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Bleistiftskizze: Kleine Figuren mit Karren gehen unter einem Riesen durch, dessen Fuß an orange Kette und Kugel mit Sternen gebunden ist, als Bild für den DMA
Recht & Datenschutz

Digital Markets Act

DMA

Sieben Konzerne, 23 Dienste, klare Regeln. Der Digital Markets Act zwingt die größten Plattformen zu fairem Spiel. Dich trifft er nur mittelbar, aber du spürst ihn in deinen Werbekonten.

Auch bekannt alsGesetz über digitale Märkte

6 Min

Lesezeit

02.11.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist der Digital Markets Act?

Was passiert, wenn wenige Plattformen bestimmen, wer überhaupt an Kunden kommt? Darauf antwortet die EU mit dem Digital Markets Act, kurz DMA. Die Verordnung (EU) 2022/1925 soll digitale Märkte fair und für neue Anbieter offen halten.

Das Prinzip: Die Regeln greifen vorab. Beim Kartellrecht prüft die Behörde nachträglich im Einzelfall. Der DMA sagt großen Plattformen schon vorher, was sie tun müssen und was sie lassen sollen. Das Kartellrecht gilt daneben weiter.

Der DMA ist seit dem 2. Mai 2023 anwendbar. Die erste Benennung von Gatekeepern kam am 6. September 2023. Zuständig ist die EU-Kommission.

Der Unterschied zum Digital Services Act

Die beiden werden oft verwechselt. Der Digital Services Act (DSA) gilt abgestuft für alle Online-Dienste und kümmert sich um Inhalte, Grundrechte und Werbetransparenz. Der DMA gilt nur für Gatekeeper und kümmert sich um Wettbewerb. Merkhilfe: DSA ist der Schutz der Nutzer, DMA die Fairness im Markt.

Wer ist Gatekeeper?

Ein Gatekeeper ist ein Torwächter: ein Konzern, an dessen Dienst Unternehmen kaum vorbeikommen. Die Benennung gilt immer je Dienst. Vermutet wird das nach Art. 3, wenn alle drei Bedingungen erfüllt sind:

  • Größe: mindestens 7,5 Mrd. € Jahresumsatz in der EU oder 75 Mrd. € Marktkapitalisierung, dazu derselbe Dienst in mindestens drei Mitgliedstaaten.
  • Reichweite: mindestens 45 Mio. monatlich aktive Endnutzer und 10.000 jährlich aktive gewerbliche Nutzer in der EU.
  • Dauer: Die Nutzerwerte müssen in jedem der letzten drei Jahre erreicht sein.

Stand November 2026 führt die Kommission sieben Gatekeeper mit 23 Diensten:

Konzern

Dienste, unter anderem

Alphabet

Suche, YouTube, Maps, Chrome, Online-Werbung

Meta

Facebook, Instagram, WhatsApp, Meta Ads

Amazon

Marketplace, Amazon Advertising

Apple

App Store, iOS, Safari

Microsoft

LinkedIn, Windows

ByteDance

TikTok

Booking

Booking.com

Was Gatekeeper dürfen und was nicht

Drei Regeln sind für Marketing besonders wichtig:

  • Daten nur mit Einwilligung (Art. 5 Abs. 2): Gatekeeper dürfen personenbezogene Daten nur nach echter Wahl für Werbung nutzen oder zwischen Diensten kombinieren.
  • Keine Selbstbevorzugung (Art. 6 Abs. 5): Eigene Angebote dürfen im Ranking nicht besser stehen als die anderer.
  • Zugang zu Messdaten (Art. 6 Abs. 8): Werbetreibende und Publisher bekommen kostenlos Zugriff auf Messinstrumente und die Daten dazu.

Dazu kommt das Verbot, Anbieter am Verweis auf eigene Angebote außerhalb der Plattform zu hindern. Das nennt sich Anti-Steering.

Das kostet ein Verstoß

Die Geldbuße reicht bis 10 % des weltweiten Jahresumsatzes, im Wiederholungsfall bis 20 %. Das sind keine Drohgebärden mehr:

Datum und Konzern

Bußgeld

April 2025, Apple

500 Mio. € (Anti-Steering)

April 2025, Meta

200 Mio. € (Consent or Pay)

Juli 2026, Google

890 Mio. € (Suche und Google Play)

Im Fall Google entfielen 460 Mio. € auf die Bevorzugung eigener Dienste in der Suche und 430 Mio. € auf Google Play. Gegen solche Entscheidungen kann geklagt werden, die Beträge sind also nicht automatisch das letzte Wort.

Was der DMA für dein Marketing bedeutet

Pflichten hast du keine aus dem DMA. Spüren wirst du ihn trotzdem, und zwar über die Plattformen:

  • Einwilligung für Google Ads: Google verlangt von Werbetreibenden, für Messung und Remarketing im EWR eine Einwilligung einzuholen und sie weiterzugeben.
  • Meta-Anzeigen: Meta sagte zu, EU-Nutzern ab Januar 2026 die Wahl zu geben: voll personalisierte Werbung oder weniger Datenweitergabe.
  • Google-Suche: Das Verfahren dreht sich um Shopping, Hotels, Transport und Sport. Änderungen können auch deine Sichtbarkeit verschieben. Belastbare Zahlen dazu gibt es noch nicht.
  • Mehr Transparenz: Laut DMA-Review 2026 bekommen Werbetreibende mehr Einblick in Preise und Konditionen.

Häufige Fehler

Fehler 1 · „Der DMA gilt für mich“

Tut er nicht. Er richtet sich nur an Gatekeeper. Für dich gelten DSGVO, UWG und die Regeln der Plattformen.

Fehler 2 · DMA und DSA gleichsetzen

Die 45 Mio. Nutzer tauchen in beiden auf, doch es sind getrennte Prüfungen mit anderen Zielen.

Fehler 3 · Gatekeeper gleich Konzern

Es zählt der einzelne Dienst. Facebook Marketplace etwa wurde im April 2025 wieder aus der Liste gestrichen, obwohl Meta Gatekeeper bleibt.

Praxis-Tipp zum Schluss

Häufige Fragen

Gilt der DMA für kleine Unternehmen?

Nein. Die Pflichten treffen nur benannte Gatekeeper. Kleine Unternehmen sind nur mittelbar betroffen, wenn Plattformen ihre Regeln ändern, und können von neuen Rechten profitieren.

Wer sind die Gatekeeper nach dem DMA?

Alphabet, Amazon, Apple, ByteDance, Meta, Microsoft und Booking mit zusammen 23 Diensten. Die Liste kann sich ändern, aktuell steht sie auf der DMA-Seite der EU-Kommission.

Muss ich wegen des DMA Consent Mode nutzen?

Der DMA selbst verlangt das nicht von dir. Die Vorgabe kommt aus Googles Richtlinie für Werbetreibende im EWR. Ohne Einwilligungssignale verlierst du Remarketing und Personalisierung.

Wie hoch sind die Strafen?

Bis 10 % des weltweiten Jahresumsatzes, im Wiederholungsfall bis 20 %. Bei Verfahrensverstößen sind es bis 1 %. Zusätzlich sind Zwangsgelder möglich.

Was ist „Consent or Pay“?

Das Modell, bei dem Nutzer entweder Tracking zustimmen oder bezahlen. Die Kommission sah darin bei Meta einen DMA-Verstoß, weil keine gleichwertige Variante mit weniger Daten angeboten wurde.

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