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Bleistiftskizze: Figur schüttet Münzen in ein Rohr zum Haus voller oranger Werbetafeln, aus dem Schornstein steigen mehr Münzen auf, als Bild für MFA-Seiten
Paid Ads (SEA & Social Ads)

Made-for-Advertising-Seiten

MFA

Websites, die nicht für Leser gebaut sind, sondern für Werbeplätze. Deine Display-Anzeigen landen dort günstig, sichtbar und messbar — und bringen trotzdem fast nichts.

Auch bekannt alsMade for AdvertisingMFA-SeitenMade-for-Arbitrage

4 Min

Lesezeit

29.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was sind Made-for-Advertising-Seiten?

Kennst du diese Seiten mit „Die 25 erstaunlichsten Promi-Verwandlungen“, auf denen du für jedes Bild einmal klicken musst — und jede Seite steckt voller Anzeigen? Das ist das Muster der Made-for-Advertising-Seiten (MFA).

Das Geschäftsmodell ist Arbitrage: Die Betreiber kaufen billig Besucher ein, etwa über Native-Ad-Kästen („Das könnte Sie auch interessieren“) oder Social Ads. Diese Besucher schicken sie über Seiten mit möglichst vielen Werbeplätzen. Der Gewinn ist die Differenz zwischen eingekauftem Traffic und verkaufter Werbung.

Im September 2023 haben die Werbeverbände ANA, 4A's, WFA und ISBA eine gemeinsame Definition vorgelegt. Typisch ist eine Kombination dieser Merkmale:

  • Viel Werbung — mindestens doppelt so viel Anteil wie im Netz üblich, etwa 30 % und mehr auf dem Desktop.
  • Schnell wechselnde Werbeplätze, Autoplay-Videos und Bildergalerien über viele Klicks.
  • Eingekaufter Traffic statt eigenem Publikum.
  • Generische, kopierte oder veraltete Inhalte.
  • Seiten nach Schema F, lieblos aus Vorlagen gebaut.

Warum MFA dein Budget frisst

Das Tückische: MFA-Seiten erfüllen die üblichen Prüfwerte oft gut. Die Impressionen kommen von echten Menschen, sind sichtbar und gelten als markensicher. Bot-Filter und Brand-Safety-Listen greifen deshalb nicht. Nur: Wer sich durch 25 Galerieseiten klickt, achtet kaum auf deine Anzeige.

Wie groß das Problem werden kann, zeigte eine Studie der ANA mit Daten großer US-Werbetreibender aus 2022/23: 21 % der Impressionen und 15 % der Ausgaben landeten auf MFA-Seiten. Im Schnitt lief eine Kampagne auf rund 44.000 Domains — die ANA hält ein paar hundert für ausreichend.

Beispiele aus der Praxis

Die belastbaren Zahlen stammen von großen US-Marken. Sie zeigen trotzdem, was Gegenmaßnahmen bringen.

Case A · Listen pflegen

Große Werbetreibende räumen auf

15 % → 6,2 %

MFA-Anteil am Budget

44.000 → 22.634

Domains je Kampagne

Von 2023 auf 2024 halbierten die Teilnehmer die Zahl der Domains und senkten den MFA-Anteil um mehr als die Hälfte.

ANA-Benchmark, Dezember 2024. Der Median sank sogar von 10 % auf 1,1 %.

Case B · Einkaufsweg

Offener Marktplatz gegen feste Deals

1,40 %

MFA im offenen Marktplatz

0,41 %

MFA in Private Deals

Über feste Deals lag der MFA-Anteil bei weniger als einem Drittel.

ANA-Benchmark Q3 2025. Das schlechteste Viertel der Teilnehmer hatte trotzdem 3,3 bis 27,4 % MFA.

Häufige Fehler

Fehler 1 · MFA für Betrug halten

MFA ist kein Ad Fraud. Die Besucher sind echt, die Anzeigen werden ausgeliefert. Wertlos ist die Aufmerksamkeit — deshalb hilft ein Betrugsfilter allein nicht.

Fehler 2 · Niedrigen Tausenderpreis feiern

MFA-Seiten optimieren genau auf die Werte, die gut aussehen: Sichtbarkeit und günstige Impressionen. Ein Cost-per-Mille, der verdächtig billig ist, ist oft genau das.

Fehler 3 · Glauben, Performance Max läuft nur bei Google

Performance Max spielt auch im Display-Netzwerk und bei Suchnetzwerk-Partnern aus. Wer nie in den Placement-Bericht schaut, sieht nicht, wo seine Anzeigen gelandet sind.

Fehler 4 · Einmal ausschließen, fertig

Neue MFA-Domains entstehen laufend. Die ANA rät zu Inklusionslisten und laufenden Prüfungen statt einer einmaligen Aufräumaktion.

So hältst du MFA aus Google Ads raus

Eine eigene MFA-Kategorie zum Abhaken bietet Google Ads nicht. Du arbeitest mit Berichten und Listen:

  • Placement-Bericht ziehen: Für Performance Max im Berichteditor „Performance Max-Kampagnen – Placement“. Er zeigt Impressionen je Website, App und YouTube-Video.
  • Verdächtige Domains prüfen: viele Impressionen, null Conversions, kryptische Namen, Galerie-Clickbait.
  • Auf Kontoebene ausschließen: Unter Tools → Eignung der Inhalte → Ausgeschlossene Placements. Das gilt für alle Kampagnen, auch Performance Max, und meist binnen 12 Stunden.
  • Domain ohne „www.“ eintragen, dann sind Subdomains mit erfasst. Bis zu 65.000 Einträge je Konto sind möglich.
  • Regelmäßig wiederholen, zum Beispiel einmal im Monat.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich, ob meine Google-Ads-Anzeigen auf MFA-Seiten laufen?

Im Bericht „Wo Anzeigen ausgeliefert wurden“ bzw. bei Performance Max im Placement-Bericht des Berichteditors. Auffällig sind Domains mit vielen Impressionen ohne Conversions, Galerie- und Clickbait-Seiten und kryptische Domainnamen.

Sind MFA-Seiten illegal?

Nein. Sie verstoßen meist gegen kein Gesetz und oft auch gegen keine Werberichtlinie. Das Problem ist wirtschaftlich: Deine Anzeige wird gesehen, aber kaum beachtet.

Wie schließe ich MFA-Seiten in Performance Max aus?

Über Ausschlüsse auf Kontoebene unter Tools → Eignung der Inhalte → Ausgeschlossene Placements. Sie gelten für alle Kampagnen im Konto, auch für Performance Max. Die Liste solltest du regelmäßig ergänzen.

Was ist der Unterschied zwischen MFA und Ad Fraud?

Beim Ad Fraud sind Klicks oder Impressionen gefälscht, etwa durch Bots. Bei MFA-Seiten sind die Besucher echt, sie kommen nur über eingekauften Traffic und sehen deine Anzeige zwischen vielen anderen.

Lohnt sich Display-Werbung für KMU dann überhaupt?

Ja, wenn du gezielt buchst und kontrollierst. Feste Platzierungen, Ausschlusslisten und ein regelmäßiger Blick in den Placement-Bericht trennen Wirkung von Streuverlust.

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