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Bleistiftskizze: Eine gekippte Kanne gießt orangefarbenen Saft durch ein Kettenglied in drei Gläser, die immer weniger gefüllt sind, als Bild für Linkjuice
SEO

Linkjuice

Wer sich mit SEO beschäftigt, hört schnell: „Der Link vererbt Linkjuice.“ Gemeint ist die Kraft, die ein Link an die verlinkte Seite weitergibt. Ein nützliches Bild — solange du die Mythen drumherum nicht glaubst.

Auch bekannt alsLink JuiceLinkkraftLink Equity

5 Min

Lesezeit

28.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist Linkjuice?

Linkjuice — wörtlich „Link-Saft“ — ist ein Bild aus der SEO-Szene. Es beschreibt, wie viel Kraft ein Link an die verlinkte Seite weitergibt. Ein Link von einer starken, oft verlinkten Seite gibt mehr weiter als einer von einer unbekannten Seite.

Das Bild stammt aus dem PageRank, Googles ursprünglichem Verfahren zur Bewertung von Seiten. Die Grundidee: Jede Seite hat einen Wert und verteilt ihn auf die Seiten, auf die sie verlinkt. Wer viele Links von wertvollen Seiten bekommt, sammelt viel Wert.

So funktioniert das Modell dahinter

Im PageRank-Patent von Larry Page wird der Wert einer Seite auf ihre ausgehenden Links aufgeteilt. Dazu kommt ein Dämpfungsfaktor: Bei jedem Schritt geht ein Teil verloren, laut Patent typischerweise rund 15 %.

Vereinfachtes Modell

Weitergabe je Link ≈ 0,85 × Wert der Seite ÷ Anzahl Links

Beispiel: Seite mit Wert 10 und 10 Links → je Link etwa 0,85

Das ist das Modell von 1998, kein Abbild des heutigen Google. Es erklärt aber gut, warum ein Link von einer starken Seite mit wenigen Links mehr wert ist als einer aus einer Liste mit 500 Links.

Mythen und was Google dazu sagt

Mythos

Stand laut Google

nofollow hält Linkjuice zurück

stimmt seit über 15 Jahren nicht

Weiterleitungen kosten Kraft

30x-Weiterleitungen verlieren keinen PageRank

Doppelte Links schaden

kein Grund zur Sorge

PageRank-Sculpting: Früher setzten SEOs interne Links auf nofollow, um die Kraft auf wichtige Seiten zu lenken. Matt Cutts, damals Chef des Webspam-Teams bei Google, erklärte 2009: Das funktioniert seit über einem Jahr nicht mehr. Die nofollow-Links zählen beim Aufteilen mit, die normalen Links bekommen trotzdem nur ihren Anteil. John Mueller nannte das „Horten“ per nofollow 2023 einen verbreiteten SEO-Mythos.

Weiterleitungen: Gary Illyes von Google schrieb 2016, dass 30x-Weiterleitungen keinen PageRank mehr verlieren. Für dauerhafte Umzüge bleibt die 301-Weiterleitung trotzdem die beste Wahl, weil sie Google die neue Adresse als die richtige zeigt.

nofollow als Hinweis: Seit 2019 behandelt Google nofollow, sponsored und ugc als Hinweise fürs Ranking, nicht als harte Sperre. Ein nofollow-Link kann also berücksichtigt werden — oder auch nicht.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Interne Links auf nofollow setzen

Der Klassiker aus alten SEO-Ratgebern. Er bringt nichts, Mueller nannte es 2019 Zeitverschwendung. Schlimmer noch: Du erschwerst Google das Crawlen deiner eigenen Seite.

Fehler 2 · Aus Angst vor Verwässerung kaum verlinken

Ja, im Modell teilt sich der Wert auf mehr Links auf. Trotzdem rät Google zu natürlicher Verlinkung: Jede wichtige Seite soll von mindestens einer anderen Seite deiner Website verlinkt sein. Wer Links spart, versteckt Inhalte.

Fehler 3 · Tool-Werte für PageRank halten

Domain Authority, Domain Rating oder Authority Score sind Schätzungen der Tool-Anbieter. Google zeigt seinen PageRank nicht öffentlich. Nimm die Werte als grobe Orientierung, nicht als Messung von Linkjuice.

Fehler 4 · Nur auf die Menge schauen

Linkjuice ist nur ein Teil. Der Ankertext sagt Google, worum es auf der Zielseite geht, und das Thema der verlinkenden Seite zählt mit. Ein passender Link aus einem Fachartikel bringt mehr als zehn aus beliebigen Verzeichnissen.

Was du daraus für deine Verlinkung mitnimmst

  • Starke Seiten nutzen: Seiten mit vielen Backlinks sollten auf deine wichtigsten Unterseiten verlinken.
  • Interne Verlinkung pflegen: Keine verwaisten Seiten, beschreibende Ankertexte.
  • Bei Umzügen 301-Weiterleitungen setzen, damit alte Links ihre Wirkung behalten.
  • Kaputte Links reparieren: Ein Broken Link führt ins Leere — die Kraft kommt nirgends an.
  • Bezahlte Links kennzeichnen mit sponsored oder nofollow, wie Google es verlangt.

Häufige Fragen

Gibt es Linkjuice wirklich?

Als Bild ja. Dahinter steht der PageRank, den Google laut eigener Dokumentation bis heute als Teil seiner Rankingsysteme nutzt — in stark weiterentwickelter Form. Messen kannst du Linkjuice nicht, Google zeigt den Wert nicht.

Geben nofollow-Links Linkjuice weiter?

Seit 2019 behandelt Google nofollow als Hinweis. Ein nofollow-Link kann also in die Bewertung einfließen, muss aber nicht. Verlass dich nicht darauf — und setz nofollow nicht ein, um Kraft auf deiner eigenen Seite zu steuern.

Verliert eine 301-Weiterleitung Linkjuice?

Laut Gary Illyes von Google seit 2016 nicht mehr. Weiterleitungsketten solltest du trotzdem vermeiden, weil sie langsamer laden und das Crawlen erschweren. Leite direkt auf die Zieladresse weiter.

Verwässern zu viele Links auf einer Seite den Linkjuice?

Im Modell teilt sich der Wert auf mehr Links auf. In der Praxis ist das selten ein Problem, solange die Links für Leser sinnvoll sind. John Mueller sieht sogar mehrere gleiche Links auf dieselbe Seite als unbedenklich.

Wie bekomme ich mehr Linkjuice auf eine wichtige Seite?

Verlinke sie von deinen stärksten Seiten aus, etwa von der Startseite oder von Artikeln mit vielen Backlinks. Und gewinne Links von außen mit Inhalten, die andere gern zitieren.

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