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Bleistiftskizze: Klemmbrett mit Raster und Bleistift, drei orange markierte Häkchen, daneben Kamera auf Stativ vor Topfpflanze als Bild für eine Shotlist
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Shotlist

Eine Shotlist ist die Einkaufsliste für deinen Drehtag: Jede Einstellung, die du brauchst, steht drauf. Wer ohne dreht, merkt erst im Schnitt, was fehlt.

Auch bekannt alsShot ListDrehlisteEinstellungsliste

5 Min

Lesezeit

02.11.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist eine Shotlist?

Du sitzt nach dem Dreh am Schnitt und merkst: Die Nahaufnahme vom Produkt fehlt. Der Kunde ist längst weg, das Licht auch. Genau diesen Moment verhindert eine Shotlist.

Sie listet jede Einstellung auf, die du drehen willst — also jedes einzelne Bild zwischen zwei Schnitten. Adobe nennt sie einen Spickzettel für die Kamera-Setups eines Drehtags: Sie zeigt, welche Totalen, Halbnahen und Nahen du brauchst, damit im Schnitt eine stimmige Geschichte entsteht.

Im deutschen Filmhandwerk heißt der Schritt davor Auflösung: Das Drehbuch wird in einzelne Einstellungen zerlegt. Die Shotlist ist das Ergebnis davon, geschrieben als Liste.

Was gehört in eine Shotlist?

Meist ist sie eine Tabelle. Die üblichen Spalten:

  • Nummer — Szene und Einstellung, etwa 2B
  • Beschreibung — was ist zu sehen?
  • Einstellungsgröße — Totale, Halbnah, Nah, Detail
  • Winkel und Bewegung — von oben, auf Augenhöhe, Schwenk, Fahrt
  • Format — Hochformat 9:16 oder Querformat 16:9
  • Ort — innen oder außen, welcher Raum
  • Ton und Requisiten — wer spricht, was muss da sein

So kann eine Shotlist für ein 30-Sekunden-Reel einer Bäckerei aussehen:

Nr.

Einstellung

1

Detail: Hände kneten Teig, von oben, 9:16

2

Nah: Blech fährt in den Ofen, seitlich

3

Halbnah: Bäckerin spricht in die Kamera, Ton

4

Detail: Brot wird angeschnitten, Zeitlupe

5

Totale: Laden mit Kunden, Logo im Bild

Shotlist für Werbe- und Social-Videos

Für Anzeigen lohnt ein Abgleich mit Googles ABCD-Regeln für Videoanzeigen: schnell auf den Punkt kommen mit engem Bildausschnitt, die Marke früh zeigen und später wieder aufgreifen, Menschen zeigen, mit einem klaren Aufruf enden. Für YouTube Shorts empfiehlt Google zusätzlich enge Ausschnitte und Authentizität.

Übersetzt in deine Liste heißt das: Mindestens eine Einstellung für die ersten zwei Sekunden, die sofort zieht. Eine mit Logo oder Produkt gut sichtbar. Eine mit einem Menschen. Und eine fürs Ende, auf die der Aufruf passt. Shorts dürfen inzwischen bis zu drei Minuten lang sein und laufen im Hochformat — plan das Format deshalb gleich in der Liste mit.

Shotlist, Storyboard, Drehplan

  • Storyboard — zeigt die Einstellungen als Bilder. Die Shotlist ist Text, technischer und schneller zu ändern. Gut ist, beides zu haben.
  • Drehbuch — liefert Handlung, Dialog und Sprechertext. Die Shotlist zerlegt es in Einstellungen.
  • Drehplan — legt fest, wann was gedreht wird. Er baut auf der Shotlist auf.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Zu vage

„Produkt zeigen“ ist keine Einstellung. Nah oder Detail? Von oben oder seitlich? Steht es oder dreht es sich? Je genauer die Zeile, desto weniger Diskussion am Set.

Fehler 2 · Zu viel auf der Liste

Adobe rät bei Kurzfilmen ohne Probenzeit zu höchstens vier oder fünf Einstellungen pro Szene. Eine Liste mit vierzig Positionen für einen halben Drehtag wird nicht fertig — und dann fehlen ausgerechnet die wichtigen.

Fehler 3 · In Drehbuch-Reihenfolge drehen

Dreh alle Einstellungen eines Kamera-Aufbaus am Stück, bevor du umbaust — auch wenn sie im Film weit auseinanderliegen. Umbauten von Licht und Kamera fressen mehr Zeit, als man denkt.

Fehler 4 · Format vergessen

Wer nur quer dreht, kann im Nachhinein schlecht ein Reel schneiden. Schreib zu jeder Einstellung, für welches Format sie gedacht ist.

So baust du deine Shotlist

  1. Vom Ende her denken — welche Videos sollen am Ende rauskommen, in welchen Längen und Formaten?
  2. Skript zerlegen — für jeden Satz oder Schritt überlegen, welches Bild ihn zeigt.
  3. Spalten füllen — Google Sheets oder Excel reichen völlig.
  4. Nach Aufbau sortieren — Einstellungen mit gleichem Ort und Licht zusammenlegen.
  5. Am Set abhaken — und zwei, drei Extra-Einstellungen als Puffer einplanen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Shotlist und Storyboard?

Das Storyboard zeigt die Einstellungen als gezeichnete oder fotografierte Bilder. Die Shotlist beschreibt sie als Text mit technischen Angaben. Das Storyboard hilft, die Wirkung zu sehen, die Shotlist hilft am Set beim Abarbeiten.

Brauche ich für ein kurzes Reel überhaupt eine Shotlist?

Eine kurze reicht, aber ja. Schon fünf Zeilen verhindern, dass dir im Schnitt der Einstieg oder die Schlusseinstellung fehlt. Gerade bei Kurzvideos zählt jede Sekunde.

Wer erstellt die Shotlist?

In größeren Produktionen Regie und Kamera gemeinsam. Bei kleinen Drehs machst du das selbst — am besten zusammen mit der Person, die später schneidet.

Wie viele Einstellungen plane ich pro Szene?

Adobe empfiehlt bei Kurzfilmen ohne Probenzeit höchstens vier oder fünf pro Szene. Für Social-Videos reichen oft drei: eine Totale, eine Nahe, ein Detail.

Gibt es eine kostenlose Shotlist-Vorlage?

Eine Tabelle in Google Sheets oder Excel mit den Spalten Nummer, Beschreibung, Einstellungsgröße, Bewegung, Format, Ort und Ton ist eine vollwertige Vorlage. Spezielle Tools wie StudioBinder bieten zusätzlich Storyboard-Funktionen.

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