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Bleistiftskizze: Boot mit Kisten, eine Figur reicht vom Steg eine weitere Kiste, orange der Rumpf an der Wasserlinie als Bild für die Gewinnschwelle
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Break-even-Point

Ab wann verdienst du eigentlich Geld? Der Break-even-Point ist die Stelle, an der deine Einnahmen genau alle Kosten decken — darunter Verlust, darüber Gewinn.

Auch bekannt alsGewinnschwelleBreak Even PointBreakeven-Point

6 Min

Lesezeit

03.11.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist der Break-even-Point?

Du hast Miete, Software, Versicherung und willst am Monatsende auch selbst etwas rausbekommen. Die Frage ist simpel: Wie viel musst du verkaufen, damit sich das alles trägt? Die Antwort ist der Break-even-Point, auf Deutsch die Gewinnschwelle.

Am Break-even-Point decken deine Erlöse genau die Gesamtkosten. Die setzen sich aus zwei Teilen zusammen:

  • Fixkosten: fallen jeden Monat an, egal ob du etwas verkaufst — Miete, Gehälter, Software-Abos, Versicherungen.
  • Variable Kosten: entstehen mit jedem verkauften Stück — Wareneinsatz, Versand, Verpackung, Zahlungsgebühren.

Unterhalb der Schwelle machst du Verlust, oberhalb Gewinn. Genau am Punkt selbst bleibt nichts übrig, aber es fehlt auch nichts. Mit der Break-even-Analyse rechnest du aus, ab welcher Absatzmenge, welchem Preis und welchen Kosten du in die Gewinnzone kommst.

So berechnest du den Break-even-Point

Der Schlüssel ist der Deckungsbeitrag je Stück: Verkaufspreis minus variable Kosten. Er sagt, wie viel jedes verkaufte Stück zur Deckung der Fixkosten beiträgt.

Break-even-Menge

Break-even-Menge = Fixkosten ÷ (Netto-Preis − variable Kosten je Stück)

Beispiel: 2.500 € Fixkosten, 41,18 € Netto-Preis, 21,76 € variable Kosten → 2.500 ÷ 19,42 = 128,7 → 129 Stück im Monat

Woher du die Zahlen bekommst:

  • Fixkosten: aus deiner Buchhaltung, Monatsschnitt der letzten zwölf Monate — plus dein eigener Unternehmerlohn.
  • Netto-Preis: Verkaufspreis ohne Umsatzsteuer. Bei 19 % teilst du den Bruttopreis durch 1,19.
  • Variable Kosten: Einkaufspreis, Versand, Verpackung, Zahlungsgebühren, Retouren, Plattform-Provision je Stück.

Bruchstücke rundest du immer auf: Wer 128,7 Stück verkaufen müsste, braucht 129. Halbe Pakete verschickt niemand.

Willst du die Schwelle in Euro statt in Stück, teilst du die Fixkosten durch die Deckungsbeitragsquote (Deckungsbeitrag ÷ Preis). Im Beispiel: 19,42 ÷ 41,18 = 47,2 %, also 2.500 ÷ 0,472 = rund 5.300 € Netto-Umsatz im Monat.

Beispiele aus der Praxis

Zwei Rechenbeispiele mit typischen Zahlen — einmal Onlineshop, einmal Solo-Dienstleister.

Case A · Onlineshop

Produkt für 49 € brutto

19,42 €

Deckungsbeitrag je Stück

2.500 €

Fixkosten / Monat

2.500 ÷ 19,42 = 129 Stück im Monat

Variable Kosten: 15 € Ware, 4,90 € Versand, 1,86 € PayPal-Gebühr (2,99 % + 0,39 €). Mit 1.000 € Werbebudget steigt die Schwelle auf 181 Stück.

Case B · Dienstleister

Beratung für 90 € netto die Stunde

80 €

Deckungsbeitrag je Stunde

4.000 €

Fixkosten inkl. Unternehmerlohn

4.000 ÷ 80 = 50 Stunden im Monat

Das sind 4.500 € Umsatz. Wichtig sind abrechenbare Stunden — Akquise, Buchhaltung und Weiterbildung zählen nicht mit.

Beide Beispiele sind gerechnet, nicht gemessen. Die Gebühr von PayPal für Zahlungen im Inland stammt von der Preisseite (Stand Oktober 2026), bei Stripe zahlst du für Standardkarten aus dem EWR 1,5 % + 0,25 €.

Break-even im Marketing

Für Werbung gibt es zwei nützliche Ableitungen:

  • Kampagnen-Break-even: Werbebudget ÷ Deckungsbeitrag je Stück. Bei 1.000 € Budget und 19,42 € Deckungsbeitrag brauchst du 52 Bestellungen, nur damit die Kampagne sich selbst bezahlt.
  • Break-even-ROAS: 1 ÷ Marge vor Werbekosten. Er sagt, wie viel Umsatz jeder Werbe-Euro mindestens bringen muss. Im Shop-Beispiel: 41,18 ÷ 19,42 = 2,12.

Der Break-even-ROAS deckt nur die variablen Kosten der Bestellungen und die Werbung — nicht deine Fixkosten. Um wirklich Gewinn zu machen, muss dein ROAS darüber liegen.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Das eigene Gehalt vergessen

Als Einzelunternehmer bezahlst du Miete, Essen und Krankenversicherung aus dem Gewinn. Die IHK rät: Der Gewinn soll mindestens einem angemessenen Unternehmerlohn entsprechen. Gehört der nicht in die Fixkosten, sieht die Schwelle schön niedrig aus — und du arbeitest umsonst.

Fehler 2 · Variable Kosten unterschätzen

Einkaufspreis ist nicht alles. Zahlungsgebühren, Verpackung, Retouren und Marktplatz-Provision fressen schnell ein paar Euro je Stück. Bei einem Deckungsbeitrag von 20 € machen 2 € mehr Kosten die Schwelle um gut 11 % höher.

Fehler 3 · Brutto und netto mischen

Die Umsatzsteuer gehört dem Finanzamt. Rechne Preis und Kosten immer netto — sonst ist dein Deckungsbeitrag zu hoch und die Gewinnschwelle zu niedrig.

Fehler 4 · Das Modell für die Wirklichkeit halten

Die Rechnung nimmt an, dass Preis und Kosten konstant bleiben und du ein Produkt verkaufst. Mit Rabatten, Mengenstaffeln oder mehreren Produkten rechnest du mit einem durchschnittlichen Deckungsbeitrag. Und: Die Formel sagt dir, wie viel du verkaufen musst, nicht, ob es die Nachfrage gibt.

Wie senkst du die Gewinnschwelle?

Drei Stellschrauben, mehr gibt es nicht:

  • Preis rauf: wirkt am stärksten, weil jeder Euro direkt in den Deckungsbeitrag geht.
  • Variable Kosten runter: günstigerer Versand, andere Zahlungsanbieter, weniger Retouren.
  • Fixkosten runter: Abos ausmisten, Räume teilen — aber nie beim eigenen Lohn sparen, um die Zahl hübsch zu rechnen.

Häufige Fragen

Ist Break-even-Point dasselbe wie Gewinnschwelle?

Ja. Break-even-Point ist der englische Begriff, Gewinnschwelle der deutsche. Gemeint ist die Menge oder der Umsatz, bei dem Erlöse und Kosten gleich hoch sind.

Gehört der Unternehmerlohn in die Fixkosten?

Für die Planung ja. Als Einzelunternehmer zahlst du dein Leben aus dem Gewinn. Rechnest du ihn nicht ein, erreichst du zwar die Gewinnschwelle, kannst aber trotzdem nicht davon leben.

Rechne ich mit Brutto- oder Nettopreisen?

Mit Nettopreisen. Die Umsatzsteuer reichst du nur durch. Teile einen Bruttopreis bei 19 % durch 1,19, bei 7 % durch 1,07.

Was mache ich, wenn ich mehrere Produkte verkaufe?

Entweder du rechnest je Produkt einzeln oder du nimmst einen durchschnittlichen Deckungsbeitrag, gewichtet nach deinem typischen Verkaufsmix. Ändert sich der Mix stark, ändert sich auch die Schwelle.

Wie lange darf es dauern, bis ich die Gewinnschwelle erreiche?

Eine feste Frist gibt es nicht. Für einen Bankkredit muss laut Gründerplattform absehbar sein, dass du die Gewinnschwelle innerhalb einiger Jahre erreichst. Kursierende Werte wie „zwei bis drei Jahre“ haben keine belastbare Quelle.

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