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Bleistiftskizze: Treppe abwärts mit hohem Münzstapel oben und orange hervorgehobenem kleinem Stapel weiter unten, als Bild für sinkenden Bestandsumsatz
KPIs & Rechner

Contraction MRR

Der Kunde bleibt, zahlt aber weniger. Dieser stille Umsatzverlust heißt Contraction MRR, und deine Churn Rate zeigt ihn nicht.

Auch bekannt alsDowngrade-Umsatz

5 Min

Lesezeit

03.11.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist Contraction MRR?

Deine Kundenzahl bleibt stabil, die monatlichen Einnahmen schrumpfen trotzdem. Woran liegt das? Oft an Contraction MRR: Umsatz, den du verlierst, obwohl niemand gekündigt hat.

MRR steht für Monthly Recurring Revenue, also deinen monatlich wiederkehrenden Umsatz. Contraction ist der Teil davon, der wegfällt, weil Bestandskunden weniger zahlen. Typische Auslöser:

  • Wechsel in einen günstigeren Tarif
  • Weniger Lizenzen oder Nutzerplätze
  • Ein gestrichenes Add-on
  • Kündigung von einem aus mehreren Abos
  • Ein neuer Rabatt

Wie wird Contraction MRR berechnet?

Contraction MRR selbst ist eine Summe: Du addierst alle MRR-Rückgänge bei Kunden, die aktiv bleiben. Zum Vergleich über die Zeit setzt du sie ins Verhältnis zum MRR am Periodenbeginn.

Contraction-Rate

Contraction-Rate = Contraction MRR ÷ MRR zu Periodenbeginn × 100

Beispiel: 2.000 € Downgrades bei 100.000 € Start-MRR → Contraction-Rate = 2 %

Stripe rechnet die Wirkung in einem Beispiel für einen Monat vor. Daraus siehst du, wo Contraction steckt:

Position

Wert

Start-MRR

100.000

Churn

−5.000

Contraction

−2.000

Expansion

+8.000

Net Revenue Retention

101 %

Gross Revenue Retention

93 %

Beide Retention-Kennzahlen ziehen Contraction ab, aber nur die Net Revenue Retention rechnet Mehrumsatz wieder dazu. Deshalb sieht die eine Zahl gut aus, während die andere den Verlust zeigt. Die Werte sind illustrativ, keine Messdaten.

Contraction, Churn oder Expansion?

Bewegung

Was passiert

New MRR

Neukunde kommt dazu

Expansion MRR

Bestandskunde zahlt mehr

Contraction MRR

Bestandskunde zahlt weniger

Churned MRR

Kunde kündigt ganz

Reactivation MRR

früherer Kunde kommt zurück

Churn und Contraction zusammen ergeben bei ChartMogul den Gross MRR Churn. Ein Grenzfall: Wechselt jemand auf den Gratistarif, zählt Baremetrics das als Kündigung. Der MRR fällt auf null, auch wenn das Konto bleibt.

Wie viel Contraction ist normal?

Einen belastbaren Richtwert allein für Contraction haben wir nicht gefunden. Die kursierenden Prozentzahlen je Umsatzgröße lassen sich nicht zur Quelle zurückverfolgen. Klar ist aber die Größenordnung: Im SaaS Retention Report von ChartMogul mit über 2.100 SaaS-Firmen machte Contraction 2022 bis zu 40 % des gesamten verlorenen MRR aus.

Sinnvoller ist der Blick auf die Bruttoretention. Die KeyBanc-und-Sapphire-Umfrage unter über 100 privaten SaaS-Firmen nannte 2024 rund 90 % Bruttoretention und rund 101 % Nettoretention. Das sind Jahreswerte aus überwiegend internationalen SaaS-Daten. Vergleich sie nicht mit einem Monatswert.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Nur Kündigungen beobachten

Wer nur die Customer Churn Rate liest, übersieht den Verlust. Bei einem Downgrade bleibt die Kundenzahl gleich, der Umsatz sinkt trotzdem.

Fehler 2 · Expansion deckt alles zu

Eine Net Revenue Retention über 100 % kann hohe Verluste verstecken. Schau immer auch auf die Gross Revenue Retention.

Fehler 3 · Definition nicht festlegen

Rabatte zählt ChartMogul als Contraction, und das Auslaufen eines Rabatts als Expansion. Kommt ein Toolwechsel dazu, ändern sich deine Zahlen, ohne dass im Geschäft etwas passiert ist.

Fehler 4 · Jahresabos nicht umrechnen

Jahresumsatz wird auf den Monat verteilt: 1.200 € im Jahr sind 100 € MRR. Ein Downgrade im Jahresvertrag fällt sonst viel zu groß oder zu klein aus.

So senkst du Contraction

Ein Downgrade ist nicht nur schlecht. Oft ist es die Alternative zur Kündigung. Wichtig ist, den Grund zu kennen.

  • Grund erfassen. Frag beim Downgrade kurz nach: zu teuer, zu wenig genutzt, Team kleiner geworden?
  • Nutzung beobachten. Wer Lizenzen liegen lässt, reduziert bald. Sprich solche Kunden vorher an.
  • Tarife prüfen. Häufen sich Wechsel in denselben Tarif, stimmt vielleicht die Stufe nicht.
  • Getrennt ausweisen. Zeig Contraction im Monatsbericht als eigene Zeile, etwa in ChartMogul, Baremetrics oder Stripe.

Häufige Fragen

Ist Contraction MRR dasselbe wie Churn?

Nein. Beim Churn geht der Kunde ganz, bei Contraction bleibt er und zahlt weniger. Manche Anbieter wie Chargebee fassen beides zusammen, prüf also die Definition deines Tools.

Zählt ein Downgrade auf den Gratistarif als Contraction?

Bei Baremetrics nicht: Dort gilt es als Kündigung, weil der MRR auf null fällt. Das ist auch die übliche Logik, denn ohne Zahlung bleibt kein wiederkehrender Umsatz.

Zählen Rabatte als Contraction?

Bei ChartMogul ja, wenn sie den MRR senken. Läuft der Rabatt später aus, zählt das dort als Expansion. Leg fest, wie du das handhabst, damit deine Zeitreihe stimmt.

Welchen Einfluss hat Contraction auf die Net Revenue Retention?

Sie senkt sie direkt, genauso wie die Gross Revenue Retention. Bei der Net Revenue Retention kann Expansion das aber ausgleichen. Deshalb verrät die Bruttozahl mehr über den Verlust.

Was ist ein guter Wert?

Einen belastbaren Einzelwert gibt es nicht. Ordne Contraction über die Gross Revenue Retention ein und beobachte vor allem den eigenen Verlauf. Steigt der Anteil am verlorenen Umsatz, hast du ein Thema.

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