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Bleistiftskizze: Figur am Marktstand hält einen orange hervorgehobenen Schlüssel, drei warten hinter der Kordel, als Bild für Zugang per Deal-ID
Paid Ads (SEA & Social Ads)

Private Marketplace

PMP

Ein geschlossener Einkaufsweg im Programmatic Advertising: Ein Publisher öffnet seine Werbeflächen nur für ausgewählte Käufer, statt sie allen anzubieten.

Auch bekannt alsPrivate DealPrivate Marketplaces

5 Min

Lesezeit

02.11.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist ein Private Marketplace?

Im offenen Programmatic Advertising darf jeder mitbieten. Das ist wie der Wochenmarkt: Wer Geld hat, kauft. Ein Private Marketplace, kurz PMP, ist eher die Veranstaltung mit Gästeliste. Der Publisher bestimmt, wer an seine Werbeflächen kommt.

Mit einem Marktplatz wie Amazon hat das nichts zu tun. Der Begriff stammt aus dem automatisierten Einkauf von Display- und Videowerbung. Gekauft wird dort über Software, also eine Demand-Side-Platform auf der Käuferseite und eine Supply-Side-Platform auf der Verkäuferseite.

Die vier Wege, Inventar zu kaufen

Die Unterschiede liegen beim Preis und beim Käuferkreis. Googles Einteilung ist der gängige Maßstab:

Deal-Typ

So funktioniert er

Open Auction

Auktion, alle dürfen bieten

Private Auction

Auktion, nur Eingeladene, mit Mindestpreis

Preferred Deal

Festpreis, Vorrecht, keine Kaufpflicht

Programmatic Guaranteed

Festpreis, reserviert, ein Käufer

Die zwei mittleren Zeilen sind das, was Google unter PMP versteht. Programmatic Guaranteed gehört nicht dazu, denn dort ist das Inventar fest für einen Käufer zum vereinbarten Preis reserviert.

Bei Google Ad Manager hat ein Preferred Deal in der Regel Vorrang vor Private Auction und Open Auction. Kauft der Partner nicht, kann das Inventar weiter in die anderen Auktionen gehen. Das gilt für Google, andere Plattformen regeln es eigenständig.

Was die Deal-ID macht

Die Deal-ID ist eine eindeutige Kennung, die Exchange oder Verkäufer erzeugt. Sie ist die Eintrittskarte: In der Gebotsanfrage steht, welche Deals gelten, und nur dazu passende Gebote zählen.

So läuft es in Display & Video 360:

  1. Du bekommst die Deal-ID vom Verkäufer oder fragst per Anfrage (RFP) an.
  2. Du importierst sie unter „Inventory“ und „Negotiations“.
  3. Angenommene Deals landen unter „My Inventory“.
  4. Du weist den Deal einem Line Item zu, also einer Buchungszeile.

Schritt 4 wird gern vergessen. Ein angelegter Deal gibt von selbst keinen Cent aus.

Was kostet der Zugang?

Exklusivität hat ihren Preis. Der US-Werbeverband ANA nannte für das zweite Quartal 2025 einen durchschnittlichen CPM von 7,15 $ im Private Marketplace gegenüber 4,41 $ im Open Marketplace. Das sind rund 62 % Aufpreis. Der CPM ist der Preis für tausend Einblendungen.

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Die Zahl stammt aus der Stichprobe der ANA-Teilnehmer, also großer Werbungtreibender, nicht aus dem Gesamtmarkt. Und sie zeigt nur den Preis. Ob du dafür mehr Wirkung bekommst, sagt sie nicht. Für Deutschland habe ich keine eigene PMP-Zahl gefunden. Der OVK erwartet für 2026 zwar 7,1 Milliarden Euro programmatische Display- und Videowerbung, teilt sie aber nicht nach Deal-Typ auf.

Häufige Fehler

Fehler 1 · PMP mit Garantie verwechseln

Weder Private Auction noch Preferred Deal reservieren Inventar. Du bekommst keine Lieferzusage, und du musst nichts kaufen. Wer feste Volumen planen muss, braucht Programmatic Guaranteed.

Fehler 2 · Deal-ID und Deal-Typ gleichsetzen

Die ID ist nur die Kennung. Die Bedingungen stehen dahinter. Alle drei Deal-Typen nutzen dasselbe Vehikel, deshalb sagt dir die ID allein nichts über Preis oder Priorität.

Fehler 3 · Teuer gleich gut denken

Ein höherer CPM beweist keine bessere Qualität. Miss selbst, wie sich Sichtbarkeit und Conversions gegenüber der offenen Auktion schlagen.

Fehler 4 · Deal einrichten und vergessen

Bleibt ein Deal ohne Auslieferung, liegt das oft an der Einrichtung: Deal nicht angenommen, kein Line Item, Mindestpreis über deinem Gebot. Prüf nach dem Start im Reporting, ob überhaupt Gebote fließen.

Brauchst du das überhaupt?

Ehrlich: Für die meisten KMU nicht. Du brauchst Zugang zu einer Demand-Side-Platform, und das läuft meist über eine Agentur. Eine belegte Mindestsumme habe ich nicht gefunden. Klar ist aber, dass Verkäufer ihre Partner auswählen.

Interessant wird ein PMP, wenn dir das Umfeld wichtig ist. Du willst zum Beispiel auf bestimmten Fachportalen laufen und nicht irgendwo im offenen Netz.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen PMP und Open Auction?

In der Open Auction darf jeder berechtigte Käufer bieten. Im Private Marketplace bietet nur, wen der Publisher einlädt. Der Zugang läuft über eine Deal-ID.

Ist ein Preferred Deal ein PMP?

Bei Google ja, dort zählt er zu den nicht garantierten PMP-Deals. In der engeren Lesart meint PMP nur die Auktion mit Eingeladenen. Der Preferred Deal hat einen Festpreis statt einer Auktion.

Muss ich beim PMP ein festes Volumen kaufen?

Nein. Bei Private Auction und Preferred Deal gibt es weder eine Kaufpflicht noch eine Lieferzusage. Festes Volumen gibt es nur bei Programmatic Guaranteed.

Wo bekomme ich eine Deal-ID her?

Vom Publisher, seiner Supply-Side-Platform oder einem Vermarkter. In Display & Video 360 kannst du auch über den Marketplace anfragen und erhältst sie dann nach der Einigung.

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