Was ist ein Exit-Intent-Popup?
Ein Exit-Intent-Popup ist ein Fenster über der Seite, das genau dann erscheint, wenn jemand gehen will. „Exit Intent“ heißt Absicht zu gehen. Die Idee: Bevor der Besucher weg ist, bekommt er noch einen guten Grund zu bleiben.
Typische Angebote im Popup:
- Ein Rabattcode für die erste Bestellung
- Eine Newsletter-Anmeldung mit Lead-Magnet
- Eine Erinnerung an den vollen Warenkorb
- Hilfe: „Findest du nicht, was du suchst?“
Wie erkennt das Popup, dass du gehen willst?
Am Desktop beobachtet ein Skript die Mausbewegung. Fährt der Mauszeiger über den oberen Rand des Fensters hinaus — Richtung Tabs, Adresszeile oder Schließen-Knopf —, löst das Popup aus. Beim Tool OptinMonster lässt sich die Empfindlichkeit einstellen: 1, 50 oder 150 Pixel Abstand zum Rand.
Am Handy gibt es keine Maus. Dort werten Tools andere Signale aus, zum Beispiel schnelles Hochscrollen, einen Tab-Wechsel oder eine bestimmte Verweildauer.
Die Erkennung ist unscharf. Die Nielsen Norman Group weist darauf hin, dass das Skript nicht unterscheiden kann, ob jemand den Tab schließt oder nur zu einem anderen Tab wechselt. Wer mehrere Seiten zum Vergleichen offen hat, bekommt das Popup also auch, obwohl er gar nicht gehen will.
Was bringt ein Exit-Intent-Popup?
Die beste öffentliche Datenbasis kommt vom Popup-Anbieter Wisepops: rund eine Milliarde Einblendungen von E-Mail-Anmeldepopups. Gemessen wird, wie viele Einblendungen zu einer Anmeldung führen.
Auslöser
Ø Conversion
Klick
54,4 %
Scrollen
5,4 %
Beim Laden
4,7 %
Exit Intent
3,9 %
Exit Intent liegt im Schnitt also hinten — logisch, denn diese Besucher waren schon auf dem Weg nach draußen. Aber die Spreizung ist groß: Die besten 10 % der Exit-Popups schaffen 19,2 %. Klick-Popups liegen nur deshalb so hoch, weil der Besucher das Angebot selbst angefordert hat.
Beispiele aus der Praxis
Case A · Newsletter
Anmeldepopup beim Verlassen
3,9 %
Durchschnitt
19,2 %
beste 10 %
Bei 10.000 Einblendungen: 390 statt 1.920 Anmeldungen
Der Unterschied liegt fast immer im Angebot und im Text, nicht in der Technik (Wisepops, Daten 2025).
Case B · Onlineshop
Warenkorb retten beim Verlassen
2,1 %
Exit Intent pauschal
3,8 %
nach Warenkorbwert
Gezählt: abgeschlossene Bestellungen, nicht Klicks
Wer das Angebot nach Warenkorbwert unterscheidet, holt fast doppelt so viele Bestellungen zurück (Wisepops, Shopify-Shops 2025).
Häufige Fehler
Fehler 1 · Bei jedem Besuch wieder
Wer das Popup einmal weggeklickt hat, will es nicht bei jedem Tab-Wechsel wiedersehen. Begrenze, wie oft es erscheint (Frequency Capping) — sonst wird es zum Nagging.
Fehler 2 · Schuldgefühle statt Angebot
„Nein danke, ich zahle gern den vollen Preis“ als Ablehn-Knopf ist Confirmshaming. Die Nielsen Norman Group kritisiert solche bedürftigen Popups deutlich. Ein klares „Nein danke“ reicht.
Fehler 3 · Nur fordern, nichts bieten
„Melde dich an!“ ohne Gegenwert konvertiert schlecht. Gib einen Grund: Rabatt, Checkliste, gespeicherter Warenkorb, Hilfe.
Fehler 4 · Zahlen mit falschem Nenner vergleichen
Ob pro Einblendung, pro Besucher oder pro Bestellung gerechnet wird, ergibt völlig andere Werte. Prüf bei jedem Benchmark, worauf er sich bezieht.
So setzt du ein Exit-Intent-Popup richtig ein
- Ein Angebot, das zur Seite passt: auf der Produktseite Rabatt oder Warenkorb, im Blog ein Lead-Magnet.
- Kurz und schließbar: ein Satz, ein Feld, ein gut sichtbares X.
- Höchstens einmal pro Besucher in einem sinnvollen Zeitraum.
- Nicht auf jeder Seite: Im Checkout stört es eher, als dass es hilft.
- Testen: Angebot und Text per A/B-Test vergleichen, nicht nur die Farbe.
Häufige Fragen
Schadet ein Exit-Intent-Popup dem Google-Ranking?
Google bewertet vor allem, ob der Inhalt nach dem Klick aus der Suche gut zugänglich ist. Popups, die den Inhalt direkt beim Aufruf verdecken, können schaden. Ein Popup erst beim Verlassen ist weniger heikel. Den Zurück-Knopf abzufangen ist dagegen seit 2026 ausdrücklich ein Spam-Verstoß.
Funktioniert Exit Intent am Handy?
Nur mit Ersatzsignalen, weil es keine Maus gibt. Tools reagieren etwa auf schnelles Hochscrollen oder einen Tab-Wechsel. Das ist ungenauer als am Desktop, also teste vorsichtig und begrenze die Häufigkeit.
Welche Conversion Rate ist für ein Exit-Popup normal?
Bei Newsletter-Popups im Schnitt rund 4 % der Einblendungen, die besten 10 % liegen bei rund 19 %. Das sagt die Statistik von Wisepops mit rund einer Milliarde Einblendungen. Deine Werte hängen stark von Angebot und Zielgruppe ab.
Brauche ich für ein Exit-Popup eine Cookie-Einwilligung?
Die Mausbewegung wertet nur der Browser aus. Speichert das Tool aber etwas auf dem Gerät, etwa ein Cookie für die Häufigkeit oder für Tracking, kann nach § 25 TDDDG eine Einwilligung nötig sein. Kläre das mit deiner Datenschutzberatung.
Rabatt, Newsletter oder Hilfe — was biete ich an?
Was zum Moment passt. Wer einen vollen Warenkorb verlässt, reagiert auf Versand oder Rabatt. Wer einen Blogartikel liest, eher auf eine Checkliste. Wer lange sucht, freut sich über Hilfe. Ein Rabatt für alle trainiert Kunden nur, auf das Popup zu warten.