Was ist ein empfohlenes Ereignis?
In Google Analytics 4 ist alles ein Ereignis. Google unterscheidet dabei vier Arten — und die empfohlenen Ereignisse sind die, über die sich am meisten lohnt nachzudenken.
- Automatisch erfasst: kommen sofort, sobald GA4 läuft, etwa first_visit und session_start.
- Optimierte Analysen: schaltest du per Schieberegler zu, etwa Scrollen, Downloads oder Klicks auf fremde Seiten.
- Empfohlen: baust du selbst ein, Name und Parameter gibt Google aber vor.
- Benutzerdefiniert: baust du selbst ein und benennst sie selbst.
Google sagt es so: Empfohlene Ereignisse werden von dir implementiert, haben aber vordefinierte Namen und Parameter. Warum schickt GA4 sie dann nicht von selbst? Weil dafür Kontext nötig ist. Ob ein Klick ein Kauf war, weiß nur dein Shop.
Welche empfohlenen Ereignisse es gibt
Google sortiert die Liste nach Einsatzzweck. Für die meisten KMU-Websites zählen drei Gruppen:
- Für alle Websites: generate_lead, sign_up, login, search, share, select_content und weitere.
- Onlineverkäufe: der ganze Kaufweg von view_item_list über view_item, add_to_cart und begin_checkout bis purchase und refund.
- Lead-Generierung: der Weg eines Leads von generate_lead über qualify_lead bis close_convert_lead — praktisch, wenn du Daten aus deinem CRM zurückspielst.
Dazu kommt eine eigene Gruppe für Spiele-Apps. Google ergänzt die Liste immer mal wieder; schau vor dem Einbau in die aktuelle Hilfeseite.
Ereignis
Wann senden?
generate_lead
Anfrage abgeschickt
sign_up
Konto angelegt
add_to_cart
In den Warenkorb
begin_checkout
Kasse geöffnet
purchase
Kauf abgeschlossen
Welche Parameter dazugehören
Der Name allein reicht nicht. Jedes empfohlene Ereignis hat feste Ereignisparameter. Am strengsten ist purchase:
- transaction_id — Pflicht, eine eindeutige Bestellnummer
- items — Pflicht, die gekauften Artikel; je Artikel mindestens item_id oder item_name
- value — der Warenwert ohne Versand und Steuern
- currency — Pflicht, sobald du value sendest, im Format EUR
- optional: coupon, shipping, tax
Bei sign_up und login gibt es nur den optionalen Parameter method, etwa „Google“. Und bei generate_lead darfst du einen Wert mitschicken, wenn du weißt, was dir ein Lead im Schnitt bringt.
Beispiele aus der Praxis
Ein Handwerksbetrieb mit Kontaktformular: Statt formular_gesendet schickt er generate_lead, nach dem Absenden auf der Danke-Seite. Damit taucht jede Anfrage im Bericht „Leadgewinnung“ auf, und er kann das Ereignis mit einem Klick als Schlüsselereignis markieren.
Ein kleiner Onlineshop: Er baut den Kaufweg von view_item bis purchase sauber ein. Dann zeigt der Bericht „Kaufprozess“, an welcher Stelle die Leute abspringen — Produktseite, Warenkorb oder Kasse. Fehlt ein Schritt in der Kette, fällt der Nutzer aus den späteren Schritten des Trichters heraus. Shopify bringt über seine Google-Anbindung einen Teil dieser Ereignisse schon mit.
Häufige Fehler
Fehler 1 · Eigene Namen statt Googles Namen
anfrage, Lead, kontakt_ok — alles benutzerdefinierte Ereignisse. Google sagt selbst: Die tauchen in den meisten Standardberichten nicht auf. Nimm einen eigenen Namen nur, wenn wirklich kein empfohlenes Ereignis passt.
Fehler 2 · value ohne currency
Google verlangt die Währung, sobald ein Wert mitkommt. Fehlt sie, kannst du dich auf die Umsatzzahlen nicht verlassen. Setz currency deshalb immer mit, auch wenn du nur in Euro verkaufst.
Fehler 3 · Optimierte Analysen doppelt nachbauen
Namen wie form_submit, scroll oder file_download sind für die automatische Erfassung reserviert. Wer sie per Tag Manager zusätzlich selbst sendet, riskiert ein Durcheinander. Prüf erst, was die optimierten Analysen schon liefern.
Fehler 4 · Empfohlen mit Schlüsselereignis verwechseln
Empfohlen heißt nur: Name und Parameter sind vorgegeben. Als Schlüsselereignis zählt ein Ereignis erst, wenn du es markierst. Einzige Ausnahme: purchase ist schon ab Werk eins.
So setzt du sie um
- Liste machen: Welche Aktionen auf deiner Website zählen wirklich? Meist sind es zwei bis fünf.
- Zuordnen: Für jede Aktion in Googles Liste das passende empfohlene Ereignis suchen.
- Einbauen: per Google Tag Manager mit einem GA4-Ereignis-Tag, per gtag.js oder über das Plugin deines Shops.
- Testen: im DebugView prüfen, ob Name und Parameter ankommen.
- Markieren: die wichtigsten als Schlüsselereignis kennzeichnen — unter Verwaltung → Datenanzeige → Ereignisse.
Häufige Fragen
Erfasst GA4 empfohlene Ereignisse automatisch?
Nein. Du musst sie selbst einbauen, per Tag Manager, gtag.js oder Shop-Plugin. Google gibt nur Namen und Parameter vor, weil GA4 ohne Kontext nicht weiß, ob ein Klick ein Kauf oder eine Anfrage war.
Was ist der Unterschied zu benutzerdefinierten Ereignissen?
Bei empfohlenen Ereignissen gibt Google Name und Parameter vor, dafür füllen sie fertige Berichte. Benutzerdefinierte Ereignisse benennst du selbst; sie tauchen meist nicht in Standardberichten auf und brauchen eigene Auswertungen.
Welche Parameter braucht purchase?
Pflicht sind transaction_id und items. Sendest du value, muss auch currency dabei sein. Optional sind coupon, shipping und tax. Value ist der Warenwert ohne Versand und Steuern.
Darf ich die Namen übersetzen?
Nein. GA4 erkennt nur die englischen Namen in Kleinschreibung. Ein übersetzter oder anders geschriebener Name wird zu einem benutzerdefinierten Ereignis.
Ist jedes empfohlene Ereignis eine Conversion?
Nein. In GA4 heißen Conversions inzwischen Schlüsselereignisse, und dazu wird ein Ereignis erst durch deine Markierung. Ab Werk ist nur purchase ein Schlüsselereignis. Je Property gehen bis zu 30.