Was ist RDF?
Wie erklärst du einer Maschine, dass „Sönke Jacob“ der Gründer von „soeners.digital“ ist? Nicht mit einem schönen Satz, sondern mit einem Tripel. Genau dafür gibt es RDF.
RDF steht für Resource Description Framework. Das W3C, das Gremium für Web-Standards, beschreibt es als Rahmen, um Informationen im Web darzustellen. Jede Information wird dabei in die kleinste mögliche Aussage zerlegt: Subjekt – Prädikat – Objekt.
Teil
Beispiel
Subjekt
soeners.digital (die Firma)
Prädikat
hat Gründer
Objekt
Sönke Jacob (die Person)
Der Clou: Subjekt und Prädikat sind keine Wörter, sondern weltweit eindeutige Adressen. Das Subjekt kann https://soeners.digital/#org sein, das Prädikat https://schema.org/founder. Das W3C formuliert es so: Diese Adressen gelten „global“. Darum lassen sich Daten von verschiedenen Websites miteinander verknüpfen.
RDF, JSON-LD, RDFa, Turtle
Der häufigste Denkfehler: RDF sei ein Dateiformat. Ist es nicht. RDF ist das Modell. Aufschreiben kannst du es auf viele Arten:
- JSON-LD: RDF in JSON-Schreibweise, laut W3C ausdrücklich eine Serialisierung eines RDF-Datensatzes. Das empfiehlt Google für strukturierte Daten.
- RDFa: RDF als Attribute direkt im HTML. Darauf beruhen zum Beispiel die Open-Graph-Tags für Social-Media-Vorschauen.
- Turtle: eine kompakte Textschreibweise für Menschen, Dateiendung .ttl.
- RDF/XML: die alte XML-Schreibweise, heute kaum noch im Marketing zu sehen.
Und Schema.org? Das ist das Vokabular, also die festgelegten Begriffe wie Organization, Person oder founder. Schema.org kennt laut eigener Übersicht 826 Typen und 1.540 Eigenschaften. RDF ist die Grammatik, Schema.org der Wortschatz, JSON-LD die Handschrift.
Wie verbreitet ist RDF?
Viel verbreiteter, als die meisten denken — nur unter anderem Namen. Die Uni Mannheim wertet für das Projekt Web Data Commons regelmäßig das offene Web-Archiv Common Crawl aus:
Studie · Web Data Commons
Strukturierte Daten im Web, Oktober 2024
44 %
der Domains mit Tripeln
74 Mrd.
Tripel insgesamt
16,5 von 37,4 Millionen Domains sprechen RDF
Auswertung von 2,39 Milliarden Seiten. Prozentwert selbst aus den Rohzahlen gerechnet.
Format · JSON-LD vorn
Welche Schreibweise genutzt wird
11,6 Mio.
Domains mit JSON-LD
0,47 Mio.
Domains mit RDFa
JSON-LD auf rund 31 % aller Domains
Gleiche Erhebung. Microdata kam auf rund 7,6 Millionen Domains.
Das größte offene RDF-Projekt ist Wikidata: rund 124 Millionen Datenobjekte (Stand November 2026), und beim Testladen Ende 2023 bestand der Graph aus über 15 Milliarden Tripeln. Abfragen lässt er sich mit der Sprache SPARQL.
Häufige Fehler
Fehler 1 · „Ich nutze kein RDF“
Doch. Wer Yoast oder Rank Math laufen hat, gibt JSON-LD aus — und damit RDF-Tripel. Es lohnt sich also, das Prinzip zu kennen, um die Ausgabe sauber zu halten.
Fehler 2 · Keine stabilen IDs vergeben
Bekommt deine Firma auf jeder Seite eine neue oder gar keine @id, sieht die Maschine zehn verschiedene Firmen. Vergib eine feste Adresse wie https://deine-domain.de/#organization und verweise überall darauf.
Fehler 3 · Garantien erwarten
Google sagt, alle drei Formate seien gleich gut, solange das Markup gültig ist. Eine Zusage für Rich Results oder Nennungen in KI-Antworten gibt es nirgends. RDF hilft Maschinen beim Verstehen, mehr verspricht niemand.
Was RDF für dein Marketing bedeutet
Du musst keine Tripel von Hand schreiben. Aber das Denken in Tripeln hilft bei strukturierten Daten und bei der Sichtbarkeit in KI-Suchen:
- Entitäten statt Keywords: Beschreib Firma, Personen, Produkte und Orte als eigene Dinge mit eigener ID.
- Beziehungen ausschreiben: Wer hat was gegründet, wer hat welchen Artikel geschrieben, welches Produkt gehört zu welcher Marke.
- Verknüpfen: Mit sameAs auf Wikidata oder dein LinkedIn-Profil zeigst du, dass es um genau dich geht.
- Prüfen: Den Rich Results Test von Google und den Schema Markup Validator nutzen, für Experimente den JSON-LD Playground.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen RDF und JSON-LD?
RDF ist das Datenmodell aus Subjekt, Prädikat und Objekt. JSON-LD ist eine Schreibweise dafür, also eine Art, RDF in JSON aufzuschreiben. Das W3C nennt ein JSON-LD-Dokument ausdrücklich eine Serialisierung eines RDF-Datensatzes.
Was ist ein Tripel?
Die kleinste Aussage in RDF, bestehend aus drei Teilen: Subjekt, Prädikat und Objekt. Beispiel: „soeners.digital – hat Gründer – Sönke Jacob“. Das Objekt kann ein anderes Ding oder ein einfacher Wert wie ein Name oder eine Zahl sein.
Brauche ich RDF für SEO?
Du brauchst strukturierte Daten — und die sind technisch RDF. Ob du sie als JSON-LD, Microdata oder RDFa schreibst, ist laut Google gleichwertig, empfohlen wird JSON-LD. Das Datenmodell zu verstehen hilft dir, Entitäten sauber zu verknüpfen.
Ist RDFa veraltet?
Für neue Projekte nimmst du besser JSON-LD, weil es sauber vom HTML getrennt ist und Google es empfiehlt. RDFa lebt aber weiter, etwa in den Open-Graph-Tags für Vorschauen in sozialen Netzwerken.
Was ist SPARQL?
Die Abfragesprache für RDF-Daten, so etwas wie SQL für Graphen. Damit fragst du zum Beispiel im Wikidata Query Service ab, welche Unternehmen in Hamburg gegründet wurden. Für normale Website-Arbeit brauchst du SPARQL nicht.