Was sind Metadaten?
Du lädst ein Foto auf deine Website. Darin steckt mehr als das Bild: das Kameramodell, die Uhrzeit, vielleicht der genaue Ort. Das sind Metadaten — Daten über Daten.
Die US-Normungsorganisation NISO beschreibt sie als strukturierte Informationen, die eine Ressource beschreiben, erklären, auffindbar machen oder ihre Nutzung erleichtern. Sie unterscheidet drei Arten:
- Beschreibend: zum Finden und Erkennen, etwa Titel, Autor, Schlagwörter.
- Strukturell: wie etwas aufgebaut ist, etwa welche Seiten zu welchem Kapitel gehören.
- Administrativ: Technik und Rechte, etwa Dateityp, Erstellungsdatum, Lizenz.
Metadaten können in der Datei selbst stecken, zum Beispiel im Bild, oder getrennt davon in einer Datenbank liegen. Ein Digital Asset Management macht oft beides.
Wo Metadaten im Marketing stecken
Wo
Typische Metadaten
Fotos (EXIF)
Kamera, Datum, Belichtung, GPS
Fotos (IPTC/XMP)
Urheber, Copyright, Lizenz
Titel, Autor, Software
Webseite
Title, Meta Description, Open Graph
EXIF schreibt die Kamera oder das Handy automatisch. IPTC ist der Standard der Nachrichtenbranche für Urheber- und Rechteangaben, aktuell in Version 2025.1. Seit 2021 gibt es dort sogar ein Feld für Alt-Text. XMP ist das Format, in dem Adobe-Programme viele dieser Angaben speichern.
Auf Webseiten sind die Meta Description und die Open-Graph-Angaben Metadaten. Open Graph, ursprünglich von Facebook entwickelt, verlangt vier Pflichtangaben: Titel, Typ, Bild und URL. Daraus bauen Netzwerke die Vorschau, wenn jemand deinen Link teilt.
Was Metadaten dir bringen
Google Bilder liest Lizenz-Metadaten — entweder aus strukturierten Daten oder direkt aus den IPTC-Feldern im Bild. Hinterlegst du Urheber, Copyright und einen Link zu den Nutzungsrechten, kann Google dein Bild als lizenzierbar kennzeichnen. Widersprechen sich beide Wege, gewinnen die strukturierten Daten.
Für das Ranking in der Bildersuche sind andere Angaben wichtiger. Google nennt den Alt-Text das wichtigste Attribut. Der Dateiname gibt nur leichte Hinweise, hilft aber: „blaue-haustuer-holz.jpg“ sagt mehr als „IMG00023.JPG“.
Fall A · Handwerksbetrieb
Referenzfotos vom Handy
GPS
im Foto gespeichert
1 Befehl
entfernt es
Das Foto vom Bad des Kunden verrät seine Adresse, wenn die Koordinaten drinbleiben. Mit ExifTool oder der Handy-Einstellung „Standort beim Teilen entfernen“ ist das erledigt.
Ob WordPress EXIF behält, hängt vom Bildeditor des Servers ab — prüf es an einer Testdatei.
Fall B · Blog mit KI-Bildern
Herkunft kennzeichnen
1 Feld
Digital Source Type
2026
Kennzeichnungspflicht AI Act
Das IPTC-Feld Digital Source Type kennt einen eigenen Wert für KI-erzeugte Bilder. Content Credentials nach dem Standard C2PA speichern zusätzlich den Bearbeitungsverlauf.
Viele Plattformen entfernen Metadaten beim Upload. Kennzeichne KI-Bilder deshalb zusätzlich sichtbar.
Häufige Fehler
Fehler 1 · Standortdaten veröffentlichen
GPS-Koordinaten im Foto zeigen, wo es aufgenommen wurde: beim Kunden, bei dir zu Hause, beim Mitarbeiter. Entferne sie, bevor ein Bild online geht.
Fehler 2 · Sich auf Copyright-Angaben im Bild verlassen
Ein Test des IPTC von 2019 zeigte: Twitter, Pexels und Pixabay entfernten die Metadaten beim Speichern, Facebook und Flickr teilweise. Neuere Testrunden gibt es nicht. Rechne damit, dass deine Angaben unterwegs verloren gehen.
Fehler 3 · PDFs ohne Titel
Steht im PDF-Titel noch der Name der Word-Vorlage, zeigt der Browser-Tab genau das an. Für Barrierefreiheit gehört ein echter Titel in die Dokumenteigenschaften, und das PDF sollte ihn statt des Dateinamens anzeigen. Prüf auch Autor und Firmenpfade.
Fehler 4 · Dateinamen von der Kamera übernehmen
„DSC_4711.jpg“ sagt niemandem etwas. Benenne Bilder vor dem Hochladen sprechend, mit Bindestrichen und ohne Umlaute.
So pflegst du Metadaten
- Vor dem Upload: GPS entfernen, Urheber und Copyright setzen. Adobe Bridge und Lightroom haben dafür IPTC-Vorlagen, ExifTool kann das für viele Bilder auf einmal.
- In WordPress: Titel und Alt-Text in der Mediathek pflegen. Der Alt-Text liegt dort in der Datenbank, nicht in der Datei.
- Für Social Media: Open-Graph-Bild und -Titel setzen, etwa über Yoast oder Rank Math.
- Für PDFs: In Acrobat unter Datei → Eigenschaften Titel, Autor und Stichwörter eintragen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen EXIF, IPTC und XMP?
EXIF schreibt die Kamera automatisch: Technik, Datum, Standort. IPTC ist der Standard für Urheber, Beschreibung und Rechte. XMP ist ein Speicherformat, in dem sich beides unterbringen lässt, vor allem in Adobe-Programmen.
Entfernt WordPress die Metadaten meiner Bilder?
Das hängt vom Bildeditor des Servers ab. Mit Imagick behält WordPress EXIF-, IPTC- und XMP-Angaben, mit GD entfernt es sie. Ein Test mit einem Foto mit Standortdaten zeigt dir, was bei dir passiert.
Wie entferne ich GPS-Daten aus Fotos?
Am einfachsten schon beim Fotografieren oder Teilen: Handys bieten eine Option, den Standort zu entfernen. Für viele Dateien auf einmal eignet sich das freie Programm ExifTool.
Helfen Bild-Metadaten bei SEO?
Indirekt. Für die Bildersuche zählen vor allem Alt-Text, Dateiname und Umfeld. Lizenz-Metadaten können dein Bild in Google Bilder als lizenzierbar kennzeichnen. Dass Google EXIF fürs Ranking nutzt, ist nicht belegt.
Muss ich KI-Bilder per Metadaten kennzeichnen?
Die maschinenlesbare Markierung ist nach dem AI Act Pflicht der KI-Anbieter. Als Nutzer musst du Deepfakes offenlegen. Eine sichtbare Kennzeichnung im Text ist darüber hinaus eine gute Praxis.