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Bleistiftskizze: Ball springt von Webseite über Wand mit orangem Aufkleber zur zweiten Webseite, daneben Figur mit Besen als Bild für Bounce Tracking
Tracking & Analytics

Bounce Tracking

Ein Umweg über eine fremde Domain, der nur Millisekunden dauert und trotzdem ein Cookie hinterlässt. Bounce Tracking umgeht die Sperre von Third-Party-Cookies — und die Browser räumen inzwischen hinterher auf.

Auch bekannt alsRedirect TrackingBounce-Tracking

4 Min

Lesezeit

08.11.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist Bounce Tracking?

Du klickst in einem Newsletter auf einen Link zum Shop. Was du nicht siehst: Für einen Wimpernschlag landest du vorher auf der Domain eines Tracking-Dienstes, und erst dann geht es weiter. Dieser Umweg ist Bounce Tracking, auf Deutsch etwa „Abpraller-Tracking“.

Der Trick dahinter: Während du kurz auf der Tracker-Domain bist, ist sie für deinen Browser die Seite, die du gerade besuchst. Ihr Cookie gilt deshalb als First-Party-Cookie, nicht als Cookie eines Drittanbieters. Die Sperre für Third-Party-Cookies greift nicht. Das Mozilla Developer Network nennt das einen Missbrauch der Navigation zwischen Websites.

Es gibt zwei Varianten:

  • Bounce through: Seite A → Tracker → Seite B. Typisch für Klick-Tracking in Mails, Anzeigen und Affiliate-Links.
  • Bounce back: Seite A → Tracker → zurück zu Seite A. Der Tracker holt sich nur schnell sein Cookie ab.

Was die Browser dagegen tun

Alle großen Browser erkennen solche Abpraller inzwischen. Blockiert wird die Weiterleitung nicht — du kommst weiter ans Ziel. Der Browser löscht aber später die Daten der Tracker-Domain: Cookies, lokalen Speicher, Cache. Entscheidend ist immer, ob du mit der Domain je selbst etwas gemacht hast.

Browser

Schutz

Safari

seit ITP 2.0 (2018), löscht Daten ohne Interaktion an 30 Nutzungstagen

Firefox

seit Version 133 (2024), im strengen Schutzmodus

Chrome

seit Version 116 (2023), nur bei gesperrten Third-Party-Cookies

Ein paar Details machen den Unterschied. Safari zählt Tage, an denen du den Browser benutzt, nicht Kalendertage, und zieht über einen „Collusion Graph“ auch Domains mit, die auf einen bekannten Tracker weiterleiten. Chrome verschont eine Domain, wenn du sie in den letzten 45 Tagen aktiv benutzt hast. Firefox hatte schon ab Version 79 einen älteren Schutz, der Daten von bekannten Trackern alle 24 Stunden aufräumt.

Zwei Fälle aus der Praxis

Klick-Tracking im Newsletter

Dein Newsletter-Tool schreibt jeden Link um: erst auf seine Klick-Domain, dann zu deinem Shop. Die Weiterleitung funktioniert weiter, deine Klickzahlen im Tool auch, denn die zählt der Server. Ein Cookie, das die Klick-Domain dabei setzt, kann Safari aber nach einiger Zeit wieder löschen, weil niemand die Domain selbst besucht.

Login über einen Anbieter

Du meldest dich mit deinem Google-Konto bei einem Tool an. Auch hier gibt es Weiterleitungen. Nur: Du tippst beim Anbieter dein Passwort ein oder bestätigst den Zugang. Das ist eine echte Interaktion, und genau die schützt die Daten. Logins und Bezahldienste sollen laut Browser-Herstellern ausdrücklich nicht kaputtgehen.

Häufige Missverständnisse

Fehler 1 · „Meine Weiterleitungen werden jetzt blockiert“

Nein. Kein Browser hält die Navigation an. Gelöscht werden nur gespeicherte Daten der Zwischendomain, und das auch erst nach Tagen.

Fehler 2 · „Server-Weiterleitungen sind sicher“

Auch falsch. Laut MDN erfasst der Schutz Weiterleitungen per Server genauso wie per JavaScript.

Fehler 3 · „Chrome hat das für alle abgestellt“

Solange Third-Party-Cookies in Chrome erlaubt sind, greift dort der Schutz nicht. Bounce Tracking ist also kein totes Thema, nur ein unzuverlässiges.

Fehler 4 · Einwilligung vergessen

Ein Tracking-Cookie bleibt ein Tracking-Cookie, egal auf welchem Weg es auf das Gerät kommt. Nach § 25 TDDDG braucht das Speichern von Informationen auf dem Endgerät eine Einwilligung, außer es ist für einen vom Nutzer gewünschten Dienst unbedingt erforderlich. Ein Werbe-Cookie über einen Umweg fällt nicht darunter. Das ist eine Einordnung, keine Rechtsberatung.

Was heißt das für dich?

  • Setz auf First-Party-Daten: Was du auf deiner eigenen Domain misst, mit Einwilligung, ist stabiler als jeder Umweg.
  • Prüf deine Ketten: In den Entwicklertools des Browsers zeigt der Reiter Netzwerk jede Weiterleitung. Chrome hat unter Anwendung einen eigenen Bereich, um den Schutz testweise auszulösen.
  • Erwarte Lücken: Affiliate- und Werbe-Attribution über Weiterleitungen verliert Daten, vor allem bei Safari-Nutzern.

Häufige Fragen

Ist Bounce Tracking dasselbe wie die Bounce Rate?

Nein. Die Bounce Rate ist eine Kennzahl für Besuche ohne Interaktion. Bounce Tracking ist eine Technik, bei der eine Weiterleitung ein Cookie setzt. Gemeinsam ist nur das Wort.

Funktionieren meine Klick-Links im Newsletter noch?

Ja. Die Weiterleitung klappt weiter, und Klicks zählt das Newsletter-Tool auf seinem Server. Betroffen sind nur Cookies, die die Klick-Domain im Browser setzt.

Welche Browser schützen gegen Bounce Tracking?

Safari seit 2018, Firefox seit Version 133 im strengen Modus und Chrome seit Version 116, dort aber nur, wenn Third-Party-Cookies gesperrt sind.

Wie prüfe ich, ob meine Website Bounce Tracking nutzt?

Klick deine wichtigsten Links mit offenen Entwicklertools durch und schau im Reiter Netzwerk, ob eine fremde Domain zwischengeschaltet ist und dort Cookies setzt.

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