Was ist ein ThruPlay?
Ein ThruPlay ist Metas Zählung für ein Video, das wirklich angesehen wurde. Laut Meta-Hilfe gilt eine Wiedergabe als ThruPlay, wenn jemand mindestens 15 Sekunden deines Videos ansieht — oder bei einem kürzeren Video bis zu 97 % der Gesamtlänge. Ein 10-Sekunden-Clip zählt also erst, wenn er fast komplett lief.
Inzwischen bietet Meta zwei Varianten:
Variante
Zählt ab
ThruPlay 15 Sek.
15 Sekunden oder 97 % bei kürzeren Videos
ThruPlay 6 Sek.
6 Sekunden oder 97 % bei kürzeren Videos
Kennzahl, Ziel und Abrechnung
Der Begriff begegnet dir im Werbeanzeigenmanager an drei Stellen:
- Als Kennzahl: die Spalte „ThruPlays“ zählt, wie oft das passiert ist, dazu die Kosten je Wiedergabe.
- Als Optimierungsziel: Meta zeigt die Anzeige bevorzugt Menschen, die sich das Video wahrscheinlich ansehen. Verfügbar bei den Kampagnenzielen „Bekanntheit“ und „Interaktionen“.
- Als Abrechnungsart: beim 15-Sekunden-Ziel kannst du pro ThruPlay statt pro tausend Impressionen zahlen. Das 6-Sekunden-Ziel gibt es nur mit Abrechnung nach Impressionen.
Die Kosten rechnest du einfach: Budget geteilt durch die Zahl der Wiedergaben. Ein Beispiel mit runden Zahlen: 300 € Budget, 6.000 Wiedergaben ergibt 0,05 € je Wiedergabe. Seriöse Branchen-Richtwerte dafür gibt es nicht — vergleiche lieber deine eigenen Kampagnen untereinander.
ThruPlay, Hook-Rate und YouTube-Aufrufe
Messwert
Zählt ab
3-Sekunden-Videowiedergabe (Meta)
3 Sekunden
ThruPlay (Meta)
15 bzw. 6 Sekunden
Wiedergabe zu 100 % (Meta)
komplettes Video
TrueView-Aufruf (YouTube)
30 Sekunden oder Klick
Die Hook-Rate setzt die 3-Sekunden-Wiedergaben ins Verhältnis zu den Impressionen — sie misst, ob der Einstieg packt. ThruPlays zeigen, wie viele danach dranbleiben. Teilt man ThruPlays durch 3-Sekunden-Wiedergaben, spricht man oft von Hold-Rate. Eine offizielle Meta-Kennzahl ist das nicht, und jedes Tool rechnet sie etwas anders.
Bei YouTube zählt ein Aufruf einer überspringbaren Anzeige laut Google erst nach 30 Sekunden, bei kürzeren Videos am Ende, oder bei einem Klick. Seit Oktober 2025 heißt dieser Messwert in Google Ads „TrueView-Aufrufe“. Eine Zahl „Aufrufe“ ist zwischen Meta und YouTube also nicht vergleichbar.
Häufige Fehler
Fehler 1 · ThruPlay für „ganz angesehen“ halten
Bei einem 60-Sekunden-Video reichen dafür 15 Sekunden. Wer wissen will, wie viele bis zum Schluss geschaut haben, braucht die Spalte „Videowiedergaben zu 100 %“.
Fehler 2 · Ziel und Abrechnung verwechseln
Darauf optimieren heißt nicht automatisch, pro Wiedergabe zu zahlen. Beides wählst du getrennt. Prüf in den Einstellungen der Anzeigengruppe, wofür du tatsächlich bezahlst.
Fehler 3 · Videos über Plattformen hinweg vergleichen
10.000 solcher Wiedergaben auf Instagram und 10.000 Aufrufe auf YouTube sind nicht dasselbe — die Schwellen liegen bei 15 und 30 Sekunden. Vergleiche Kosten und Wirkung immer innerhalb einer Plattform und schlüssel nach Platzierung auf, etwa Reels gegen Feed.
So nutzt du ThruPlay sinnvoll
- Ziel klären: Das Ziel passt, wenn eine Botschaft ankommen soll — Marke, Produkt, Erklärung. Für Verkäufe gibt es bessere Ziele.
- Die ersten Sekunden bauen: ohne starken Einstieg kein Dranbleiben. Erst die Hook-Rate verbessern, dann die Länge.
- Kernbotschaft vor Sekunde 15: wer nur 15 Sekunden schaut, soll trotzdem das Wichtigste mitnehmen.
- Spalten ergänzen: im Werbeanzeigenmanager die Zählung, ihre Kosten, 3-Sekunden-Wiedergaben und Wiedergaben zu 25/50/75/100 % nebeneinander.
- Mit Ergebnissen verknüpfen: diese Zuschauer als Custom Audience für spätere Anzeigen nutzen.
Häufige Fragen
Was zählt bei Meta als ThruPlay?
Eine Videowiedergabe von mindestens 15 Sekunden, oder bis zu 97 % der Länge bei kürzeren Videos. Beim neueren 6-Sekunden-Ziel gilt dasselbe mit 6 Sekunden.
Zählt ein ThruPlay bei einem 10-Sekunden-Video?
Ja, wenn das Video zu mindestens 97 % angesehen wurde. Beim 6-Sekunden-Ziel reichen schon 6 Sekunden.
Was sind gute Kosten pro ThruPlay?
Belastbare Richtwerte gibt es nicht, sie hängen stark von Zielgruppe, Platzierung und Video ab. Vergleiche deine eigenen Kampagnen und Varianten untereinander.
Was ist der Unterschied zwischen ThruPlay und 3-Sekunden-Videowiedergaben?
Eine 3-Sekunden-Wiedergabe zeigt nur, dass jemand kurz hingesehen hat. Ein ThruPlay verlangt 15 Sekunden oder fast das ganze Video und misst damit echtes Interesse.
Ist ein ThruPlay dasselbe wie ein YouTube-Aufruf?
Nein. Ein TrueView-Aufruf bei YouTube-Anzeigen zählt erst nach 30 Sekunden oder bei einem Klick, ein ThruPlay schon nach 15 Sekunden.