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Bleistiftskizze: Gießkanne am Haken tropft auf drei Töpfe mit Keimling, Spross und Pflanze mit oranger Blüte, als Bild für schrittweise E-Mail-Folgen
E-Mail, CRM & Automation

Drip-Kampagne

Einmal schreiben, monatelang wirken: Eine Drip-Kampagne schickt jedem neuen Kontakt eine Folge vorbereiteter E-Mails — Tropfen für Tropfen, im richtigen Abstand.

Auch bekannt alsDrip CampaignDrip-Marketing

6 Min

Lesezeit

28.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist eine Drip-Kampagne?

Jemand meldet sich für deinen Newsletter an. Und dann? Bei vielen kleinen Unternehmen passiert erst mal: nichts — bis zum nächsten Rundschreiben in drei Wochen. Eine Drip-Kampagne füllt genau diese Lücke.

„Drip“ heißt tropfen. Statt alles auf einmal zu schicken, bekommt jeder neue Kontakt eine Folge vorbereiteter E-Mails nach festem Zeitplan, zum Beispiel an Tag 0, 2, 5 und 10. Der E-Mail-Dienst Twilio SendGrid beschreibt es als Strategie, vorab geschriebene Nachrichten nach einem festgelegten Zeitplan zu verschicken, ausgelöst durch Ereignisse wie Registrierung oder Kauf.

Das Entscheidende: Jeder Kontakt startet zu seinem Zeitpunkt. Wer sich heute anmeldet, bekommt heute Mail 1. Wer sich nächsten Dienstag anmeldet, nächsten Dienstag. Typische Strecken sind:

  • Willkommensstrecke nach der Newsletter-Anmeldung
  • Onboarding für neue Kunden einer Software oder eines Kurses
  • Nachkauf-Strecke mit Tipps, Bewertungsbitte und passendem Zubehör
  • Warenkorbabbruch-Erinnerungen im Shop
  • Reaktivierung von Kontakten, die lange nichts geöffnet haben

Drip-Kampagne, Newsletter und Lead Nurturing

Begriff

Was ihn ausmacht

Newsletter

geht an alle gleichzeitig, aktueller Inhalt

Drip-Kampagne

startet je Kontakt, feste Folge, zeitlose Inhalte

Trigger-Mail

eine einzelne Mail als Reaktion auf ein Verhalten

Lead Nurturing

die Strategie dahinter, oft mit Drips umgesetzt

Die Grenzen sind fließend: Viele Drips starten mit einem Trigger, und Lead Nurturing setzt neben Drips auch auf Lead Scoring oder einen Anruf aus dem Vertrieb. Faustregel: Drip ist eher zeitgesteuert, Nurturing eher am Verhalten ausgerichtet.

Warum sich Drip-Kampagnen lohnen

Automatische Mails sind nur ein winziger Teil des Versands, bringen aber einen großen Teil des Umsatzes. Das zeigen die Daten des E-Mail-Anbieters Omnisend für 2025, ausgewertet über 150.000 Marken und 27 Milliarden E-Mails:

Anteil

Wenig Versand, viel Umsatz

2 %

der versendeten E-Mails

30 %

des E-Mail-Umsatzes

Automatisierte Mails brachten fast ein Drittel des Umsatzes.

Omnisend, Onlinehändler weltweit, Daten 2025.

Pro Versand

Automatik gegen Kampagne

2,87 $

Umsatz je automatischer Mail

0,18 $

Umsatz je geplanter Kampagnen-Mail

Rund 16-mal so viel Umsatz je Versand.

Von Klick zu Kauf: 31,2 % bei automatischen Mails, 9,0 % bei Kampagnen.

Einordnen solltest du das so: Es sind Zahlen aus dem Onlinehandel, überwiegend international, gemessen mit der Zuordnung des Anbieters. Für einen Dienstleister im B2B sehen die Werte anders aus. Die Richtung stimmt trotzdem: Eine Mail, die genau dann kommt, wenn jemand gerade gehandelt hat, trifft auf mehr Interesse als ein Rundschreiben.

Was rechtlich gilt

Werbung per E-Mail braucht in Deutschland grundsätzlich eine vorherige ausdrückliche Einwilligung (§ 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG). Gängiger Nachweis ist das Double-Opt-in. Für Bestandskunden gibt es eine enge Ausnahme (§ 7 Abs. 3 UWG), bei der alle vier Bedingungen zugleich erfüllt sein müssen:

  • Die Adresse stammt aus einem Verkauf.
  • Beworben werden eigene, ähnliche Waren oder Dienstleistungen.
  • Der Kunde hat nicht widersprochen.
  • Er wird bei der Erhebung und in jeder Mail klar auf sein Widerspruchsrecht hingewiesen.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Keine Ausstiegsbedingung

Der Kontakt hat gestern gekauft, die Strecke schickt heute trotzdem „Jetzt zuschlagen!“. Peinlich. Jede Strecke braucht Regeln, wann jemand aussteigt: nach Kauf, nach Antwort, nach Terminbuchung.

Fehler 2 · Ohne Einwilligung in die Werbestrecke

Download-Formular ausgefüllt, ab in die Verkaufsstrecke — das ist der Klassiker, der Abmahnungen bringt. Auch die Bestandskunden-Ausnahme wird gern zu weit ausgelegt.

Fehler 3 · Flow-Zahlen überbewerten

Die Tools rechnen der Mail Käufe zu, die in einem Zeitfenster nach dem Öffnen oder Klicken passieren. Manche davon wären auch ohne Mail gekommen. Vergleich deshalb lieber eine Testgruppe ohne Strecke mit einer Gruppe mit Strecke.

Fehler 4 · Einmal bauen, nie wieder anfassen

Drips laufen jahrelang. Preise ändern sich, Links sterben, Angebote enden. Schau dir jede Strecke mindestens einmal im Quartal an.

So setzt du deine erste Drip-Kampagne auf

  • Mit der Willkommensstrecke anfangen: Neue Kontakte sind nie wieder so interessiert wie in den ersten Tagen.
  • Ziel festlegen: Was soll am Ende passieren — Erstkauf, Termin, Demo?
  • Drei bis fünf Mails planen: erst Nutzen und Vertrauen, dann das Angebot.
  • Abstände wählen: am Anfang enger, später weiter.
  • Ausstiege einbauen und die Strecke einmal selbst durchlaufen.
  • Messen: Klickrate, Conversions, Abmelderate je Mail — und die schwächste Mail zuerst verbessern.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Drip-Kampagne und Newsletter?

Ein Newsletter geht zu einem Zeitpunkt an alle Empfänger und hat wechselnde, aktuelle Inhalte. Eine Drip-Kampagne startet für jeden Kontakt einzeln, sobald ein Ereignis eintritt, und hat feste Inhalte in fester Reihenfolge.

Wie viele E-Mails sollte eine Drip-Kampagne haben?

Für den Anfang reichen drei bis fünf Mails über ein bis drei Wochen. Wichtiger als die Zahl ist, dass jede Mail einen klaren Zweck hat und die Strecke stoppt, sobald das Ziel erreicht ist.

Brauche ich eine Einwilligung für eine Drip-Kampagne?

Für Werbemails ja, nach § 7 UWG grundsätzlich eine vorherige ausdrückliche Einwilligung, üblicherweise per Double-Opt-in. Für Bestandskunden gibt es eine enge Ausnahme. Reine Transaktionsmails wie eine Bestellbestätigung sind keine Werbung.

Ist Drip-Marketing dasselbe wie Lead Nurturing?

Nicht ganz. Lead Nurturing ist die Strategie, Kontakte bis zur Kaufreife zu begleiten. Eine Drip-Kampagne ist ein Werkzeug dafür, das meist zeitgesteuert läuft.

Mit welchen Tools setze ich eine Drip-Kampagne um?

Fast jedes E-Mail-Tool kann das: Mailchimp, Brevo, Klaviyo, HubSpot, ActiveCampaign oder deutsche Anbieter wie CleverReach und rapidmail. Wer CRM-Daten einbinden will, verbindet die Tools zum Beispiel mit n8n oder Zapier.

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