Was ist Gemini?
Du fragst in Gmail nach einer Zusammenfassung des Mail-Verlaufs, und Google liefert sie. Was da arbeitet, ist Gemini — Googles Familie von KI-Modellen, entwickelt vom KI-Labor Google DeepMind.
Google hat Gemini im Dezember 2023 vorgestellt, gebaut „from the ground up to be multimodal“: Die Modelle verarbeiten Text, Bild, Audio, Video und Code. Seit Februar 2024 heißt auch Googles Assistent so; vorher hieß er Bard.
Gemini begegnet dir an vielen Stellen: in der Gemini-App im Browser und am Handy, in Gmail und Docs, in Google Ads und in der Suche, wo Gemini-Modelle die AI Overviews und den KI-Modus erzeugen. Nach Googles eigenen Angaben hat die Gemini-App seit August 2026 mehr als eine Milliarde Nutzer im Monat.
Modelle und Tarife
Die Versionen wechseln fast monatlich. Stand November 2026 ist Gemini 4 Argon das Spitzenmodell, seit 13. Oktober 2026 allgemein verfügbar, mit einem Kontextfenster von gut einer Million Tokens. Für Masse und Tempo gibt es die schnelleren Flash-Modelle. Merk dir die Familie, nicht die Nummer.
Tarif
Preis pro Monat
Kostenlos
0 €
Google AI Plus
4,99 €
Google AI Pro
21,99 €
Google AI Ultra
ab 99,99 €
Preise laut Google für Deutschland, Stand 7. November 2026. Ab Google AI Pro bekommst du das Spitzenmodell und Gemini in Gmail und Docs, dazu mehr Speicherplatz. Firmen nutzen Gemini über Google Workspace oder Gemini Enterprise.
Gemini im Marketing
- Workspace: Mails entwerfen, Dokumente zusammenfassen, Tabellen auswerten — direkt in den Google-Programmen.
- Google Ads: AI Max erweitert Suchkampagnen mit Gemini um neue Suchanfragen und Anzeigentexte, Asset Studio erzeugt Bilder für Anzeigen.
- Bilder: Mit Nano Banana bearbeitest du Fotos per Satz und erzeugst Motive im Stil deiner Marke. Google kennzeichnet sie mit dem unsichtbaren Wasserzeichen SynthID.
- Suche: Wer in den AI Overviews genannt werden will, braucht Inhalte, die Gemini gut zitieren kann.
Beispiel A · Google Ads
Suchkampagnen mit AI Max
+14 %
Conversions bei ähnlichem CPA/ROAS
+27 %
bei vielen exakten Keywords
Mehr Conversions laut Google
Herstellerangabe von Google (Mai 2025) ohne offengelegte Methode. Teste es mit einem Experiment gegen deine bisherige Kampagne.
Beispiel B · Suche
Gemini schreibt die Antworten über den Treffern
2,5 Mrd.
Nutzer der AI Overviews pro Monat
1 Mrd.
Nutzer des KI-Modus pro Monat
Gemini entscheidet mit, wer zitiert wird
Eigenangaben von Google, Mai 2026. Deine Inhalte müssen nicht nur ranken, sondern sich als Quelle für eine Antwort eignen.
Privatkonto oder Workspace: der Unterschied
Im privaten Google-Konto kann Google deine Chats zur Verbesserung der Modelle nutzen, wenn „Aktivitäten speichern“ an ist. Ein Teil der Chats wird von Menschen gelesen, auch von externen Dienstleistern. Geprüfte Chats bleiben bis zu drei Jahre gespeichert, auch wenn du sie löschst.
In Google Workspace gilt etwas anderes. Google schreibt dazu: „Workspace verwendet keine Kundendaten für das Trainieren von Modellen“. Chats in der Gemini-App werden dort nicht von Menschen geprüft.
Häufige Fehler
Fehler 1 · Gemini für einen Chatbot halten
Die App ist nur eine Oberfläche. Dieselben Modelle arbeiten in Workspace, Ads und Suche. Wer nur die App kennt, verpasst die Hälfte.
Fehler 2 · Mit dem Privatkonto arbeiten
Privat und Workspace unterscheiden sich beim Datenschutz deutlich. Wer Angebote, Kundendaten oder Zahlen ins private Gemini kippt, gibt sie möglicherweise an menschliche Prüfer weiter.
Fehler 3 · Herstellerzahlen als Versprechen lesen
„14 % mehr Conversions“ ist ein Durchschnitt aus Googles eigenen Daten. In deinem Konto kann es mehr, weniger oder gar nichts sein. Miss selbst, bevor du Budget umschichtest.
So setzt du Gemini sinnvoll ein
- Arbeitest du schon mit Google Workspace, nutze Gemini dort statt in der privaten App.
- Fang mit Routine an: Mail-Entwürfe, Protokolle, Zusammenfassungen von Berichten.
- In Google Ads neue KI-Funktionen als Experiment gegen die bestehende Kampagne testen.
- Für die Suche Inhalte so bauen, dass sie Fragen klar und belegt beantworten.
Häufige Fragen
Ist Gemini kostenlos?
Ja, die Gemini-App gibt es kostenlos mit einem schnelleren Modell. Google AI Plus kostet 4,99 € im Monat, Google AI Pro mit dem Spitzenmodell 21,99 € (Stand November 2026).
Was ist der Unterschied zwischen Gemini und Bard?
Keiner mehr. Bard war der alte Name von Googles KI-Assistenten. Seit Februar 2024 heißen der Assistent und die Modellfamilie dahinter Gemini.
Nutzt Google meine Gemini-Chats zum Training?
Im privaten Konto ja, solange „Aktivitäten speichern“ an ist; ein Teil wird auch von Menschen geprüft. Du kannst die Einstellung abschalten. Im Workspace-Konto nutzt Google Kundendaten nicht fürs Training.
Was ist Nano Banana?
So heißen die Bildmodelle von Gemini. Sie bearbeiten Fotos per Textanweisung und erzeugen neue Motive. Google markiert die Bilder sichtbar und zusätzlich mit dem unsichtbaren Wasserzeichen SynthID.
Steckt Gemini in der Google-Suche?
Ja. Die AI Overviews und der KI-Modus der Google-Suche laufen auf angepassten Gemini-Modellen. Deshalb ist Gemini auch für SEO wichtig.
Quellen
- Google: Introducing Gemini (2023)
- Google: Bard becomes Gemini (2024)
- Google: Introducing Gemini 4 Argon (2026)
- Google: AI updates August 2026
- Google: Sundar Pichai auf der I/O 2026
- Google: Gemini-Abos
- Google DeepMind: Modellkarte Nano Banana 2.1
- Google Ads: AI Max für Suchkampagnen (2025)
- Google: Datenschutzhinweis für Gemini-Apps
- Google Workspace: Datenschutz bei generativer KI