Was ist der Keyword-Planer?
Wie oft sucht eigentlich jemand nach deinem Thema? Der Keyword-Planer gibt darauf die erste Antwort, und er ist direkt von Google. Er steckt im Google-Ads-Konto und hilft laut Google bei der Suche nach Keywords für Suchkampagnen.
Das sind seine zwei Bereiche:
- Neue Keywords entdecken: Du gibst Wörter oder eine Website ein und bekommst Ideen.
- Suchvolumen und Prognosen ansehen: Du prüfst eine Liste und siehst Suchanfragen, Gebote und erwartete Klicks und Kosten.
Der Zugang kostet nichts, und eine laufende Kampagne brauchst du nicht. Ganz ohne Hürde geht es trotzdem nicht: Google verlangt eine abgeschlossene Kontoeinrichtung mit Zahlungsinformationen, auch für die Grundfunktionen.
Wie du die Zahlen richtig liest
Suchvolumen: gerundet und gemittelt
Google schreibt selbst, dass die Daten zum Suchvolumen gerundete Werte sind. Standard ist der Durchschnitt über zwölf Monate. Saisonale Spitzen siehst du in der Zahl also nicht. Dazu kommt: Der Planer fasst enge Varianten wie Singular und Plural zusammen und zeigt ihnen dieselbe Größenordnung.
Bandbreiten statt Zahlen
Ohne aktive Werbung siehst du oft nur Spannen wie „1.000 bis 10.000“. Das hat Google 2016 eingeführt und damals mit geringen Werbeausgaben begründet. Eine Ausgabenschwelle hat Google nie genannt. Lass dich also nicht von Blogs verrückt machen, die dir einen genauen Betrag versprechen.
Wettbewerb: sagt nichts über SEO
Die Spalte „Wettbewerb“ zeigt, wie viele Werbetreibende auf ein Keyword bieten, im Verhältnis zu allen Keywords. Die Stufen heißen gering, mittel und hoch. Über die organische Konkurrenz sagt das nichts. Dafür brauchst du die Keyword Difficulty aus einem SEO-Tool.
Spalte
Das bedeutet sie
Suchanfragen
Gerundetes Monatsmittel, oft als Spanne
Wettbewerb
Bieterdichte bei Anzeigen
Gebot, oberer Bereich
20. und 80. Perzentil
Die Gebote zeigen eine Spanne: unten das 20., oben das 80. Perzentil dessen, was Werbetreibende für den oberen Seitenbereich gezahlt haben. Für die SEO ist das ein nützliches Signal. Teure Klicks deuten meist auf ein Keyword hin, mit dem Geld verdient wird.
Beispiele aus der Praxis
Zwei Beispiele aus Anleitungen von Ahrefs und Semrush. Beide Anbieter verkaufen eigene Tools, und beide Begriffe stammen aus den USA. Deutsche Vergleichszahlen haben wir nicht gefunden.
Case A · Bandbreite
Was eine Spanne wert ist
10.000–100.000
Suchen laut Planer
200–2.000
Klicks bei 2 % Klickrate
Zwischen beiden Enden liegt der Faktor 10.
Für eine Budgetplanung ist das zu grob. Für die Frage „Lohnt sich das Thema?“ reicht es.
Case B · Region
Der Begriff „plumber“
100.000–1 Mio.
USA gesamt
100–1.000
Birmingham, Alabama
Stell immer den Standort ein, den du wirklich bedienst.
Lokale Werte sind besonders grob, liefern aber die ehrlichere Größenordnung.
Wie gut treffen die Zahlen? Ahrefs verglich 2021 rund 72.600 Keywords mit Daten aus der Google Search Console. Etwa 45 % lagen ungefähr richtig, also höchstens 50 % daneben, gut 54 % waren deutlich überschätzt. Der Vergleich ist nur eine Annäherung, denn Impressionen hängen auch vom eigenen Ranking ab. Die Richtung ist trotzdem klar: Rechne lieber vorsichtig.
Häufige Fehler
Fehler 1 · Wettbewerb als SEO-Schwierigkeit lesen
„Wettbewerb gering, das nehmen wir!“ Schön für deine Anzeigen. Über die Rankings sagt die Spalte nichts.
Fehler 2 · Spannen wie exakte Werte behandeln
Wer aus einer Spanne eine feste Zahl macht und damit Umsatz hochrechnet, baut auf Sand. Rechne mit dem unteren Ende.
Fehler 3 · Varianten doppelt zählen
Stehen zwei ähnliche Keywords mit gleicher Zahl da, ist das oft dieselbe Nachfrage. Addierst du sie, rechnest du dir das Thema schön. Baust du für jede Variante eine eigene Seite, machen sich deine Seiten Konkurrenz.
Fehler 4 · Suchanfragen mit Besuchern verwechseln
Suchanfragen sind keine Klicks. Dazwischen liegen Klickrate und Position. Auch die Prognose ist kein Versprechen: Sie hängt an Gebot, Budget und Anzeigenqualität.
So nutzt du den Keyword-Planer sinnvoll
- Ideen sammeln: Gib deine Kernbegriffe ein oder lass deine Website auslesen.
- Standort und Sprache setzen: Deutschland oder deine Region, Deutsch.
- Größenordnungen vergleichen: Nutze die Zahlen, um Themen gegeneinander abzuwägen.
- Verlauf prüfen: Schau in Google Trends nach, ob das Thema saisonal ist.
- Schwierigkeit woanders holen: Keyword Difficulty liefern SISTRIX, Ahrefs oder Semrush.
Häufige Fragen
Ist der Keyword-Planer kostenlos?
Ja. Du brauchst aber ein Google-Ads-Konto mit Zahlungsinformationen. Eine laufende Kampagne ist nicht nötig, und abgebucht wird nichts, solange keine Anzeigen laufen.
Warum sehe ich nur Bandbreiten statt genauer Zahlen?
Google schränkte die Anzeige 2016 für Konten mit geringen Werbeausgaben ein. Eine Schwelle ist nicht veröffentlicht. Für die Themenwahl reichen Bandbreiten meist aus.
Wie genau sind die Suchvolumen?
Es sind gerundete Durchschnitte, keine Messwerte. Ahrefs fand 2021 rund 45 % der geprüften Keywords ungefähr korrekt und rund 54 % deutlich überschätzt. Nutze die Zahlen für Vergleiche, nicht als Prognose.
Kann ich den Keyword-Planer für SEO nutzen?
Ja, für Ideen und grobe Größenordnungen. Die Schwierigkeit in der organischen Suche zeigt er nicht. Dafür brauchst du ein SEO-Tool.