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Bleistiftskizze: Person läuft an vier leeren Plakaten vorbei, über ihr Strichlisten, vor dem vierten Plakat eine orange Schranke als Bild für Frequency Capping
Paid Ads (SEA & Social Ads)

Frequency Capping

Dieselbe Anzeige zum zehnten Mal am Tag — da nervt selbst das beste Motiv. Frequency Capping zieht eine Grenze, bevor deine Werbung zur Plage wird.

Auch bekannt alsFrequenzbegrenzungFrequenzlimitFrequency Cap

5 Min

Lesezeit

27.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist Frequency Capping?

Du hast eine Display-Kampagne für dein Café gestartet. Nach einer Woche schreibt dir eine Stammkundin: „Ich sehe eure Anzeige auf jeder Seite, die ich öffne.“ Das ist das Problem, das Frequency Capping löst.

Frequency Capping, auf Deutsch Frequenzbegrenzung, ist eine Obergrenze: Dieselbe Person sieht deine Anzeige höchstens so oft, wie du es festlegst, etwa drei Mal pro Woche. Google beschreibt die Funktion als Begrenzung, wie oft Display- oder Videoanzeigen demselben Nutzer gezeigt werden, wahlweise pro Tag, Woche oder Monat.

Wo du es einstellen kannst

Plattform

Frequency Capping

Google Display

ja, Kampagne, Anzeigengruppe oder Anzeige

Google Video

ja, nur Kampagnenebene

Google Demand Gen

nein

Display & Video 360

ja, höchstens 30 Tage

Bei Google Display empfiehlt Google, die Häufigkeit automatisch optimieren zu lassen. Bei Video-Kampagnen begrenzt du Impressionen, Aufrufe oder beides. Für Demand Gen schreibt Google klar: Frequency Capping wird nicht unterstützt. Im Display & Video 360 gibt es seit Februar 2025 keine Limits über die gesamte Laufzeit mehr, der längste Zeitraum sind 30 Tage.

Bei Meta ist ein festes Limit nicht in jeder Kampagne einstellbar — prüf im Werbeanzeigenmanager, ob deine Buchungsart es anbietet. In der LinkedIn-Hilfe findet sich keine manuelle Frequenzgrenze; dort optimierst du beim Ziel Markenbekanntheit höchstens auf Reichweite.

Welche Grenze ist sinnvoll?

Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Die „magische Drei“, die durch viele Agentur-Blogs geistert, geht auf eine Werbetheorie der 1970er-Jahre zurück und ist kein Messwert.

Was es gibt, sind Anbieter-Daten. Google nennt aus seinem Marketing-Mix-Modell Meridian eine optimale Frequenz von 2,7 Kontakten pro Woche, die bei rund 600 US-Marken zu 19 Prozent mehr ROI führte (Daten 2023 bis 2025). Auswertungen von YouTube-Brand-Lift-Daten zeigen zudem: Der zweite Kontakt wirkt nur noch das 1,5- bis 1,8-Fache des ersten, also weniger als doppelt. Jeder weitere bringt weniger.

Daraus folgt eine Faustregel ohne Zauberzahl: Für Bekanntheit reichen wenige Kontakte pro Woche bei vielen Menschen. Für Remarketing an frische Warenkorbabbrecher darf es kurzfristig mehr sein.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Limit pro Kampagne, nicht pro Person

Drei Kampagnen mit je drei Kontakten pro Woche ergeben bis zu neun. Die Grenze gilt je Kampagne, nicht über alle hinweg. Google hat 2026 genau dafür Video-Kampagnengruppen eingeführt, die ein gemeinsames Frequenzziel über mehrere Kampagnen setzen.

Fehler 2 · Zielfrequenz für ein Limit halten

Die Zielfrequenz bei YouTube legt einen Durchschnitt fest, auf den Google optimiert. Google schreibt ausdrücklich, dass sie kein Frequenzlimit ist. Einzelne Personen sehen die Anzeige also öfter.

Fehler 3 · Bei kleinen Zielgruppen zu eng begrenzen

Remarketing an 2.000 Besucher mit einem Limit von einer Impression pro Woche: Das Budget wird nicht ausgegeben, die Kampagne verhungert. Je kleiner die Zielgruppe, desto mehr Spielraum braucht das Limit.

Fehler 4 · Nur das Limit drehen

Werbemüdigkeit hat zwei Gegenmittel: weniger Wiederholung und neue Motive. Wer dieselbe Anzeige nur seltener zeigt, verschiebt das Problem. Tausch Motive regelmäßig aus.

So gehst du vor

  • Frequenz ansehen: Im Bericht zu Reichweite und Frequenz siehst du, wie oft Leute deine Anzeige tatsächlich sehen.
  • Start-Limit setzen: bei Bekanntheits-Kampagnen eher niedrig, bei Remarketing etwas höher.
  • Kosten beobachten: Steigen die Kosten pro Ergebnis, während die Frequenz klettert, ist die Zielgruppe satt.
  • Mit Motiven kombinieren: Neue Motive plus Limit wirken stärker als eins von beiden.

Häufige Fragen

Welches Frequency Capping ist sinnvoll?

Eine feste Regel gibt es nicht. Google nennt aus seinem Marketing-Mix-Modell 2,7 Kontakte pro Woche als optimal. Für Bekanntheit eher wenige Kontakte, für Remarketing an kaufbereite Besucher kurzfristig mehr.

Was ist der Unterschied zwischen Frequency Capping und Frequenz?

Die Frequenz ist eine Kennzahl: Impressionen geteilt durch Reichweite. Frequency Capping ist eine Einstellung, die begrenzt, wie oft eine Person die Anzeige höchstens sieht. Das eine misst, das andere steuert.

Warum gibt es bei Demand Gen kein Frequency Capping?

Google unterstützt die Funktion für Demand-Gen-Kampagnen laut Hilfe nicht und steuert die Auslieferung dort selbst. Wer eine harte Grenze braucht, nutzt Display- oder Video-Kampagnen.

Ist die Zielfrequenz bei YouTube ein Limit?

Nein. Die Zielfrequenz legt einen Wochen- oder Monatsdurchschnitt fest, auf den Google optimiert. Google schreibt ausdrücklich, dass sie kein Frequenzlimit ist. Einzelne Personen können die Anzeige öfter sehen.

Kann man bei LinkedIn die Frequenz begrenzen?

Eine manuelle Frequenzgrenze bietet die LinkedIn-Hilfe nicht. Du kannst beim Ziel Markenbekanntheit auf Reichweite optimieren und die durchschnittliche Frequenz im Campaign Manager beobachten.

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