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Bleistiftskizze: Wandergruppe am Fuß eines Bergs, ein Serpentinenweg mit Wegweisern führt zur orange markierten Gipfelfahne, als Bild für Ziel und Etappen
Marketing-Grundlagen & Strategie

Objectives and Key Results

OKR

Eine Methode, Ziele so zu setzen, dass das ganze Team weiß, wohin es geht — und woran es merkt, ob es ankommt. Erfunden bei Intel, bekannt geworden durch Google.

Auch bekannt alsOKRs

5 Min

Lesezeit

27.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was sind OKR?

Weiß in deinem Team jeder, was in diesem Quartal wirklich zählt? Oft nicht. Objectives and Key Results, kurz OKR, sollen genau das ändern. Die Methode stellt zwei Fragen, die schon Intel-Chef Andy Grove formuliert hat: Wo will ich hin? Und woran merke ich unterwegs, ob ich dort ankomme?

  • Objective: das Ziel. Qualitativ, ehrgeizig, gern ein bisschen unbequem. Google schreibt in seinem Leitfaden: Objectives dürfen sich etwas unbequem anfühlen.
  • Key Results: die Schlüsselergebnisse. Messbar, mit einer Zahl leicht zu bewerten. Sie zeigen, ob du dem Ziel näherkommst.

Auf der Seite von John Doerr, der OKR bekannt gemacht hat, steht eine einfache Satzformel: „Ich werde (Objective) erreichen, gemessen an (Key Results).“

So funktionieren OKR

Google empfiehlt in seinem Leitfaden re:Work drei bis fünf Objectives und je rund drei Key Results. Mehr verwässert den Fokus. Ein Zyklus dauert meist ein Quartal, danach wird bewertet.

Bewertet wird auf einer Skala von 0,0 bis 1,0. 1,0 heißt: voll erreicht. Und jetzt kommt der Teil, der viele überrascht: Google sieht den „Sweet Spot“ bei 0,6 bis 0,7. Wer immer 1,0 schafft, hat zu niedrig gezielt.

Art

Erwartung

Verbindlich

Soll voll erreicht werden (1,0)

Ehrgeizig

Im Schnitt rund 0,7 ist gut

Googles OKR-Playbook unterscheidet diese beiden Arten. Verbindliche OKRs sind Zusagen: Wer darunter bleibt, erklärt warum. Ehrgeizige OKRs sind Stretch-Ziele, bei denen Verfehlen dazugehört. Wichtig ist, dass alle wissen, welche Art gerade gemeint ist.

Noch ein Grundsatz aus dem Leitfaden: OKRs sind öffentlich. Jeder im Unternehmen kann sehen, woran die anderen arbeiten.

Beispiele aus der Praxis

Das berühmteste OKR stammt von Intel selbst. Daneben ein ausgedachtes, aber typisches Marketing-OKR für ein kleines Unternehmen.

Fall A · Intel 1980

Operation Crush

2.000

Design-Wins als Ziel

rund 2.500

erreicht

Objective: den 8086 als stärkste 16-Bit-Prozessorfamilie etablieren. Der wichtigste Erfolg: der erste IBM PC.

Ein „Design-Win“ ist ein Kunde, der den Chip in sein Produkt einplant. Zahlen von Intel selbst.

Beispiel B · B2B-Dienstleister

Marketing-OKR für ein Quartal

15 → 30

qualifizierte Anfragen

1,5 → 2,5 %

Conversion Rate Formular

Objective: „Wir werden für Mittelständler im Norden die erste Adresse für Automatisierung.“

Ausgedacht, zur Veranschaulichung. Ein drittes Key Result könnte die organischen Besuche auf den Leistungsseiten messen.

Beachte, was nicht drinsteht: „Neue Website bauen“ oder „Newsletter starten“. Das sind Maßnahmen, keine Ergebnisse. Sie gehören in die Planung darunter.

OKR, KPI und SMART — was ist was?

Auf Doerrs Seite steht ein guter Merksatz: OKRs messen Veränderung, Key Performance Indicators messen Gesundheit. Ein KPI wie die Conversion Rate läuft dauerhaft mit. Soll er sich in diesem Quartal deutlich bewegen, wird er zum Key Result.

SMART-Ziele sind eine Prüfliste für ein einzelnes Ziel. OKR ist ein ganzes System: Zyklus, Transparenz, Bewertung. Und anders als das ältere „Management by Objectives“ laufen OKRs quartalsweise und sind laut Doerrs Seite vom Gehalt getrennt.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Key Results als Aufgabenliste

Googles Playbook ist da streng: Key Results beschreiben Ergebnisse, keine Tätigkeiten. Stehen dort Wörter wie „beraten“, „unterstützen“ oder „analysieren“, ist es eine To-do-Liste.

Fehler 2 · Business as usual aufschreiben

OKRs, die nur abbilden, was ohnehin passiert, bringen nichts. Genauso wenig solche, bei denen am Ende keiner fragt: Und wen interessiert das? Ein gutes Objective hat sichtbaren Nutzen für Kunden oder Geschäft.

Fehler 3 · OKRs an den Bonus koppeln

Dann setzt jeder seine Ziele so niedrig, dass er sie sicher schafft. Google schreibt, OKRs seien keine Leistungsbeurteilung. Die Nachbesprechung verfehlter Ziele soll laut Playbook ausdrücklich nicht bestrafen.

Fehler 4 · Zu viele auf einmal

Zehn Objectives mit je fünf Key Results sind kein Fokus, sondern ein Wunschzettel. Für ein kleines Team reichen oft ein bis zwei Objectives im Quartal.

OKR im kleinen Team

Brauchst du dafür Software? Nein. Tools wie Perdoo, Weekdone, Asana Goals oder Lattice helfen großen Teams. Für ein KMU oder Solopreneure reicht eine Tabelle oder eine Notion-Seite.

Häufige Fragen

Wie viele Objectives und Key Results sind sinnvoll?

Google empfiehlt drei bis fünf Objectives mit je rund drei Key Results. Für kleine Teams ist weniger oft besser: ein bis zwei Objectives pro Quartal halten den Fokus.

Was ist ein guter OKR-Wert?

Bei ehrgeizigen OKRs gilt laut Google ein Schnitt von 0,6 bis 0,7 als ideal. Wer immer 1,0 erreicht, hat zu niedrig gezielt. Verbindliche OKRs sollen dagegen voll erreicht werden.

Was ist der Unterschied zwischen OKR und KPI?

Ein KPI misst dauerhaft, wie gesund ein Bereich läuft. Ein OKR beschreibt eine gewollte Veränderung in einem Zeitraum. Ein KPI kann zum Key Result werden, wenn er sich deutlich bewegen soll.

Sollte man OKRs an Boni koppeln?

Besser nicht. Sonst setzt jeder seine Ziele so, dass er sie sicher schafft, und der Ehrgeiz ist weg. Google trennt OKRs von der Leistungsbeurteilung.

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