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Bleistiftskizze: Eine Hand gießt mit einer Gießkanne ein Beet, der orange Wasserstrahl trifft immer wieder die mittleren Pflanzen, als Bild für GRP
KPIs & Rechner

Gross Rating Point

GRP

Die Währung der TV-Planung, die inzwischen auch bei YouTube auftaucht. Gross Rating Points fassen in einer Zahl zusammen, wie viel Werbedruck eine Kampagne auf eine Zielgruppe ausübt.

Auch bekannt alsGross Rating PointsWerbedruck

5 Min

Lesezeit

28.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist ein Gross Rating Point?

Dein Mediaplaner sagt: „Wir fahren 250 GRP.“ Klingt nach viel. Aber was heißt das? Ein Gross Rating Point ist ein Kontakt mit einem Prozent deiner Zielgruppe. 250 GRP heißt: Rechnerisch hatte deine Zielgruppe zweieinhalb Kontakte pro Person — verteilt auf alle, die erreicht wurden.

Die AGF Videoforschung, die in Deutschland die TV-Nutzung misst, nennt den GRP auch Werbedruck. Er fasst zwei Größen in einer Zahl zusammen:

  • Nettoreichweite: wie viel Prozent der Zielgruppe mindestens einmal erreicht wurden — jede Person zählt nur einmal.
  • Frequenz: wie oft eine erreichte Person die Werbung im Schnitt gesehen hat.

Der GRP ist damit die Bruttoreichweite in Prozent der Zielgruppe: alle Kontakte zusammengezählt, Mehrfachkontakte inklusive.

So berechnest du die GRP

Formel

GRP = Nettoreichweite in % × Durchschnittskontakte

Beispiel: 40 % der Zielgruppe erreicht, jede Person im Schnitt 3-mal → 40 × 3 = 120 GRP

Gleichwertig rechnest du mit der Kontaktsumme: alle Kontakte ÷ Größe der Zielgruppe × 100. 1,2 Millionen Kontakte bei einer Zielgruppe von einer Million Menschen ergeben ebenfalls 120 GRP.

Woher du die Zahlen bekommst: Bei TV liefern Vermarkter und Agenturen die AGF-Daten. Bei YouTube und Connected TV zeigt der Reichweitenplaner von Google Ads On-Target-Reichweite und durchschnittliche Frequenz. Im Meta-Werbeanzeigenmanager findest du Reichweite und Frequenz in jeder Kampagne — die Zielgruppengröße musst du selbst ansetzen.

GRP, TRP und Cost per GRP

Begriff

Bezug

GRP

Kontakte in % einer Basis

TRP

dasselbe für die Zielgruppe

Cost per GRP

Kosten ÷ GRP

Google bezieht den GRP auf die Gesamtbevölkerung und nennt die Zielgruppen-Variante TRP (Target Rating Point, auch „On-Target-GRP“). Die AGF rechnet den GRP dagegen schon auf das Potenzial der Zielgruppe. Frag deshalb immer: GRP auf welche Basis?

Der Cost per GRP sind laut AGF die Kosten für eine Kontaktchance mit einem Prozent der Zielgruppe. Er hilft, TV- und Videoangebote mit gleicher Zielgruppe zu vergleichen. Für Vergleiche über verschieden große Zielgruppen hinweg ist der Tausend-Kontakt-Preis (CPM) besser.

Beispiele aus der Praxis

Die AGF selbst zeigt das wichtigste Beispiel: Dieselben 120 GRP können zwei völlig verschiedene Kampagnen sein.

Plan A · Breit

Viele Menschen, wenige Kontakte

40 %

Nettoreichweite

3

Kontakte je Person

40 × 3 = 120 GRP

Gut für Bekanntheit: Fast die Hälfte der Zielgruppe kennt die Botschaft danach.

Plan B · Tief

Wenige Menschen, viele Kontakte

10 %

Nettoreichweite

12

Kontakte je Person

10 × 12 = 120 GRP

Gleicher Werbedruck, aber 90 % der Zielgruppe haben nichts gesehen — und der Rest ist vermutlich genervt.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Über 100 GRP heißt alle erreicht

Nein. 200 GRP können 100 % der Zielgruppe mit je zwei Kontakten sein — oder 20 % mit je zehn. Der GRP sagt nichts darüber, wie viele Menschen erreicht wurden.

Fehler 2 · GRP ohne Reichweite und Frequenz berichten

Weil derselbe Wert breit oder tief sein kann, gehören beide Bestandteile immer mit in den Bericht. Ein GRP allein ist eine halbe Information.

Fehler 3 · GRP verschiedener Zielgruppen vergleichen

120 GRP auf „Erwachsene ab 14“ und 120 GRP auf „Frauen 20–49“ sind nicht dasselbe. Die Basis muss stimmen, sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen.

Fehler 4 · Nettoreichweiten über Kanäle addieren

GRP aus TV und YouTube lassen sich zusammenzählen — die Nettoreichweiten nicht. Wer beide Kanäle sieht, würde doppelt gezählt. Überschneidungen berücksichtigt der GRP bewusst nicht.

Brauchst du GRP überhaupt?

Für die meisten kleinen Unternehmen ist der GRP eine Vokabel, die man verstehen sollte, wenn man mit TV-Vermarktern, Agenturen oder größeren Video-Kampagnen zu tun hat. In der täglichen Arbeit mit Google oder Meta reichen Reichweite, Frequenz und Impressionen.

Häufige Fragen

Was bedeutet ein GRP von 200?

Rechnerisch entfielen auf die Zielgruppe doppelt so viele Kontakte, wie sie Menschen hat. Das können 100 % mit je zwei Kontakten sein, 50 % mit je vier oder 20 % mit je zehn.

Kann der GRP über 100 liegen?

Ja, er ist nach oben offen. Weil Mehrfachkontakte mitzählen, erreichen viele TV-Kampagnen mehrere Hundert GRP.

Was ist der Unterschied zwischen GRP und TRP?

Der TRP ist der GRP bezogen auf die Zielgruppe. Google nutzt GRP für die Gesamtbevölkerung und TRP für die Zielgruppe. In Deutschland meint man mit GRP im TV-Bereich oft schon die Zielgruppe — frag nach der Basis.

Wie hängen Cost per GRP und Tausend-Kontakt-Preis zusammen?

Beide teilen Kosten durch Kontakte. Der Cost per GRP bezieht sich auf ein Prozent der Zielgruppe, der Tausend-Kontakt-Preis auf 1.000 Kontakte. Bei einer Zielgruppe von einer Million Menschen entspricht ein GRP 10.000 Kontakten.

Spielt der GRP bei YouTube eine Rolle?

Ja, vor allem, wenn TV und Online-Video gemeinsam geplant werden. Der Reichweitenplaner von Google Ads zeigt dafür TRP und die Kosten pro TRP an — allerdings nicht in jedem Land und für jedes Konto.

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