Was ist ein Affiliate-Link?
Du empfiehlst in deinem Blog eine Kamera und verlinkst sie bei einem Händler. Ist das ein Affiliate-Link, steckt in der Adresse deine persönliche Kennung. Kauft jemand nach dem Klick, weiß der Händler: Diesen Kunden hat er dir zu verdanken. Dafür bekommst du eine Provision.
Der Affiliate-Link ist das Werkzeug, Affiliate-Marketing das Geschäftsmodell drumherum. Hier geht es um den Link selbst: wie er aufgebaut ist, wie lange er zählt und welche Regeln für ihn gelten.
Wie ist ein Affiliate-Link aufgebaut?
Meist hängt die Kennung als Parameter an der normalen Produkt-Adresse. Bei Amazon heißt sie Partner-ID oder Tag und muss laut Amazon-Hilfe als Parameter in jedem Link stehen:
Beispiel Amazon
amazon.de/dp/PRODUKTNUMMER/?tag=deinname-21
tag= trägt deine Partner-ID. Deutsche IDs enden bei Amazon auf „-21“.
Andere Netzwerke wie Awin, CJ oder impact.com leiten den Klick erst über einen eigenen Server, der den Besuch zählt und dann zum Shop weiterschickt. Das Prinzip bleibt gleich: Irgendwo im Link steckt, wer den Besucher gebracht hat.
Wie der Kauf zugeordnet wird
Das Cookie verliert an Bedeutung, weil Browser es einschränken. Safari blockiert laut WebKit Cookies von Drittanbietern ohne Ausnahme und begrenzt per Skript gesetzte Cookies auf der Zielseite auf 24 Stunden, wenn die Adresse eine Klick-ID trägt.
Wie lange zählt ein Klick?
Das legt jedes Programm selbst fest. Eine allgemeine „30 Tage sind Standard“-Regel haben wir nicht belegt gefunden. Amazon ist streng, laut Programmrichtlinien vom April 2026:
Amazon-Regel
Zeitraum
Sitzung nach dem Klick
höchstens 24 Stunden
In den Warenkorb gelegt
zählt, wenn innerhalb von 89 Tagen gekauft
Versand oder Bezahlung
binnen 180 Tagen nach dem Kauf
Welche Regeln gelten für Affiliate-Links?
Für Google: rel="sponsored"
Google bittet seit 2021 ausdrücklich, Affiliate-Links mit rel="sponsored" zu markieren, egal ob du sie von Hand oder per Plugin setzt. Fehlt die Markierung, sind manuelle Maßnahmen möglich. nofollow akzeptiert Google weiter, sponsored ist aber der passende Wert. Korrekt markierte Affiliate-Links gelten laut Google nicht als Missbrauch der Website-Reputation.
Für Leser: als Werbung kennzeichnen
Nach § 5a Abs. 4 UWG musst du den kommerziellen Zweck kenntlich machen, wenn du für ein fremdes Unternehmen wirbst und dafür etwas bekommst. Eine Provision ist so eine Gegenleistung. Das OLG München hat am 30.10.2025 (29 U 2633/24 e) entschieden, dass sogar der Teaser auf einen Artikel voller Affiliate-Links als Werbung oder Anzeige gekennzeichnet sein muss. Ein allgemeiner Provisionshinweis reichte nicht. Rechtskräftig war das Urteil zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht.
Für Amazon: Pflichtsatz und Verbote
Amazon verlangt den Satz „Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen“ gut sichtbar auf deiner Website. Verboten sind unter anderem Linkkürzer, die verbergen, dass es zu Amazon geht, Links in PDFs und E-Books, Links in Newslettern ohne Anforderung des Empfängers und Belohnungen für Klicks.
Häufige Fehler
Fehler 1 · Nur ein Sammelhinweis im Footer
Ein Satz ganz unten im Impressum sieht niemand. Die Kennzeichnung gehört direkt an den Link, auf den ersten Blick erkennbar.
Fehler 2 · Plugin-Links ohne sponsored
Produkt-Boxen und Preisvergleichs-Widgets setzen Links oft dynamisch. Google meint diese ausdrücklich mit. Prüf im Quelltext oder mit Screaming Frog, ob überall sponsored steht.
Fehler 3 · Links tarnen
Weiterleitungen, die Google etwas anderes zeigen als Besuchern, sind nach Googles Spamrichtlinien Cloaking. Sprechende Weiterleitungen wie /go/kamera aus Pretty Links oder ThirstyAffiliates sind in Ordnung, solange das Ziel erkennbar bleibt und das Programm sie erlaubt.
Fehler 4 · Nur kopierte Produkttexte
Eine Seite, die nur Herstellertexte und Affiliate-Links aneinanderreiht, nennt Google Thin Affiliation und wertet sie ab. Schreib eigene Tests und Erfahrungen.
So setzt du Affiliate-Links sauber
- Kennzeichnen: „Werbung“ oder „Anzeige“ plus Sternchen mit Erklärung direkt am Link.
- Markieren: rel="sponsored" an jeden Affiliate-Link, auch an automatische.
- Programmregeln lesen: Was erlaubt Amazon, Awin oder dein Netzwerk bei Kürzern, Newslettern und Preisen?
- Einwilligung prüfen: Tracking-Cookies gehören in dein Consent-Banner.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich einen Affiliate-Link?
Am Parameter in der Adresse, bei Amazon etwa „tag=“, oder an einer Weiterleitung über die Domain eines Netzwerks. Seriöse Seiten kennzeichnen die Links zusätzlich mit „Werbung“, „Anzeige“ oder einem Sternchen mit Erklärung.
sponsored oder nofollow für Affiliate-Links?
Google empfiehlt rel="sponsored" für bezahlte Links und damit auch für Affiliate-Links. nofollow wird weiter akzeptiert. Du kannst beides kombinieren, etwa rel="sponsored nofollow".
Darf ich Amazon-Affiliate-Links im Newsletter nutzen?
Laut Amazon-Richtlinien nur, wenn der Empfänger die Mail angefordert hat. In PDFs, E-Books und Druckmaterial sind sie verboten. Prüf die aktuelle Fassung, Amazon ändert die Regeln oft.
Reicht ein Sternchen zur Kennzeichnung?
Ein Sternchen allein ist riskant. Sicherer ist „Werbung“ oder „Anzeige“ direkt am Link plus eine kurze Erklärung, was das Sternchen bedeutet. Gerichte verlangen, dass die Werbung auf den ersten Blick erkennbar ist.
Quellen
- Amazon PartnerNet-Hilfe: Verlinkung
- Amazon PartnerNet: Programmrichtlinien
- Amazon PartnerNet: Teilnahmebedingungen
- Google Search Central: Link tagging and link spam update
- Google Search Central: Ausgehende Links qualifizieren
- Google Search Central: Spamrichtlinien
- § 5a UWG
- OLG München, Urteil vom 30.10.2025 – 29 U 2633/24 e