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Bleistiftskizze: Ein Schneider passt einem kleinen Roboter auf einem Hocker eine orange Weste an, als Bild für ein maßgeschneidertes ChatGPT
KI im Marketing

Custom GPT

Ein Custom GPT ist ChatGPT nach Maß: eigene Anweisungen, eigenes Wissen, eigener Zweck. Nur läuft das Modell aus: OpenAI schaltet Custom GPTs am 11. Dezember 2026 ab.

Auch bekannt alsCustom GPTs

5 Min

Lesezeit

02.11.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist ein Custom GPT?

Stell dir vor, du gibst ChatGPT eine Stellenbeschreibung und ein Handbuch und musst beides nie wieder erklären. Genau das ist ein Custom GPT: eine angepasste Version von ChatGPT für einen festen Zweck, etwa einen Assistenten für Produkttexte in deiner Tonalität.

Gebaut wird ohne Code, wahlweise im Dialog oder Feld für Feld. Drei Bausteine machen den Unterschied:

  • Anweisungen: Rolle, Stil und Regeln.
  • Wissen: Dateien wie Styleguide, Preisliste oder FAQ.
  • Fähigkeiten: Websuche, Bilder, angebundene Apps oder Actions, also Aufrufe fremder Schnittstellen.

Wer kann noch einen Custom GPT bauen?

Privat niemand mehr. Konten mit Free, Go, Plus und Pro können keine neuen GPTs erstellen oder veröffentlichen. Vorhandene lassen sich weiter nutzen und je nach Tarif bearbeiten. In betroffenen Enterprise-Workspaces endete die Neuanlage am 26. Oktober 2026. Bei Business, Enterprise und Edu entscheiden sonst der Hinweis im Konto und die Rechte im Workspace.

Wer jetzt neu anfängt, baut also auf einem Grundstück, das in wenigen Wochen geräumt wird. Das Wissen dahinter bleibt aber wertvoll: Gute Anweisungen und saubere Referenzdateien ziehen mit um.

Was beim Umzug auf Plugins passiert

OpenAI ersetzt Custom GPTs durch Plugins. Sie bündeln wiederverwendbare Anweisungen, Referenzdateien und angebundene Apps. Sobald die Migration für dein Konto bereitsteht, startest du sie unter „My GPTs“ mit „Migrate to plugin“.

Baustein

Beim Umzug

Anweisungen

werden zu einem Skill

Wissensdateien

werden kopiert

Verbundene Apps

bleiben Apps

Custom Actions

gehen nicht mit

Gewähltes Modell

geht nicht mit

Öffentliche Freigabe

geht nicht mit

Entwürfe

gehen nicht mit

Migriert wird die letzte veröffentlichte Version. Das Plugin startet privat, und das Original lässt sich danach nur noch lesen, nicht mehr ändern. Für Actions kann ein eigener MCP-Server nötig sein, das ist echte Technikarbeit. OpenAI sagt selbst: Ein migriertes Plugin kann anders antworten. Also testen.

Custom GPT und die Alternativen

Werkzeug

Wofür

Custom Instructions

Feste Vorgaben für alle deine Chats

ChatGPT Projects

Arbeitsraum mit Chats, Dateien und Anweisungen

Plugins

Nachfolger, bündelt Skills und Apps

Claude Projects

Eigener Bereich mit Wissen bei Claude

Gemini Gems

Eigene Gemini-Versionen, werden zu Skills

Der Trend ist klar: Google stellt seine Gems ab November 2026 bei Privatkonten ebenfalls auf Skills um. Weg vom Mini-Chatbot, hin zu Bausteinen, die der Assistent bei Bedarf selbst heranzieht. Plugins und Skills sind allerdings nicht in jedem Tarif verfügbar. Ohne Business-Tarif ist ein Projekt meist die pragmatische Lösung.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Den Umzug auf Dezember schieben

Die Migration steht nicht in jedem Konto am selben Tag bereit, und Tests brauchen Zeit. Wer Actions nutzt, muss sie neu aufbauen. Fang jetzt an: Liste deine GPTs und sichere ein paar typische Prompts zum Vergleichen.

Fehler 2 · Vertrauliches ins Wissen legen

Wissensdateien sind Stoff für Antworten, kein Tresor. Inhalte können im Chat auftauchen. Interne Preise oder Kundendaten gehören nicht in einen geteilten Assistenten, ganz gleich, welchen Namen das Werkzeug trägt.

Fehler 3 · Fremde GPTs als Teil des Prozesses behandeln

Du nutzt einen GPT von jemand anderem? Dann kannst du ihn nicht selbst migrieren. Und der Zugriff aufs Original bringt keinen Zugriff auf einen Nachfolger. Prüf den Hinweis am GPT und sprich mit dem Ersteller, falls dein Ablauf daran hängt.

Was du jetzt tun solltest

  1. Bestand aufnehmen: Welche GPTs nutzt du wirklich, und welche hast du selbst gebaut?
  2. Inhalte sichern: Anweisungen und Dateien extern ablegen. Das gehört ohnehin nicht nur in ein einziges Tool.
  3. Letzte Änderungen veröffentlichen: Entwürfe ziehen nicht mit um.
  4. Migrieren und vergleichen: Gleiche Prompts, dazu mindestens ein schwieriger Fall.
  5. Freigaben neu setzen: Kollegen erhalten nicht automatisch Zugriff.

Häufige Fragen

Was passiert am 11. Dezember 2026 mit meinen Custom GPTs?

Sie und ihre Seiten werden unzugänglich. Deine bisherigen Chats mit ihnen bleiben laut OpenAI abrufbar. Maßgeblich ist der Hinweis in deinem Konto, denn für einzelne Workspaces gelten andere Termine, spätestens der 11. Februar 2027.

Kann ich mit ChatGPT Plus noch einen GPT erstellen?

Nein. Private Konten, also Free, Go, Plus und Pro, können keine neuen GPTs erstellen oder veröffentlichen. Bestehende bleiben bis zur Abschaltung nutzbar und lassen sich je nach Tarif bearbeiten.

Merkt sich ein Custom GPT frühere Gespräche?

Laut OpenAI nicht: GPTs nutzen weder gespeicherte Erinnerungen noch persönliche Custom Instructions oder frühere Chats. Was er dauerhaft wissen soll, gehört in die Anweisungen oder die Wissensdateien.

Sieht der Ersteller meine Chats mit seinem GPT?

Einzelne Chats sieht er laut OpenAI nicht. Nutzt der GPT aber Actions, gehen Eingaben an fremde Dienste, und OpenAI prüft nicht, wie diese damit umgehen. Vertrauliches bleibt also draußen.

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