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Bleistiftskizze: Filmstreifen mit Porträts, darunter ein orange hervorgehobener Streifen mit Hammer, Tasse und Haus als Bild für B-Roll
Video & Visuals

B-Roll

Die Bilder, die dein Video lebendig machen: B-Roll läuft über dem Ton deines Interviews und zeigt, worüber gerade gesprochen wird. Ohne sie bleibt nur ein Kopf, der redet.

Auch bekannt alsB RollSchnittbilder

6 Min

Lesezeit

02.11.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist B-Roll?

Warum wirkt ein Interview oft nach zwei Minuten zäh, obwohl der Inhalt stimmt? Weil es nur einen Kopf zu sehen gibt. B-Roll ist das Gegenmittel: zusätzliches Bildmaterial, das über das Hauptmaterial geschnitten wird, während der Ton weiterläuft.

Das Hauptmaterial heißt A-Roll: das Interview, der Dialog, die Person, die in die Kamera spricht. Die A-Roll trägt die Geschichte allein. Spielst du nur sie ab, bleibt das Video verständlich. Die B-Roll zeigt, worüber gesprochen wird, zum Beispiel die Werkstatt, die Hände bei der Arbeit oder das Produkt.

Der Name kommt aus der Zeit des Filmschnitts. Dort arbeitete man mit zwei getrennten Rollen: Auf der A-Rolle lag das Hauptmaterial, auf der B-Rolle die Zusatzaufnahmen. Im Deutschen sagt man auch Schnittbilder.

Wozu brauchst du B-Roll?

  • Zeigen statt behaupten: „Wir fertigen von Hand“ wirkt erst, wenn man die Hände sieht.
  • Schnitte verdecken: Du kürzt das Interview, und niemand sieht den Sprung im Bild.
  • Fehler retten: Husten oder Versprecher verschwinden unter einem Schnittbild.
  • Tempo geben: Bildwechsel halten lange Passagen in Bewegung.
  • Ort festlegen: Ein Außenbild zeigt in zwei Sekunden, wo wir sind.

So planst du B-Roll

Der größte Fehler passiert vor dem Drehtag: B-Roll wird nebenbei erledigt. Plan sie stattdessen in der Shotlist mit ein.

  • Vorher notieren: Welche Dinge, Abläufe und Orte kommen im Interview vor? Genau die filmst du.
  • Nachher ergänzen: Erwähnt die Person etwas Neues, drehst du es direkt im Anschluss.
  • Lang genug drehen: Adobe rät, je Einstellung im Kopf bis zehn zu zählen. So bleibt Spielraum im Schnitt.
  • Abwechseln: Mische Einstellungsgrößen, also Totale für den Ort und Details für Hände und Produkt.
  • Licht einplanen: Tageszeit und Wetter müssen zum Interview passen.

Ein festes Verhältnis von A- zu B-Roll gibt es nicht. Als grobe Faustwerte nennt ein Tool-Anbieter ein Schnittbild etwa alle 20 bis 40 Sekunden im längeren Interview und deutlich häufigere Schnitte bei Kurzvideos. Nimm das als Startpunkt, nicht als Regel.

Selbst drehen oder Stock Footage?

B-Roll beschreibt die Funktion im Schnitt, nicht die Herkunft. Eigene Aufnahmen sind B-Roll, gekaufte Clips auch. Eigene Bilder sind fast immer stärker, weil sie deinen Betrieb zeigen. Stock Footage hilft, wenn du etwas nicht drehen kannst, zum Beispiel eine Luftaufnahme.

Prüf bei jedem Clip die Lizenz. Die Regeln unterscheiden sich:

Quelle

Das musst du wissen

Pexels

Kostenlos, aber keine erkennbare Person als Fürsprecher deines Produkts

Pixabay

Kostenlos, Zustimmung Dritter prüfst du selbst

Adobe Stock

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„Kostenlos“ heißt also nicht „rechtefrei“. Mehr dazu unter Lizenzfrei.

Mitarbeitende im Bild: Was gilt?

Bildnisse dürfen nach § 22 Kunsturhebergesetz grundsätzlich nur mit Einwilligung verbreitet werden. Das Bundesarbeitsgericht hat 2015 entschieden (8 AZR 1011/13), dass Beschäftigte dafür auch im Arbeitsverhältnis schriftlich einwilligen müssen.

Der Fall ist ein echtes B-Roll-Beispiel: In einem Werbefilm war ein Mitarbeiter in zwei Sequenzen von je rund zwei bis drei Sekunden zu sehen. Das Gericht stufte ihn als erkennbar ein, nicht als bloßes Beiwerk. Schon kurze Schnittbilder können also eine Einwilligung brauchen.

Hol dir die Einwilligung deshalb schriftlich vor dem Dreh und bezogen auf den konkreten Film.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Zu kurz drehen

Drei Sekunden Rohmaterial mit Wackler am Anfang ergeben eine Sekunde Nutzbares. Zähl beim Dreh bis zehn und halte die Kamera ruhig.

Fehler 2 · Bilder ohne Bezug

Lächelnde Stock-Menschen am Laptop sagen nichts über deinen Betrieb. B-Roll muss zeigen, was gerade gesagt wird. Sonst ist es Tapete.

Fehler 3 · Die wichtigste Stelle überdecken

Bei der emotionalen Kernaussage will man das Gesicht sehen. Leg B-Roll über Erklärpassagen, nicht über den Moment, in dem die Person dich überzeugt.

Fehler 4 · Einwilligung vergessen

Dieser Fehler ist nachträglich am teuersten. Ist der Film fertig und jemand will nicht im Bild sein, wird neu geschnitten.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen A-Roll und B-Roll?

Die A-Roll ist das Hauptmaterial, das die Geschichte allein trägt, also Interview oder Moderation. Die B-Roll ist das Zusatzmaterial darüber, das zeigt, worüber gesprochen wird. Ohne A-Roll fehlt die Aussage, ohne B-Roll fehlt die Abwechslung.

Wie viel B-Roll brauche ich für ein Interview?

Eine feste Quote gibt es nicht. Als grober Faustwert gilt ein Schnittbild etwa alle 20 bis 40 Sekunden. Dreh lieber zu viel als zu wenig, denn im Schnitt ist Material nie zu viel.

Darf ich Mitarbeitende einfach im Hintergrund filmen?

Besser nicht ohne Einwilligung. Sobald jemand erkennbar ist, braucht es in der Regel eine schriftliche Einwilligung. Das Bundesarbeitsgericht ließ dafür schon Sequenzen von wenigen Sekunden genügen. Keine Rechtsberatung.

Kann ich kostenlose Stock-Videos für Werbung nutzen?

Oft ja, aber lies die Lizenz. Pexels und Pixabay erlauben viel, verbieten aber bestimmte Nutzungen und überlassen dir die Prüfung von Personen, Marken und Logos. Redaktionelle Clips sind für Werbung tabu.

Was ist der Unterschied zwischen B-Roll und Stock Footage?

B-Roll beschreibt die Funktion im Video, Stock Footage die Herkunft. Stock-Material kann als B-Roll dienen, eigene Aufnahmen aber auch. Die beiden Begriffe sind keine Gegensätze.

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