Was ist TrueView?
Wofür bezahlst du eigentlich, wenn du auf YouTube wirbst? Die Antwort heißt TrueView: Du zahlst nicht fürs Einblenden, sondern für jemanden, der wirklich zuschaut.
Der Name stammt von 2010. Damals war TrueView ein eigenes Produkt: Anzeigen, die Zuschauer überspringen können, und bezahlt wird nur, wenn sie es nicht tun. Heute ist es kein Produkt mehr, das du buchst. Es ist der Name des Messwerts: Seit Oktober 2025 heißt die frühere Spalte „Aufrufe“ in Google Ads „TrueView-Aufrufe“. An der Abrechnung hat das laut Google nichts geändert.
Ab wann zählt ein TrueView-Aufruf?
Das hängt am Format. Die Regel „ab 30 Sekunden“ gilt nur für einen Teil davon (Stand November 2026):
Format
Aufruf zählt bei
Überspringbar In-Stream
30 Sekunden, bei kürzeren Videos bis zum Ende, oder Interaktion
In-Feed
Klick auf das Vorschaubild oder 10 Sekunden automatische Wiedergabe
Shorts
10 Sekunden oder Ende, Klick, Like, Kommentar, Teilen
Überspringen lässt sich eine In-Stream-Anzeige nach 5 Sekunden. Wer dann weiterklickt, kostet dich bei CPV-Geboten nichts. CPV heißt Cost-per-View, also Kosten je Aufruf.
Nicht dazu gehören Bumper-Anzeigen mit rund 6 Sekunden und nicht überspringbare In-Stream-Anzeigen bis 60 Sekunden. Sie laufen über Ziel-CPM, also Kosten je tausend Impressionen. Einen TrueView-Aufruf erzeugen sie nicht, weil niemand aktiv entschieden hat, dranzubleiben.
TrueView-Aufrufrate
Aufrufrate = TrueView-Aufrufe ÷ berechtigte Impressionen × 100
Beispiel: 5 Aufrufe bei 1.000 Impressionen → Aufrufrate = 0,5 %
TrueView, CPV und öffentliche Aufrufe auseinanderhalten
Drei Dinge werden ständig vermischt. Dabei messen sie Verschiedenes:
- TrueView-Aufruf: der bezahlte Aufruf nach den Regeln oben.
- CPV: das Gebot und der Preis dafür. Der durchschnittliche CPV sind deine Kosten geteilt durch die TrueView-Aufrufe.
- Öffentlicher Aufruf: die Zahl unter dem Video. Seit dem 24. August 2026 zählt YouTube ihn ab Wiedergabestart, in allen Formaten. Abgerechnet wird er nicht.
Deshalb liegen beide Zahlen auseinander, und das ist kein Fehler. Auch Bumper-Anzeigen erhöhen den öffentlichen Zähler, obwohl sie keinen TrueView-Aufruf auslösen. Dazu kommt die Zeit: Google Ads zeigt Daten nach wenigen Stunden, YouTube Analytics erst nach 48 bis 72 Stunden.
Was wird aus alten TrueView-Kampagnen?
Hast du noch alte Kampagnen im Konto, schau jetzt rein. Google stellt „TrueView In-stream“ und „In-feed for Consideration“ seit August 2026 schrittweise um, bis Ende 2026. Daraus werden Videoaufruf-Kampagnen.
- Gebot: Aus Maximum-CPV wird Ziel-CPV.
- Alte Anzeigengruppe: Sie wird 7 Tage pausiert und dann gelöscht.
- Kurze Videos: Unter 5 Sekunden werden sie nicht übernommen.
- Gemeinsames Budget: Solche Kampagnen werden nicht umgestellt und lassen sich nicht mehr bearbeiten.
Videoaufruf-Kampagnen mischen überspringbares In-Stream, In-Feed und Shorts und sollen möglichst viele TrueView-Aufrufe liefern. Bis zu 5 Videos passen in eine Kampagne. Wer eher Conversions als Aufrufe will, landet bei Demand Gen: Dorthin hat Google die Video Action Campaigns bis April 2026 umgezogen.
Häufige Fehler
Fehler 1 · 30 Sekunden als feste Grenze nehmen
Ein Klick löst den Aufruf sofort aus. Bei In-Feed und Shorts reichen 10 Sekunden. Rechne deine Kosten also je Format und nicht mit einer Pauschalregel.
Fehler 2 · TrueView-Aufrufe mit dem YouTube-Zähler vergleichen
Der öffentliche Zähler läuft ab dem ersten Moment und enthält andere Formate. Für den Erfolg einer Kampagne zählen die Spalten in Google Ads.
Fehler 3 · Fremde Benchmarks übernehmen
Im Netz kursieren Aufrufraten von 15 bis über 60 Prozent. Die Zahlen stammen aus Anbieter-Blogs, widersprechen sich und gelten kaum für Deutschland. Dein Vergleichswert sind deine eigenen Kampagnen im selben Format.
Fehler 4 · Billige Aufrufe feiern
Ein niedriger CPV sagt nichts darüber, ob die Richtigen zugeschaut haben. Schau auf die Klicks, die Wiedergabetiefe und auf das, was danach passiert.
So gehst du mit TrueView um
- Ziel klären: Willst du Reichweite, Aufrufe oder Conversions? Davon hängt die Kampagne ab, nicht vom Namen TrueView.
- Die ersten 5 Sekunden bauen: Bis dahin kann niemand überspringen. Dort gehört die Botschaft hin.
- Spalten einblenden: TrueView-Aufrufe, TrueView-Aufrufrate und durchschnittlicher CPV, je Format getrennt.
- Altbestand prüfen: Alte Kampagnen und gemeinsame Budgets vor der Umstellung selbst aufräumen.
Häufige Fragen
Gibt es TrueView noch?
Als Kampagnentyp nicht mehr, als Messwert schon. Seit Oktober 2025 heißt die Spalte „Aufrufe“ in Google Ads „TrueView-Aufrufe“. Neue Kampagnen legst du als Videoaufruf-Kampagne oder Demand Gen an.
Ab wann zahle ich bei YouTube-Werbung?
Bei überspringbaren In-Stream-Anzeigen mit CPV-Gebot nach 30 Sekunden Ansicht, bei kürzeren Videos am Ende, oder bei einer Interaktion. Bei Ziel-CPM und anderen Strategien zahlst du je Impression.
Was ist der Unterschied zwischen TrueView und Bumper-Anzeigen?
Bumper-Anzeigen dauern rund 6 Sekunden, lassen sich nicht überspringen und laufen über Ziel-CPM. Sie erzeugen keinen TrueView-Aufruf. Sie sind für Reichweite und Wiedererkennung gedacht, nicht für Aufrufe.
Zählen bezahlte Aufrufe für den öffentlichen YouTube-Zähler?
Anzeigen können die öffentlichen Aufrufe erhöhen, sogar Bumper-Anzeigen. Beide Zahlen werden aber getrennt gezählt und stimmen nicht überein. Abgerechnet wird nur der TrueView-Aufruf.
Was passiert mit meiner alten TrueView-Kampagne?
Google stellt sie bis Ende 2026 automatisch auf eine Videoaufruf-Kampagne um. Die alte Anzeigengruppe wird 7 Tage pausiert und dann gelöscht. Prüfe vorher Gebote, Videos unter 5 Sekunden und gemeinsame Budgets.
Quellen
- Google Ads-Hilfe: Überspringbare In-Stream-Anzeigen
- Google Ads-Hilfe: TrueView-Aufrufrate
- Google Ads-Hilfe: In-Feed-Videoanzeigen
- Google Ads-Hilfe: Aufrufe von Videoanzeigen
- Google Ads-Hilfe: Videoaufruf-Kampagnen
- Google Ads-Hilfe: Umstellung auf Videoaufruf-Kampagnen
- YouTube-Hilfe: So werden Aufrufe gezählt