wer Informationen auf dem Gerät speichert oder ausliest, braucht dafür eine Einwilligung — egal ob mit Personenbezug oder ohne. Ausnahmen gibt es nur für das, was für den gewünschten Dienst unbedingt nötig ist. Das _ga-Cookie gehört nicht dazu. Ohne Zustimmung im Cookie-Banner wird es also nicht gesetzt.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Nutzer mit Menschen gleichsetzen

„Wir hatten 5.000 Nutzer“ heißt eigentlich: 5.000 Browser. Inkognito-Fenster, zweiter Browser, gelöschte Cookies — jedes Mal ein neuer „Nutzer“. Lies die Zahl als Größenordnung, nicht als Kopfzahl.

Fehler 2 · Die Client-ID für anonym halten

Pseudonym ist nicht anonym. Wer GA4 ohne Einwilligung laufen lässt, weil „ja keine Namen gespeichert werden“, liegt falsch.

Fehler 3 · Serverseitige Events ohne echte Client-ID

Schickst du Käufe aus deinem CRM über das Measurement Protocol an GA4, braucht jedes Event die Client-ID des Browsers. Erfindest du eine neue, landet der Kauf bei einem Phantom-Nutzer und die Quelle fehlt.

Was du daraus machst

Häufige Fragen

Wo finde ich meine Client-ID?

Im Cookie _ga deines Browsers, in den Entwicklertools unter Anwendung bzw. Speicher und dann Cookies. Die Client-ID ist der Teil nach dem Präfix GA1.1., also Zufallszahl und Zeitstempel.

Wie lange bleibt die Client-ID gleich?

Standardmäßig bis zu zwei Jahre, verlängert bei jedem Besuch. Chrome begrenzt Cookies auf höchstens 400 Tage, Safari löscht per JavaScript gesetzte Cookies nach sieben Tagen ohne Besuch.

Ist die Client-ID ein personenbezogenes Datum?

Nach Auffassung der deutschen Datenschutzbehörden ja. Cookie-Kennungen gelten als Online-Kennungen im Sinne der DSGVO. Für das Setzen des Cookies brauchst du zudem nach § 25 TDDDG eine Einwilligung.

Was ist der Unterschied zwischen Client-ID und User-ID?

Die Client-ID vergibt GA4 automatisch für jeden Browser. Die User-ID vergibst du selbst, meist nach einem Login, und kannst damit mehrere Geräte einem Menschen zuordnen.

Warum zählt GA4 mich doppelt, wenn ich Handy und Laptop nutze?

Weil jeder Browser seine eigene Client-ID bekommt. Ohne User-ID weiß GA4 nicht, dass beide Geräte zu dir gehören.

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