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Bleistiftskizze: Zwei Personen zeigen auf einen Laden, eine dritte heftet eine orange Rosette ans Fenster, der Inhaber schaut zu, als Bild für Earned Media
Content & Branding

Earned Media

Wer redet über dich, wenn du nicht im Raum bist? Earned Media ist alles, was andere freiwillig über dich veröffentlichen — Presse, Bewertungen, Empfehlungen. Kaufen kannst du das nicht, nur verdienen.

Auch bekannt alsverdiente Medien

5 Min

Lesezeit

28.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was sind Earned Media?

Earned Media sind alle Erwähnungen deines Unternehmens, für die du nicht bezahlt hast. Jemand anderes entscheidet, über dich zu schreiben, zu sprechen oder auf dich zu verlinken. Du hast dir die Aufmerksamkeit verdient — daher der Name.

Dazu zählen:

  • Presseberichte in Zeitungen, Fachmedien und Podcasts
  • Bewertungen bei Google, Trustpilot oder ProvenExpert
  • Empfehlungen von Kunden, ob im Gespräch oder online
  • Backlinks von fremden Websites, die freiwillig auf dich verweisen
  • Beiträge von Kunden in Foren und auf Social Media

Earned, Paid, Owned — die Abgrenzung

Earned Media ergeben erst im Vergleich ein Bild. Das Dreier-Modell unterscheidet nach der Frage, wer zahlt und wer steuert:

Art

Wer steuert?

Paid

Du, gegen Geld — Anzeigen, Sponsoring

Owned

Du allein — Website, Newsletter

Earned

Andere — Presse, Bewertungen, Empfehlungen

Das PESO-Modell ergänzt Shared Media für Teilen und Kommentieren auf Social Media. Die Grenze ist unscharf: Ein Kundenbeitrag auf Instagram zählt mal zu Earned, mal zu Shared. Wichtiger als die Schublade ist die Frage, ob Geld geflossen ist.

Und Digital PR? Das ist die Arbeit, mit der du Anlässe für Earned Media schaffst — Studien, Pressemitteilungen, Expertenzitate. Earned Media ist das Ergebnis.

Warum Earned Media so viel wiegen

Menschen glauben anderen Menschen mehr als Werbung. In Nielsens Studie „Trust in Advertising“ von 2021 waren Empfehlungen von Bekannten in den USA mit 89 % der vertrauenswürdigste Kanal. Zum Vergleich aus der globalen Ausgabe 2015: Empfehlungen 83 %, Markenwebsites 70 %, Online-Meinungen von Verbrauchern 66 %.

Bewertungen sind dabei die Earned Media, die jedes kleine Unternehmen bekommt. Laut dem Local Consumer Review Survey 2026 von BrightLocal lesen 97 % der Befragten in den USA Bewertungen lokaler Unternehmen, und 49 % vertrauen ihnen etwa so sehr wie einer persönlichen Empfehlung (1.002 Befragte).

Neu: KI-Antworten zitieren vor allem Earned Media

ChatGPT, Claude und Gemini nennen in ihren Antworten Quellen. Laut einer Auswertung des PR-Software-Anbieters Muck Rack vom Mai 2026 stammen 84 % dieser Quellen-Links aus Earned Media, Journalismus allein macht 27 % aus. Bezahlte Inhalte und Advertorials kommen auf 0,3 % (über 25 Millionen Links).

Ahrefs fand bei rund 75.000 Marken: Wie oft eine Marke im Web erwähnt wird, hängt stärker mit ihren Erwähnungen in Google AI Overviews zusammen (Korrelation 0,664) als die Zahl ihrer Backlinks (0,218). Das ist eine Korrelation, kein Beweis für Ursache und Wirkung — aber ein deutliches Zeichen.

So misst du Earned Media

Earned Media ist keine einzelne Kennzahl. Du schaust auf mehrere Hilfsgrößen:

  • Erwähnungen und Tonalität: Wie oft wirst du genannt, positiv oder negativ? Tools: Google Alerts (kostenlos), Mention, Meltwater, Talkwalker.
  • Share of Voice: dein Anteil an allen Erwähnungen deiner Branche oder Wettbewerber.
  • Verweisende Domains: neue redaktionelle Backlinks, zu sehen in Ahrefs, Semrush oder SISTRIX.
  • Bewertungen: Anzahl, Schnitt und Antwortquote im Google Business Profile.
  • Wirkung: Verweis-Traffic in Google Analytics 4 und Suchen nach deinem Markennamen in der Google Search Console.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Bezahltes als verdient zählen

Ein gesponserter Artikel, ein bezahlter Influencer-Post, ein gekaufter Link — das ist Paid Media, auch wenn es aussieht wie ein redaktioneller Beitrag. Wer das vermischt, rechnet sich die Wirkung schön. Und Werbung muss als Werbung gekennzeichnet sein.

Fehler 2 · Nur zählen, nicht lesen

200 Erwähnungen im Monat klingen gut. Sind 150 davon Beschwerden, ist das kein Erfolg. Schau immer auf die Tonalität und darauf, wo du erwähnt wirst — ein Fachmedium deiner Zielgruppe wiegt mehr als zehn Linklisten.

Fehler 3 · Auf Zufall warten

Earned Media lassen sich nicht kaufen, aber vorbereiten. Wer nie um Bewertungen bittet, nie Fachwissen teilt und nie Kontakt zu Redaktionen sucht, bekommt auch keine. Verdienen heißt: Anlässe schaffen.

So bekommst du Earned Media

  • Um Bewertungen bitten: nach jedem Auftrag, mit einem direkten Link zum Google-Profil. Und jede Bewertung beantworten, auch die kritischen.
  • Etwas zu sagen haben: eigene Zahlen, eine klare Meinung, ein nützlicher Ratgeber — darauf verlinken Redaktionen und Blogger.
  • Lokale Presse ansprechen: Jubiläum, neue Mitarbeitende, ein ungewöhnliches Projekt. Lokalredaktionen suchen Geschichten.
  • Als Experte auftreten: Gastbeiträge, Podcasts, Vorträge auf Branchentreffen.
  • Erwähnungen nutzen: Presseberichte auf deiner Website zeigen, gute Bewertungen auf der Landingpage.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Paid, Owned und Earned Media?

Paid Media kaufst du (Anzeigen, Sponsoring), Owned Media betreibst du selbst (Website, Newsletter), Earned Media veröffentlichen andere freiwillig über dich (Presse, Bewertungen, Empfehlungen).

Sind Bewertungen Earned Media?

Ja. Kunden schreiben sie freiwillig und ohne Bezahlung, du steuerst den Inhalt nicht. Gekaufte oder gegen Gegenleistung geschönte Bewertungen sind dagegen keine Earned Media.

Kann man Earned Media kaufen?

Nein. Sobald Geld oder eine Gegenleistung fließt, ist es Paid Media, auch wenn der Beitrag redaktionell aussieht. Du kannst aber Anlässe schaffen: gute Arbeit, Pressearbeit, eigene Studien, die Bitte um Bewertungen.

Wie misst man Earned Media?

Über Hilfsgrößen: Zahl und Tonalität der Erwähnungen, Share of Voice gegenüber Wettbewerbern, neue verweisende Domains, Bewertungen sowie Verweis-Traffic und Markensuchen in GA4 und Search Console.

Warum sind Earned Media für KI-Suche wichtig?

KI-Assistenten wie ChatGPT, Claude und Gemini zitieren überwiegend redaktionelle und andere verdiente Quellen. Wer in Fachmedien und Bewertungen vorkommt, hat bessere Chancen, auch in KI-Antworten genannt zu werden.

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