Was ist ein Whiteboard-Video?
Ein weißer Hintergrund, eine Hand mit Stift, und aus ein paar Strichen wird eine Geschichte. Dazu erklärt eine Stimme, was du gerade siehst. Das ist ein Whiteboard-Video, auch Whiteboard-Animation oder Scribble-Video genannt.
Früher wurde das wirklich gezeichnet: Jemand malte auf eine Tafel, eine Kamera filmte, und im Schnitt lief alles im Zeitraffer. Heute simuliert meist Software die Hand. Du wählst Grafiken aus, und das Programm „zeichnet“ sie Strich für Strich.
Bekannt wurde der Stil durch die Reihe RSA Animate. Ab 2010 setzte das Studio Cognitive Vorträge der britischen Royal Society of Arts als gezeichnete Videos um. Sie liefen in sozialen Netzen und machten das Format im Marketing populär.
Whiteboard-Video, Erklärvideo, Legetechnik
Format
Merkmal
Erklärvideo
Oberbegriff nach dem Zweck
Whiteboard-Video
Bild entsteht beim Zeichnen
Legetechnik
Fertige Figuren werden hingelegt
Motion Graphics
Bewegte Grafiken ohne Zeichenhand
Ein Whiteboard-Video ist also ein Stil des Erklärvideos. Der Unterschied zur Legetechnik: Dort liegen die Bilder schon fertig bereit und werden von Hand ins Bild geschoben. Beim Whiteboard entsteht das Bild vor deinen Augen. Manche Dienstleister werfen beides zusammen, im Alltag kommst du mit dieser Trennung gut klar.
Was an der Wirkung dran ist
Das Format hat einen Vorteil im Aufbau: Das Bild entsteht passend zum gesprochenen Wort. Der Blick folgt dem Stift, Neugier zieht dich mit. Die Forschung von Richard Mayer zum Multimedia-Lernen zeigt allgemein, dass Grafik plus Sprecher besser funktioniert als Grafik, Sprecher und Bildschirmtext zugleich. Unnötige Details schaden dagegen.
Bei den konkreten Zahlen zum Format solltest du vorsichtig sein. Die oft zitierten 15 % bessere Erinnerung stammen aus einem Test des Psychologen Richard Wiseman von 2012, den der Softwarehersteller VideoScribe bekannt gemacht hat. Eine Herstellernähe ist da, eine Fachprüfung nicht belegt.
Gut passt der Stil für Abläufe, Konzepte, Schulungen und Onboarding. Weniger gut für Produkte, die man sehen muss, und für emotionale Markenfilme. Mode oder Essen zeichnest du nicht.
Welche Tools es gibt und was sie kosten
Tool
Preis pro Jahr ab
VideoScribe
165 €
Doodly (über Voomly)
490 $
Vyond
699 $
Das sind die Listenpreise der Anbieter vom November 2026, sie ändern sich schnell. Vyond ist mehr ein allgemeines Animations-Tool, der Whiteboard-Stil steckt in allen Tarifen mit drin. Für einen ersten Versuch reicht auch ein Whiteboard, ein Stift und ein Handy auf dem Stativ. Für Produktionen durch Dienstleister gibt es keine belastbaren Pauschalpreise. Treiber sind Länge, Illustrationen und Sprecher.
Häufige Fehler
Fehler 1 · Zu viel Text ins Bild
Wenn die Stimme sagt, was im Bild steht, verdoppelst du nur. Lass die Grafik zeigen und die Stimme erklären.
Fehler 2 · Zeichnen als Selbstzweck
Hübsche Details lenken ab. Alles, was keine Aussage trägt, fliegt raus. Weniger Striche, mehr Klarheit.
Fehler 3 · Stil vor Skript
Das Format rettet keinen schwachen Text. Schreib erst das Skript und lies es laut vor. Erst dann kommen die Bilder.
Fehler 4 · Zu lang erzählen
Der Stil lebt vom Tempo. Plan pro Video eine Botschaft. Mehrere Themen gehören in mehrere kurze Videos.
So baust du dein erstes Whiteboard-Video
- Eine Frage wählen: Was soll der Zuschauer danach verstehen?
- Skript schreiben: Kurze Sätze, gesprochene Sprache. Stopp die Zeit beim Vorlesen.
- Storyboard skizzieren: Pro Satz ein simples Bild, auf Papier.
- Ton zuerst aufnehmen: Der Text gibt das Tempo vor.
- Bilder zeichnen oder im Tool anlegen: Passe die Länge an den Ton an.
- Testen: Zeig es jemandem ohne Vorwissen, und frag, was hängen blieb.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Whiteboard-Video und Legetechnik?
Beim Whiteboard-Video entsteht das Bild beim Zeichnen. Bei der Legetechnik liegen fertige Figuren bereit und werden von Hand ins Bild gelegt und verschoben. Beides sind Stile des Erklärvideos.
Wirken Whiteboard-Videos wirklich besser?
Sie können gut funktionieren, weil Bild und Sprache zusammenlaufen. Die viel zitierten Prozentzahlen sind aber oft herstellernah. Eine pauschale Überlegenheit ist nicht belegt. Wichtiger als der Stil ist ein gutes Skript.
Was kostet ein Whiteboard-Video?
Selbst gemacht zahlst du nur das Tool, bei VideoScribe ab 165 € im Jahr. Für Agenturen gibt es keine verlässlichen Pauschalen, frag mehrere Angebote an. Länge, Illustrationen und Sprecher treiben den Preis.
Mit welchem Programm erstellt man ein Whiteboard-Video?
Gängig sind VideoScribe, Doodly und Vyond. Für den Einstieg reicht auch ein echtes Whiteboard mit Handykamera und ein einfacher Videoschnitt.
Wofür eignet sich ein Whiteboard-Video?
Für Abläufe, Konzepte, Schulungen, Onboarding und erklärungsbedürftige Dienstleistungen. Für Produkte, die man sehen muss, und emotionale Markenfilme passt ein echter Dreh meist besser.