Was ist RDFa?
Eine Suchmaschine liest auf deiner Seite „Sönke Jacob“. Ist das ein Autor, ein Kunde, ein Firmenname? Für Menschen klärt das der Zusammenhang, für Maschinen brauchst du strukturierte Daten. RDFa ist ein Weg, sie zu liefern.
Die Abkürzung steht für Resource Description Framework in Attributes. Die Idee: Du schreibst die Auszeichnung nicht in einen eigenen Block, sondern hängst sie als Attribute direkt an den sichtbaren Inhalt. Das W3C, das die Web-Standards pflegt, hat RDFa spezifiziert. Google führt es als eines von drei unterstützten Formaten.
So sieht das aus (Beispiel nach dem W3C, Attribute in Klammern): ein Absatz mit vocab für das Vokabular schema.org und typeof für den Typ Person, darin ein span mit property="name" um den Namen. Der sichtbare Text bleibt, die Attribute erklären ihn.
RDFa, JSON-LD und Microdata im Vergleich
Es gibt drei Formate. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wo die Auszeichnung sitzt:
Format
Sitzt wo?
JSON-LD
Eigener Skript-Block
Microdata
Attribute am Inhalt
RDFa
Attribute am Inhalt
Google sagt dazu zweierlei. Erstens: Generell wird JSON-LD empfohlen, wenn deine Website es zulässt. Zweitens: Alle drei Formate sind für Google gleich gut, solange das Markup gültig ist. Der Vorteil von JSON-LD liegt also nicht im Ranking, sondern in der Pflege.
Das zeigt sich auch in der Verbreitung. Web Data Commons fand im Crawl von Oktober 2024 echtes RDFa auf rund 475.000 Domains, das sind 1,27 % der untersuchten 37 Millionen. JSON-LD kam auf 30,88 %, Microdata auf 20,30 %. Auf eine RDFa-Domain kommen also rund 24 mit JSON-LD.
Du nutzt RDFa wahrscheinlich schon
Jetzt wird es überraschend. Der Web Almanac 2024 von HTTP Archive meldet RDFa auf rund zwei Dritteln der Seiten. Wie passt das zu 1,27 %?
Die Erklärung heißt vermutlich Open Graph. Das sind die Meta-Tags, die bestimmen, wie dein Link auf Social Media aussieht. Die erste Version des Protokolls baut laut ogp.me auf RDFa auf, deshalb steht dort property="og:title". Open Graph selbst liegt im Almanac fast gleichauf.
Beide Zahlen stimmen also, sie messen nur etwas anderes. Gepflegte RDFa-Auszeichnung im Inhalt ist Nische. Das zeigt auch Drupal, das RDFa lange im Kern mitbrachte: Das RDF-Modul ist inzwischen ein Zusatzmodul mit dem Status „minimal gepflegt“.
Häufige Fehler
Fehler 1 · RDFa für tot erklären
Google unterstützt das Format weiter. Funktioniert dein RDFa und zeigt keine Fehler, musst du nichts tun. Eine Umstellung nur um der Umstellung willen bringt dir laut Google keinen Vorteil.
Fehler 2 · Auf KI-Sichtbarkeit hoffen
Mehr Markup macht dich nicht automatisch sichtbarer in KI-Antworten. Google schreibt zu AI Overviews und AI Mode: Spezielle schema.org-Daten brauchst du dafür nicht. Behauptungen, KI bevorzuge ein bestimmtes Format, sind nicht belegt.
Fehler 3 · Unsichtbares auszeichnen
Google verbietet, Inhalte auszuzeichnen, die Leser nicht sehen. Und selbst sauberes Markup garantiert kein Rich Result. Es macht deine Seite nur dafür geeignet.
Fehler 4 · Markup am Layout festschrauben
RDFa hängt an deinen HTML-Elementen. Baut jemand das Template um, kann die Auszeichnung still kaputtgehen. Niemand sieht das im Frontend. Darum: nach jedem Umbau testen.
Was solltest du tun?
- Neue Website: Nimm JSON-LD. Das ist einfacher zu pflegen und von Google empfohlen.
- Bestehendes RDFa ohne Fehler: Lass es stehen, solange kein Umbau ansteht.
- Großer Relaunch: Nutze die Gelegenheit und stelle um.
- Open Graph: Behalte es. Das betrifft Social Media, nicht deine Schema-Auszeichnung.
Prüfen kannst du dein Markup mit dem Rich Results Test von Google, der laut Hilfe JSON-LD, RDFa und Microdata versteht. Für die reine Syntax gibt es den Schema Markup Validator.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen RDFa und JSON-LD?
RDFa steckt als Attribute im sichtbaren HTML. JSON-LD ist ein eigener Skript-Block, der vom Layout getrennt ist. Für Google sind beide in Ordnung, JSON-LD ist aber leichter zu pflegen und deshalb die Empfehlung.
Unterstützt Google RDFa noch?
Ja. Google nennt JSON-LD, Microdata und RDFa als unterstützte Formate und sagt, alle drei seien gleichermaßen in Ordnung, solange das Markup gültig ist.
Sollte ich von RDFa auf JSON-LD umstellen?
Nicht zwingend. Läuft dein Markup fehlerfrei, gibt es keinen akuten Grund. Steht ohnehin ein Relaunch an, lohnt sich der Wechsel, weil du Auszeichnung und Layout dann trennst.
Ist Open Graph RDFa?
Es hat dort seine Wurzeln. Die erste Version des Protokolls basiert auf RDFa, deshalb nutzen die Tags das Attribut property. Für die Praxis reicht es, Open Graph als eigenes Protokoll für Social Media zu sehen.
Brauche ich RDFa für AI Overviews?
Nein. Google schreibt, dass es für AI Overviews und AI Mode keine speziellen strukturierten Daten braucht. Wichtig bleibt, dass deine Inhalte gut auffindbar und klar geschrieben sind.