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Bleistiftskizze: Eine Figur hakt neben einer Webseite das letzte Kästchen ihrer Klemmbrett-Checkliste orange ab, als Bild für Akzeptanzkriterien
Marketing-Grundlagen & Strategie

Akzeptanzkriterien

Die Checkliste, die vorher festlegt, wann eine Aufgabe wirklich fertig ist. Damit endet der Streit „Das hatte ich mir aber anders vorgestellt“, bevor er anfängt.

Auch bekannt alsAcceptance CriteriaAbnahmekriterienConditions of Satisfaction

6 Min

Lesezeit

08.11.2026

Letzte Aktualisierung

Was sind Akzeptanzkriterien?

Wann ist eine neue Landingpage fertig? Wenn sie online ist? Wenn sie gut aussieht? Wenn das Formular funktioniert? Ohne Absprache hat jeder eine andere Antwort. Akzeptanzkriterien klären das vorher, schriftlich und prüfbar.

Das Testing-Glossar des ISTQB beschreibt sie so: Kriterien, die eine Komponente oder ein System erfüllen muss, damit ein Benutzer, Kunde oder eine andere befugte Stelle es abnimmt. Im deutschen Glossar heißen sie deshalb auch Abnahmekriterien. Scrum-Autor Mike Cohn nennt sie „Conditions of Satisfaction“.

Wichtig ist der Bezug: Akzeptanzkriterien gelten immer für eine Aufgabe — eine User Story, ein Feature, einen Kampagnenbaustein. Für jede Aufgabe schreibst du eigene.

Zwei Arten, sie zu schreiben

Als Checkliste

Die einfachste Form: eine Liste prüfbarer Aussagen. Jede lässt sich mit Ja oder Nein beantworten. Beispiel für eine Landingpage:

  • Das Formular schickt jede Anfrage ins CRM.
  • Nach dem Absenden sieht der Besucher eine Danke-Seite.
  • Die Seite lädt am Handy in unter drei Sekunden.
  • Der Klick auf „Absenden“ wird in GA4 als Conversion gezählt.

Als Szenario: Gegeben, Wenn, Dann

Given-When-Then

Gegeben [Ausgangslage] · Wenn [Aktion] · Dann [sichtbares Ergebnis]

Beispiel: Gegeben ein Besucher hat den Newsletter abonniert · Wenn er auf den Bestätigungslink klickt · Dann bekommt er innerhalb von fünf Minuten die Willkommensmail.

Das Format kommt aus dem Behaviour-Driven Development, das Dan North 2006 beschrieben hat. Die Agile Alliance nennt es eine Vorlage für Akzeptanztests. Mit der formalen Sprache Gherkin lassen sich solche Szenarien sogar automatisch testen — Gherkin gibt es in über 70 Sprachen, auch auf Deutsch. Für Marketing brauchst du das nicht: Das Format funktioniert genauso in einem Briefing.

Akzeptanzkriterien und Definition of Done

Die beiden werden ständig verwechselt. Der Unterschied ist einfach:

Begriff

Gilt für

Akzeptanzkriterien

Eine einzelne Aufgabe

Definition of Done

Jede Aufgabe im Team

Definition of Ready

Den Start einer Aufgabe

Testfall

Die konkrete Prüfung

Die Definition of Done ist der Qualitätsstandard des ganzen Teams, etwa „Texte sind gegengelesen, Tracking ist geprüft“. Cohn nennt sie einen besonderen Satz von Akzeptanzkriterien, der an jeder Aufgabe hängt. Fertig ist eine Aufgabe erst, wenn beides erfüllt ist. Übrigens: Der Scrum Guide 2020 kennt nur die Definition of Done. Akzeptanzkriterien sind laut Scrum.org eine ergänzende Praxis, kein Teil von Scrum.

Warum sich der Aufwand lohnt

Unklare Anforderungen sind teuer. In einer Studie des Project Management Institute von 2014 mit 2.066 Befragten war ungenaues Anforderungsmanagement bei 47 % der gescheiterten Projekte die Hauptursache. Von jedem Dollar für Projekte gingen 5,1 Cent dadurch verloren.

Die Zahlen gelten für Anforderungsmanagement insgesamt, nicht nur für Akzeptanzkriterien. Aber die Richtung ist klar: Wer vorher aufschreibt, was „fertig“ heißt, muss hinterher weniger nachbessern.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Nicht prüfbar formuliert

„Die Seite soll modern wirken“ ist kein Kriterium, das ist ein Wunsch. Prüfbar wäre: „Die Seite nutzt Schriften und Farben aus dem Styleguide.“ Bill Wakes bekannte INVEST-Regel für User Stories verlangt genau das — das T steht für testbar.

Fehler 2 · Erst hinterher schreiben

Kriterien, die nach der Umsetzung entstehen, beschreiben nur, was gebaut wurde. Sie gehören an den Anfang. Sonst diskutiert ihr bei der Abnahme, was eigentlich gemeint war.

Fehler 3 · Das Wie statt das Was

„Das Formular wird mit Plugin X gebaut“ legt die Umsetzung fest, nicht das Ergebnis. Schreib, was am Ende passieren soll. Wie das Team dahin kommt, ist seine Sache.

Fehler 4 · Als Sache der Tester abtun

Laut Cohn halten viele Product Owner Akzeptanzkriterien für Tests, die Tester schreiben. Gemeint ist eine Vereinbarung zwischen Auftraggeber und Team. Wer etwas haben will, muss sagen, woran er es erkennt.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Akzeptanzkriterien und Definition of Done?

Akzeptanzkriterien gelten für eine einzelne Aufgabe und beschreiben, was genau sie leisten muss. Die Definition of Done gilt für jede Aufgabe im Team und beschreibt den gemeinsamen Qualitätsstandard. Fertig ist eine Aufgabe erst, wenn beides erfüllt ist.

Wer schreibt die Akzeptanzkriterien?

Vor allem der Auftraggeber oder Product Owner, denn er muss das Ergebnis abnehmen. Am besten entstehen sie aber im Gespräch mit dem Team, das die Aufgabe umsetzt. Und zwar bevor die Arbeit beginnt.

Wie viele Akzeptanzkriterien braucht eine User Story?

Eine belegte Zahl gibt es nicht. So viele, dass klar ist, wann die Aufgabe fertig ist — und so wenige, dass die Aufgabe übersichtlich bleibt. Wird die Liste lang, teil die Aufgabe auf.

Muss ich Given-When-Then benutzen?

Nein. Das Format hilft, wenn es um Abläufe geht, etwa eine Anmeldung oder einen Checkout. Für vieles im Marketing reicht eine Checkliste mit prüfbaren Aussagen völlig aus.

Gehören Akzeptanzkriterien zu Scrum?

Nicht offiziell. Der Scrum Guide 2020 erwähnt sie nicht, er kennt nur die Definition of Done. Akzeptanzkriterien sind eine ergänzende Praxis, die fast alle agilen Teams trotzdem nutzen.

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