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Bleistiftskizze zum Begriff Viewability
Paid Ads (SEA & Social Ads)

Sichtbarkeit (Viewability)

Ausgeliefert heißt nicht gesehen. Viewability misst, wie viele deiner Werbeeinblendungen überhaupt eine Chance hatten, auf dem Bildschirm zu landen.

Auch bekannt alsViewabilityAd Viewability

5 Min

Lesezeit

27.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist Viewability?

Eine Impression zählt, sobald die Anzeige ausgeliefert ist. Ob sie dabei ganz unten auf der Seite hing, die niemand aufscrollt, oder in einem Tab, der im Hintergrund lief — egal. Viewability stellt die ehrlichere Frage: War die Anzeige überhaupt auf dem Bildschirm?

Google nennt das auf Deutsch Sichtbarkeit und misst sie mit einer Technik namens Active View. Die Schwellen folgen dem Branchenstandard von MRC und IAB:

  • Display: mindestens 50 % der Fläche mindestens eine Sekunde lang sichtbar.
  • Große Displayanzeigen ab 242.500 Pixeln: 30 % der Fläche reichen.
  • Video: 50 % der Fläche, während das Video mindestens zwei Sekunden läuft.

Wie wird die Viewability-Rate berechnet?

Viewability-Rate

Viewability-Rate = sichtbare Impressionen ÷ messbare Impressionen × 100

Beispiel: 63.000 sichtbare bei 90.000 messbaren Impressionen → 70 %

Der Nenner ist der Knackpunkt: Es sind die messbaren Impressionen, nicht alle. Nicht jede Einblendung lässt sich technisch messen. Google weist dafür eine eigene „Messbare Rate“ aus. Wer im Beispiel durch alle 100.000 Impressionen teilt, kommt auf 63 % und vergleicht Äpfel mit Birnen.

Die wichtigsten Spalten in Google Ads heißen „Sichtbare Impression“, „Messbare Impression“, „Sichtbarkeitsrate“, „Messbare Rate“ und „Durchschnittlicher sichtbarer CPM“.

Welche Werte sind üblich?

Einen offiziellen „guten“ Wert gibt es nicht. Die Prüfdienste DoubleVerify und Integral Ad Science veröffentlichen aber regelmäßig Durchschnitte aus ihren Daten.

Messung

Wert

DoubleVerify global 2025

rund 70 %

IAS Desktop-Video

83,9 %

Google-Studie 2014

56,1 % nie gesehen

DoubleVerify rechnet mit einer „Authentic Viewable Rate“ aus über einer Billion Impressionen: sichtbar, markensicher und ohne Betrug — also strenger als die reine Viewability. IAS meldete im Media Quality Report 2025 einen Rekordwert für Desktop-Video. Die Google-Studie „The Importance of Being Seen“ ist von 2014 und zeigt, wo die Branche herkam: Damals wurde mehr als die Hälfte aller Display-Anzeigen nie gesehen, above the fold waren es 68 % sichtbare, below the fold nur 40 %.

CPM oder vCPM?

Beim klassischen Cost per Mille zahlst du für 1.000 ausgelieferte Einblendungen. Beim vCPM (viewable CPM) bietest und zahlst du nur für 1.000 sichtbare. Google bietet das für Kampagnen im Displaynetzwerk an. Weil sichtbare Impressionen wertvoller sind, muss das vCPM-Gebot meist höher liegen.

Angebot A · CPM

Günstig auf dem Papier

3,00 €

CPM

65 %

Viewability

Effektiv je 1.000 sichtbare: 4,62 €

Rechenbeispiel: 3,00 € ÷ 0,65. Nur ein Teil der bezahlten Einblendungen war im Bild.

Angebot B · vCPM

Teurer auf dem Papier

4,00 €

vCPM

100 %

bezahlt nur sichtbare

Je 1.000 sichtbare: 4,00 €

Rechenbeispiel. Die höhere Zahl ist hier das bessere Angebot.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Den falschen Nenner nehmen

Viewability bezieht sich auf messbare Impressionen. Ist die Messbare Rate niedrig, sagt eine hohe Viewability-Rate wenig über die ganze Kampagne.

Fehler 2 · Sichtbar mit wirksam verwechseln

Eine Sekunde halbe Anzeige ist der Mindeststandard. Ob jemand hingeschaut, verstanden oder sich erinnert hat, misst Viewability nicht.

Fehler 3 · CPM und vCPM direkt vergleichen

Rechne den CPM immer durch die Viewability-Rate, bevor du Preise nebeneinanderlegst. Sonst wirkt das schlechtere Angebot günstiger.

Fehler 4 · Betrug für ausgeschlossen halten

Auch Bots können technisch „sichtbare“ Impressionen erzeugen. Viewability ersetzt keine Prüfung auf Ad Fraud und kein sicheres Werbeumfeld.

So verbesserst du die Viewability

  • Placements prüfen: Websites und Apps mit schlechter Sichtbarkeit ausschließen.
  • Formate wählen: Hochformate bleiben beim Scrollen länger im Bild als schmale Banner, das zeigte schon die Google-Studie von 2014.
  • Auf sichtbare Kontakte bieten: vCPM, wenn Reichweite und Wahrnehmung das Ziel sind.
  • Eigene Seite: Wer selbst Werbeflächen anbietet, platziert sie im Bereich Above the Fold oder dort, wo Leser wirklich lesen.

Häufige Fragen

Ab wann gilt eine Anzeige als sichtbar?

Display-Anzeigen ab 50 % ihrer Fläche für mindestens eine Sekunde, große Formate ab 242.500 Pixeln schon ab 30 %. Videos ab 50 % der Fläche bei mindestens zwei Sekunden Laufzeit.

Was ist eine gute Viewability-Rate?

Einen offiziellen Zielwert gibt es nicht. Zur Einordnung: DoubleVerify meldete 2025 im globalen Schnitt rund 70 % nach seiner strengeren Messung. Vergleich deine Kampagnen vor allem untereinander und über die Zeit.

Was ist der Unterschied zwischen CPM und vCPM?

Beim CPM zahlst du für 1.000 ausgelieferte Einblendungen, beim vCPM für 1.000 sichtbare. Der vCPM ist meist höher, kann aber das günstigere Angebot sein, wenn die Viewability niedrig ist.

Ist Sichtbarkeit bei Anzeigen dasselbe wie der SEO-Sichtbarkeitsindex?

Nein. Der Sichtbarkeitsindex von SEO-Tools misst die Präsenz einer Domain in den organischen Suchergebnissen. Viewability betrifft nur Werbeanzeigen und ob sie auf dem Bildschirm waren.

Heißt sichtbar, dass jemand die Anzeige gesehen hat?

Nein. Sichtbar heißt nur, dass die Anzeige lang genug im Bild war, um gesehen werden zu können. Ob jemand hingeschaut hat, misst Viewability nicht.

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