Was ist ein Hook?
Warum bleibst du bei manchen Videos hängen und wischst andere sofort weg? Das liegt am Hook, dem englischen Wort für Haken. Gemeint ist der Einstieg, der Aufmerksamkeit fängt und zum Dranbleiben bringt.
TikTok gliedert Anzeigen in drei Teile: Hook, Hauptteil und Abschluss. Google nennt den Hook den ersten Buchstaben seines ABCD-Rahmens für Videowerbung. Das Prinzip gilt aber nicht nur für Video:
- Reel oder TikTok: Die ersten Sekunden in Bild, Ton und Texteinblendung.
- Anzeige: Das erste Bild plus die erste Zeile.
- Blogartikel: Überschrift und erster Satz.
- Newsletter: Betreffzeile und Vorschautext.
- LinkedIn-Post: Die Zeilen vor „mehr anzeigen“.
Wie lang darf ein Hook sein?
Eine feste Regel gibt es nicht. Jede Plattform setzt ihr eigenes Fenster:
Plattform
Fenster
Meta
3 Sekunden
Google ABCD
5 Sekunden
TikTok
6 Sekunden, Angebot in 3
YouTube Intro-Wert
30 Sekunden
Dass der Anfang zählt, zeigen die Plattformen in eigener Sache. Laut TikTok fallen 90 % der Wirkung auf die Werbeerinnerung und 80 % der Wirkung auf die Bekanntheit in die ersten 6 Sekunden (Analyse von 2020). Eine ältere Meta-Angabe nennt für Facebook bis zu 47 % des Kampagnenwerts in den ersten 3 Sekunden und bis zu 74 % in den ersten 10.
Nimm das als Richtung, nicht als Gesetz. Die Zahlen sind Eigenaussagen der Plattformen, korrelativ und mehrere Jahre alt. Google schreibt selbst, dass seine Empfehlungen keine künftige Leistung garantieren.
So baust du einen guten Hook
Die Plattformen und aktuelle Daten liefern ein paar brauchbare Bausteine:
- Sofort rein ins Thema: Google empfiehlt enge Bildausschnitte, Menschen und mindestens zwei Einstellungen in den ersten 5 Sekunden.
- Emotion statt Logo-Intro: TikTok meldet für Spannung am Anfang 16 % mehr Sehdauer (US-Studie 2021).
- Konkreter Nutzen: In den Daten von Motion zu Meta-Anzeigen schnitten Neuigkeit, Angebot und Preisanker am besten ab.
- Marke früh, aber dezent: Google will sie in den ersten 5 Sekunden, TikTok rät zu subtilem Branding.
- Lesbar ohne Ton: Untertitel und Texteinblendungen mit kurzen Sätzen.
Motions Auswertung umfasst 578.750 Creatives von 6.015 Werbekonten zwischen September 2025 und Januar 2026. Der Zeitraum enthält Black Friday, das begünstigt Rabatt-Hooks. Und das Ranking misst keinen ROAS, also nicht den Gewinn pro Werbe-Euro.
Beispiele aus der Praxis
Beide Fälle stammen aus TikToks Fallstudien, die Zahlen hat die Marke gemeldet. Sie zeigen Zusammenhänge, keinen isolierten Hook-Test.
Case A · Lebensmittelhandel
EDEKA mit Nostalgie-Einstieg
7,94 %
6-Sekunden-Focused-View
+14 %
Ad Recall
Sängerin Blümchen im 90er-Look: 55 % über dem Branchen-Benchmark laut TikTok.
Der Einstieg arbeitet mit Wiedererkennung. Ein bekanntes Gesicht kann den Daumen schneller stoppen als jede Texteinblendung.
Case B · Schuhhandel
Torfs, Belgien, 2025
+22 %
ROAS gegenüber manuell
+8 %
Kaufrate
Das Unternehmen nennt starke Hooks in den ersten ein bis zwei Sekunden als Teil der Formel.
Dazu kamen Smart+ und mehr Formate. Der Hook allein erklärt das Ergebnis also nicht.
Häufige Fehler
Fehler 1 · Hook ohne Einlösung
TikTok bringt es auf den Punkt: Jeder Hook braucht einen Payoff. Versprichst du mehr, als du lieferst, ist es Clickbait. YouTubes Intro-Wert zeigt das sogar: Er misst, ob der Einstieg die Erwartung aus Thumbnail und Titel erfüllt.
Fehler 2 · Tonregeln pauschal übernehmen
„Alle schauen ohne Ton“ stimmt nicht. Google meldete 2018, dass 95 % der YouTube-Videos mit Ton laufen. Meta dagegen fand, dass 41 % der Videoanzeigen in einer Studie ohne Ton kaum Sinn ergaben, und meldet für Untertitel im Schnitt 12 % mehr Sehzeit. Plattform prüfen, Untertitel einbauen.
Fehler 3 · Mit dem Goldfisch argumentieren
„Acht Sekunden Aufmerksamkeit, weniger als ein Goldfisch“ ist ein Mythos. Die BBC hat die Zahl 2017 zurückverfolgt, Belege fanden sich keine. Nicht dein Gehirn zwingt zur Eile, sondern der Feed.
Fehler 4 · Nur auf den Hook starren
Ein starker Einstieg ohne Dranbleiben und Abschluss bringt dir nur billige Aufmerksamkeit. Schau auch auf Hold Rate und Conversions, bevor du einen Gewinner kürst.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Hook und Clickbait?
Die Einlösung. Ein Hook weckt Interesse, und der Inhalt liefert. Clickbait verspricht etwas, das der Inhalt nicht hält. Ein Hook darf stark sein, er muss nur stimmen.
Was ist der Unterschied zwischen Hook und Teaser?
Ein Teaser ist ein eigener Inhalt, der neugierig auf etwas Späteres macht, etwa eine Vorschau. Der Hook ist Teil des Inhalts selbst, nämlich sein Anfang.
Braucht auch ein Blogartikel einen Hook?
Ja. Überschrift und erster Satz entscheiden, ob jemand weiterliest. Stell eine echte Frage, nenne ein konkretes Problem oder eine überraschende Zahl. Eine lange Einleitung über das Thema an sich ist kein Hook.
Woran erkenne ich, ob mein Hook funktioniert?
Bei Meta an der Hook Rate. In YouTube Studio an der Zuschauerbindung, dem Intro-Wert und bei Shorts am Verhältnis von gesehen zu weggewischt. TikTok zeigt dir 6-Sekunden-Werte. Vergleiche Varianten mit gleichem Hauptteil, sonst misst du etwas anderes.
Welche Tools helfen beim Hook?
Zum Messen Meta Ads Manager, TikTok Ads Manager und YouTube Studio. Vorbilder findest du im TikTok Creative Center und in der Meta Ad Library. Für Untertitel und Texteinblendungen reichen CapCut oder Canva.