Was ist Stock Footage?
Stock Footage sind Videoclips, die schon gedreht sind und die du lizenzierst: Drohnenflug über die Stadt, Kaffee, der in eine Tasse läuft, eine Hand, die einen Vertrag unterschreibt. Du ersparst dir Dreh, Team und Reise.
Der Name kommt aus der Filmzeit: „Footage“ misst Film in Fuß, ein Fuß Film hatte 16 Einzelbilder, zur Stummfilmzeit ungefähr eine Sekunde. „Stock“ ist der Vorrat. Archivmaterial ist laut Wikipedia längst ein eigenes Produkt im Filmhandel.
Welche Anbieter gibt es?
Anbieter
Modell
Pexels, Pixabay
kostenlos, eigene Lizenz
Adobe Stock
Abo ab 29,99 €/Monat
Storyblocks
Flatrate ab 18 €/Monat
Getty Images
Einzellizenz je Clip
Bei Adobe Stock enthält das kleinste Abo mit 10 Credits einen Clip im Monat, das Paket für 89,99 € sechs Clips (Stand November 2026). Storyblocks rechnet bei jährlicher Zahlung ab 18 € im Monat mit unbegrenzten Downloads. Getty Images verwaltet laut Geschäftsbericht über 645 Millionen Bilder und Videos.
Pexels und Pixabay sind gratis und verlangen keine Namensnennung. Dafür garantieren sie dir nicht, dass abgebildete Personen oder Marken zugestimmt haben.
Was die Lizenz erlaubt — und was nicht
- Reichweite: Die Standardlizenz von Adobe Stock deckt bis zu 500.000 Kopien oder Aufrufe. Für Video gibt es eine Plus-Lizenz ohne diese Grenze.
- Editorial: Clips mit „nur redaktionell“ darfst du laut Adobe nur zu Ereignissen oder Themen zeigen. Keine Werbung ohne schriftliche Zustimmung Dritter.
- Weiterverkauf: Den Clip unverändert verkaufen oder auf anderen Plattformen anbieten, verbieten alle großen Lizenzen.
- Abo-Ende: Bei Storyblocks erlauben Individual- und Small-Business-Plan laut Lizenztabelle keine dauerhafte Nutzung nach Ende des Abos. Bereits veröffentlichte Projekte nennt die Lizenzseite gedeckt — neue Nutzung nach der Kündigung nicht.
Pixabay verbietet kommerzielle Nutzung von Inhalten mit erkennbaren Marken und Logos für Waren und Dienstleistungen. Pexels untersagt, eine Billigung durch abgebildete Personen oder Marken vorzutäuschen. Für Personen gilt in Deutschland außerdem § 22 Kunsturhebergesetz: Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung der Abgebildeten verbreitet werden.
Stock Footage und KI
Die Anbieter gehen unterschiedlich mit KI-Videos um. Shutterstock nimmt seit 2025 keine KI-generierten Inhalte von Fotografen und Filmern zur Lizenzierung an. Getty betreibt einen eigenen KI-Bildgenerator, den das Unternehmen als kommerziell sicher bewirbt. Wer KI-Clips nutzt, sollte genauso in die Bedingungen schauen wie bei gedrehtem Material.
Häufige Fehler
Fehler 1 · Editorial-Clip in der Anzeige
Die Demo vor dem Kanzleramt sieht perfekt aus für deinen Spot. Steht da „nur redaktionell“, ist sie für Werbung tabu.
Fehler 2 · Gratis heißt sorgenfrei
Bei Pexels und Pixabay fehlt die Garantie für Freigaben. Erkennbare Gesichter in einer Kampagne für ein heikles Thema können Ärger machen.
Fehler 3 · Abo gekündigt, Clip weiter genutzt
Bei Flatrates endet die Nutzung oft mit dem Abo. Dokumentiere, welcher Clip in welchem Projekt läuft und wann du ihn geladen hast.
Fehler 4 · Der Clip, den alle haben
Das Team mit dem High Five kennt jeder. Such nach Clips, die zu deiner Branche passen, und misch sie mit eigenem Material.
So setzt du Stock Footage richtig ein
- Erst die Shotlist, dann die Suche: Was fehlt dir wirklich?
- Lizenz lesen, bevor du schneidest: kommerziell, Reichweite, Editorial?
- Belege sichern: Download-Datum, Lizenz-ID, Projekt in einer Tabelle.
- Farben anpassen, damit der Clip zu deinem eigenen Material passt.
- Eigenes Material dazwischen: Stock als B-Roll, dein Team als Hauptrolle.
Häufige Fragen
Darf ich Stock Footage von Pexels kommerziell nutzen?
Ja, laut Pexels-Lizenz kostenlos und ohne Namensnennung. Verboten sind etwa der Verkauf unveränderter Kopien und der Eindruck, abgebildete Personen oder Marken würden dein Produkt empfehlen.
Was bedeutet royalty-free?
Du zahlst einmal und nutzt den Clip ohne weitere Gebühr je Ausstrahlung. Kostenlos ist er deshalb nicht, und die Lizenz hat trotzdem Grenzen, zum Beispiel bei der Reichweite.
Was ist der Unterschied zwischen Editorial und Commercial?
Editorial-Clips sind für Berichterstattung gedacht, nicht für Werbung. Commercial-Clips darfst du in Anzeigen, auf der Website und in Imagefilmen nutzen, im Rahmen der Lizenz.
Darf ich Clips nach Ende des Abos weiter nutzen?
Das hängt vom Anbieter ab. Bei Storyblocks erlauben die kleineren Pläne keine dauerhafte Nutzung nach dem Abo. Schau in die Lizenztabelle, bevor du kündigst.
Brauche ich eine Freigabe für erkennbare Personen?
Kostenpflichtige Anbieter sichern Freigaben oft ab, Gratis-Plattformen garantieren sie nicht. In Deutschland verlangt § 22 Kunsturhebergesetz die Einwilligung der Abgebildeten für die Verbreitung.