Was Google zur 301 Weiterleitung und zu Rankings erklärt
Ein Relaunch, ein neuer Slug, ein Domainwechsel: Irgendwann zieht jede Seite um. Was dabei technisch passiert, erklärt der Lexikon-Eintrag zu Redirects. Hier geht es um die Praxis, denn die 301 Weiterleitung entscheidet für SEO, ob die alten Rankings mitkommen.
Anfang November 2026 haben Gary Illyes und Cherry Prommawin von Google erklärt, wie Weiterleitungen auf Ranking-Signale wirken. Laut Search Engine Journal sagt Illyes zur 301, Google nehme alle Signale der alten Seite und gebe sie der neuen. Bei einer 302 behalte Google dagegen die alte URL in den Ergebnissen. Die Google-Doku sagt dasselbe nüchterner: Eine permanente Weiterleitung ist ein starkes Signal dafür, dass das Ziel die kanonische URL werden soll, eine temporäre nur ein schwaches. Für SEO ist die 301 Weiterleitung damit bei jedem dauerhaften Umzug die Standardwahl.
10
Weiterleitungen hintereinander folgt der Googlebot höchstens
3–4
Stationen in einer Kette empfiehlt Google höchstens
1 Jahr
sollen Weiterleitungen nach einem Umzug mindestens bestehen
Auch die alte Sorge um verlorene Linkkraft ist erledigt. In der Doku zum Website-Umzug schreibt Google ausdrücklich, dass 301 und andere dauerhafte Weiterleitungen keinen PageRank kosten. Prozentzahlen wie „15 Prozent Verlust“ geistern zwar noch durch Foren, belegt sind sie jedoch nicht.
301, 302, 307, 308: Welche Weiterleitung wann passt
Für die Suche zählt zunächst vor allem eine Frage: Ist der Umzug dauerhaft oder nur vorübergehend? Google sortiert die Statuscodes genau danach. Wer also eine 301 Weiterleitung für SEO plant, klärt zuerst die Dauer. Die Unterschiede zwischen 301 und 308 betreffen dagegen Formulare, nicht das Ranking.
Code
Bedeutung
Google wertet als
Typischer Einsatz
301
Moved Permanently
dauerhaft, starkes Signal
Relaunch, neuer Slug, HTTPS, Domainwechsel
308
Permanent Redirect
dauerhaft, wie 301
dauerhafter Umzug, Formular-Daten bleiben erhalten
302
Found
vorübergehend, schwaches Signal
Aktion, Wartung, Test für wenige Wochen
307
Temporary Redirect
vorübergehend, wie 302
wie 302, Formular-Daten bleiben erhalten
Meta-Refresh 0 s
Weiterleitung im HTML
dauerhaft
nur, wenn serverseitig nicht geht
JavaScript
Weiterleitung im Browser
dauerhaft
letzte Notlösung
Der Unterschied zwischen 301 und 308 steht in der HTTP-Norm RFC 9110: Bei 301 darf der Browser aus einem POST-Aufruf ein GET machen, bei 308 nicht. Für eine normale Inhaltsseite ist das allerdings egal. Google selbst empfiehlt ohnehin, wann immer es geht, eine dauerhafte Weiterleitung auf dem Server. Meta-Refresh und JavaScript erkennt Google zwar auch, aber weniger zuverlässig.
Voraussetzungen vor der ersten 301-Weiterleitung
Die meisten Fehler entstehen vor dem ersten Zeichen Code, nämlich bei der Zuordnung. Deshalb entscheidet bei der 301 Weiterleitung die Liste über den SEO-Erfolg, nicht der Code. Jede alte Adresse braucht also genau eine neue, die inhaltlich passt. Leitest du viele alte URLs pauschal auf die Startseite, kann Google das laut Doku als Soft 404 werten, also als leere Seite.
Jede alte Adresse bekommt genau einen passenden Partner, nicht alle zusammen die Startseite.
- Zugang: FTP oder Dateimanager für die .htaccess (Apache), die Server-Konfiguration (Nginx) oder ein WordPress-Konto mit Admin-Rechten
- Liste der alten URLs: aus der XML-Sitemap, der Search Console und deinen meistverlinkten Seiten
- Zuordnung: je alte URL eine neue mit gleichem Inhalt, notiert in einer Tabelle mit zwei Spalten
- Prüfwerkzeug: ein Terminal mit curl oder die Entwicklertools im Browser
301 Weiterleitung einrichten: Schritt für Schritt
Welcher Weg der richtige ist, hängt vom Server ab. Läuft deine Website bei einem klassischen Hoster, ist es meist Apache mit .htaccess. Nutzt du WordPress, geht vieles ohne Code. Für die SEO-Wirkung der 301 Weiterleitung ist der Weg egal, solange am Ende ein echter Statuscode 301 vom Server kommt.
Zuordnungsliste fertigstellen
Prüfe jede Zeile deiner Tabelle: Gibt es die neue URL wirklich, und liefert sie den Statuscode 200? Seiten ohne passenden Nachfolger leitest du zum Beispiel auf die nächstverwandte Kategorie, nicht auf die Startseite.
Weiterleitung bei Apache eintragen
Öffne zuerst die Datei .htaccess im Hauptverzeichnis und sichere sie. Die einfachste Form stammt aus dem Modul mod_alias und steht so auch in der Google-Doku. Statt permanent darfst du laut Apache-Doku auch die Zahl 301 schreiben.
# Permanent redirect:
Redirect permanent "/old" "https://example.com/new"Weiterleitung bei Nginx eintragen
Bei Nginx steht die Weiterleitung in der Server-Konfiguration, eine .htaccess gibt es dort nicht. Dieses Beispiel aus der Nginx-Doku leitet eine ganze Domain auf die www-Fassung um und behält den Pfad bei. Danach lädst du die Konfiguration neu.
server {
listen 80;
server_name example.org;
return 301 http://www.example.org$request_uri;
}Weiterleitung in WordPress anlegen
Änderst du den Slug eines veröffentlichten Beitrags, leitet WordPress die alte Adresse von selbst mit 301 weiter. Bei Seiten klappt das dagegen nicht. Für alle anderen Fälle brauchst du ein Plugin: den Redirect Manager in Yoast SEO Premium oder das kostenlose Plugin Redirection mit über zwei Millionen aktiven Installationen.
Interne Links und Sitemap umstellen
Ersetze in Menüs, Texten und Buttons die alten Adressen durch die neuen. Außerdem führt die XML-Sitemap danach nur noch die neuen URLs. So muss anschließend weder ein Besucher noch der Googlebot einen Umweg über die Weiterleitung nehmen.
Weiterleitungen stehen lassen
Lösche die Regeln deshalb nicht nach ein paar Wochen. Google rät, sie so lange wie möglich zu behalten, in der Regel mindestens ein Jahr. Für Besucher mit alten Lesezeichen lohnt es sich, sie gar nicht zu entfernen.
Bei WordPress hängt die Wahl oft am SEO-Plugin, das schon läuft. Den Redirect Manager gibt es nur in Yoast Premium, laut Yoast für 118,80 Euro im Jahr ohne Mehrwertsteuer. Wo Yoast und Rank Math sonst auseinanderliegen, zeigt unser Vergleich der beiden SEO-Plugins.
Die permanente Weiterleitung prüfen
Ob eine Weiterleitung sauber greift, siehst du nicht im Browser, denn der springt einfach zur neuen Seite. Zuverlässig ist stattdessen der Blick in die Antwort des Servers. Mit dem Befehl curl -I holst du nur die Kopfzeilen, so sieht das bei einer alten Kategorie-Seite von soeners.digital aus:
$ curl -I https://soeners.digital/ai-automatisierung/
HTTP/1.1 301 Moved Permanently
X-Redirect-By: Yoast SEO Premium
Location: https://soeners.digital/blog/ai-automatisierung/Entscheidend sind dabei zwei Zeilen: der Statuscode 301 und das Ziel hinter Location. Hängst du -L an, folgt curl der ganzen Kette, und du siehst jede Station. Steht dort mehr als eine Weiterleitung, kürzt du die Kette auf einen direkten Sprung. Erst dann wirkt die 301 Weiterleitung auch für SEO so, wie Google es beschreibt.
- Browser: Entwicklertools öffnen, Tab „Netzwerk“, Häkchen bei „Preserve log“ setzen und die alte URL laden
- Search Console: im Bericht „Seitenindexierung“ erscheinen alte Adressen als „Seite mit Weiterleitung“, das ist dort gewollt
- Fehler: „Weiterleitungsfehler“ in der Search Console heißt zu lange Kette, Schleife oder kaputte Ziel-URL
Ketten lieber mit curl prüfen
Ob die URL-Prüfung der Search Console einer Weiterleitung folgt, beschreibt Google auf zwei Hilfeseiten unterschiedlich. Für die Frage, wie viele Stationen eine Kette hat, ist curl mit -L deshalb die verlässlichere Antwort.
Ein Nebeneffekt: Dieselben Statuscodes stehen auch in deinen Server-Logs. Wie du dort Zeilen liest und Codes zählst, zeigt die Anleitung zu KI-Crawlern im Server-Log.
Typische Fehler bei der dauerhaften Weiterleitung
Die meisten Probleme mit einer dauerhaften Weiterleitung zeigen sich erst Wochen später, wenn Rankings fehlen. Dabei kostet ein Fehler bei der 301 Weiterleitung im SEO oft mehr Zeit als die ganze Einrichtung. Deshalb lohnt der Abgleich mit dieser Liste schon beim Einrichten.
Fehler
Folge
Lösung
Kette aus vielen Stationen
Verzögerung, ab 10 Stationen bricht der Googlebot ab
direkt aufs Endziel leiten
Schleife (A → B → A)
Seite lädt nie, „Weiterleitungsfehler“ in der Search Console
Regeln auf Widersprüche prüfen
Alles auf die Startseite
Google kann es als Soft 404 werten
je URL ein passendes Ziel
302 statt 301 beim Umzug
alte URL bleibt eher in den Ergebnissen
Statuscode auf 301 ändern
Weiterleitungen nach Wochen gelöscht
Signale und alte Links gehen ins Leere
mindestens ein Jahr behalten
Interne Links und Sitemap alt
unnötige Umwege für Besucher und Crawler
auf neue URLs umstellen
Eine Sonderrolle hat außerdem die 302. Zwar folgt Google auch ihr, wertet sie aber nicht als Signal für die kanonische Adresse. John Mueller sagte 2021, eine lange bestehende 302 werde oft wie eine 301 behandelt, eine feste Frist gebe es dafür allerdings nicht. Verlass dich deshalb nicht darauf und setz bei einem echten Umzug von Anfang an die 301.
301 Redirect und SEO: Das Wichtigste für deinen Umzug
Google hat die Regeln nicht geändert, sondern noch einmal klar gesagt. Ein 301 Redirect auf das passende Ziel nimmt die Signale mit, eine 302 lässt die alte URL stehen. Für dein SEO heißt die 301 Weiterleitung damit vor allem Sorgfalt bei der Zuordnung, einen kurzen Weg ohne Ketten und Geduld beim Abbau. Leg vor dem nächsten Relaunch zuerst die Liste mit alten und neuen Adressen an, dann den Code.
Häufige Fragen
Verliert eine 301 Weiterleitung Linkkraft?
Nein, für SEO verliert eine 301 Weiterleitung nichts. Google schreibt nämlich in der Doku zum Website-Umzug, dass 301 und andere dauerhafte Weiterleitungen keinen PageRank kosten. Wichtig ist allerdings, dass die Weiterleitung direkt auf eine inhaltlich passende Seite zeigt. Ketten und pauschale Weiterleitungen auf die Startseite schaden dagegen, weil Google sie als Fehler oder Soft 404 werten kann.
Was ist der Unterschied zwischen 301 und 308?
Für Google sind beide dauerhafte Weiterleitungen mit gleicher Wirkung. Der Unterschied liegt im Browser: Bei 301 darf er laut der HTTP-Norm RFC 9110 aus einem POST-Aufruf ein GET machen, bei 308 nicht. Für normale Seiten ist die 301 deshalb die übliche Wahl, die 308 hilft bei Formularen und Schnittstellen.
Wie lange muss eine 301-Weiterleitung bestehen bleiben?
So lange wie möglich, laut Google in der Regel mindestens ein Jahr. In dieser Zeit überträgt Google nämlich die Signale und ordnet Links von fremden Seiten der neuen Adresse zu. Für Besucher mit alten Lesezeichen und für Links, die du nicht ändern kannst, lohnt es sich, die Weiterleitung dauerhaft zu behalten.
Was passiert, wenn ich eine 302 statt einer 301 setze?
Google folgt der 302, wertet sie aber nur als schwaches Signal. In den Suchergebnissen bleibt dann eher die alte URL stehen. John Mueller sagte 2021, eine sehr lange bestehende 302 werde oft wie eine 301 behandelt, eine feste Frist gibt es aber nicht. Bei einem dauerhaften Umzug ist die 301 Weiterleitung für SEO deshalb die sichere Wahl.
Wie viele Weiterleitungen hintereinander verträgt Google?
Der Googlebot folgt laut Google-Doku bis zu zehn Weiterleitungen hintereinander, danach bricht er ab. Empfohlen sind aber höchstens drei bis vier Stationen, weil lange Ketten Besucher ausbremsen und nicht jeder Browser ihnen folgt. Für SEO leitest du deshalb jede alte URL per 301 Weiterleitung direkt auf ihr Endziel.
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Quellen
- Weiterleitungen und die Google Suche (Google Search Central)
- HTTP-Statuscodes und Crawling (Google)
- Website-Umzug mit URL-Änderungen (Google Search Central)
- Bericht zur Seitenindexierung (Search-Console-Hilfe)
- RFC 9110 HTTP Semantics, Weiterleitungen (IETF)
- mod_alias (Apache-Doku)
- Rewrite-Regeln umstellen (Nginx-Doku)
- wp_old_slug_redirect (WordPress-Entwicklerdoku)
Stand vom 7. November 2026 · Zahlen und Pläne können sich ändern – wir halten den Beitrag aktuell.